José de Anchieta, 9. Juni
Apostel Brasiliens

José de Anchieta (1534-1597); Gemälde 18. Jh.
Spanisch-kanarischer Jesuit, Missionar, Dichter und Sprachforscher, als „Apostel Brasiliens“ bekannt. Er spielte eine zentrale Rolle bei der Christianisierung der indigenen Bevölkerung im kolonialen Brasilien und gilt als einer der Begründer der brasilianischen Literatur. 2014 von Papst Franziskus heiliggesprochen.
Namen
José de Anchieta
Lebensdaten
Geboren: 19. März 1534, in San Cristóbal de La Laguna in Teneriffa, (Kanarische Inseln)
Gestorben: 9. Juni 1597, in Reritiba (heute Anchieta), Espírito Santo, Brasilien.
Zeitgenossen
die im 16. Jahrhundert die katholische Reform, die Mission und die geistliche Erneuerung prägten:
• Ignatius von Loyola (1491–1556), Gründer der Jesuiten und geistlicher Vater Anchietas.
• Petrus Canisius (1521–1597), Glaubenslehrer der Gegenreformation im deutschsprachigen Raum.
• Philipp Neri (1515–1595), „Apostel Roms“.
• Teresa von Ávila (1515–1582), Reformerin des Karmel.
• Karl Borromäus (1538–1584), führende Gestalt der Umsetzung des Trienter Konzils.
• Camillus von Lellis (1550–1614), Ordensgründer und Patron der Kranken.
• Turibio von Mongrovejo (1538–1606), Erzbischof von Lima und Missionar Südamerikas.
• Rosa von Lima (1586–1617), die erste Heilige Amerikas, wurde noch zu Anchietas Lebzeiten geboren.
• Karl Borromäus (1538–1584), führende Gestalt der Umsetzung des Trienter Konzils.
• Camillus von Lellis (1550–1614), Ordensgründer und Patron der Kranken.
• Turibio von Mongrovejo (1538–1606), Erzbischof von Lima und Missionar Südamerikas.
• Rosa von Lima (1586–1617), die erste Heilige Amerikas, wurde noch zu Anchietas Lebzeiten geboren.
Leben
José de Anchieta entstammte einer baskisch-kastilischen Familie und erhielt eine humanistische Ausbildung in Coimbra, Portugal, wo er 1551 in den Jesuitenorden eintrat. Trotz einer schweren Wirbelsäulenkrankheit, die ihn dauerhaft zeichnete, wurde er 1553 zur Mission nach Brasilien entsandt – ursprünglich auch zur Erholung seines Gesundheitszustands.
Über vier Jahrzehnte wirkte Anchieta in Brasilien als Lehrer, Übersetzer, Sprachforscher und Seelsorger. Gemeinsam mit Manuel da Nóbrega gründete er 1554 das Jesuitenkolleg São Paulo de Piratininga, Keimzelle der Stadt São Paulo, und beteiligte sich 1565 an der Gründung von Rio de Janeiro. Sein Einsatz galt sowohl der Evangelisierung als auch dem Schutz der indigenen Bevölkerung vor Versklavung.
Anchieta beherrschte Latein, Portugiesisch, Spanisch und die indigene Tupí-Sprache. Seine „Arte de gramática da língua mais usada na costa do Brasil“ (1595) war die erste Grammatik dieser Sprache und ein grundlegendes Werk der brasilianischen Linguistik. Er schrieb zudem religiöse Theaterstücke und Gedichte, darunter das lateinische Epos De beata virgine dei matre Maria.
Verehrung
Papst Franziskus sprach ihn 2014 durch eine sogenannte Äquipollenz-Kanonisation heilig. Sein liturgischer Gedenktag ist der 9. Juni.
Ein Wort des heiligen José de Anchieta lautet:
„Der Mensch ist geschaffen, Gott zu lieben und ihm zu dienen; darin findet er seinen Frieden.“
Für die Kirche in Lateinamerika bleibt er bis heute ein Vorbild für die Verbindung von Evangelisierung, kultureller Wertschätzung und Einsatz für die Würde jedes Menschen.
Quellen
vgl. www2.bistum-augsburg.de; wikipedia; heiligenlexikon.de; katholisch.de; vaticannews.va; praedica.de; und andere