Ägidius, 1. September

Hl. Egidius, Flügelaltarpaneel des Meisters von Saint Giles, ca. 1500
 
 
Sich nicht einschüchtern lassen. Er setzte sich für Arme und Schuldige ein die bereuten, er beschützte eine Hirschkuh vor der Gewalt des Königs und der Arroganz derer, die sich als Herren über die Umwelt aufspielen.

Namen 
Ägidius, Aegidius, Ägydius, Egidius, Egydius, Egidijus, Jiljí, Idzi, Egyed, Egyd, Gidius, Gilius, Gilles, Gil etc.
Bedeutung
Aus den Griechischen der Schildhalter oder der die Hand schützend über die Hirschkuh hält. 
 
Gedenktag
1. September 
 
Lebensdaten
Geboren um 640 in Athen; gestorben am 1. September zwischen 710 und 724, wahrscheinlich 720 im heutigen Saint-Gilles (Frankreich, zwischen Marseille und Montpellier)
 
Lebensgeschichte und Legende
Der heilige Ägidius wurde im 7. Jahrhundert in Athen geboren, er ist ein wohlhabender Kaufmann. Als junger Christ kümmerte sich um Arme und Kranke. Er verlässt seine Heimat und siedelt sich als Einsiedler, als Gottsuchender in Südfrankreich, in der Nähe von Nîmes an.
 
Die Legende berichtet, er lebt von der Milch einer Hirschkuh, die sein Lebenszeichen für seine Gottessuche und Gottes Fürsorge wird. Während einer Jagd des Königs (Westgotenkönig Wamba 672–680) flüchtete die Hirschkuh zu Ägidius, der sich schützend vor das Tier stellte und selbst von einem Pfeil getroffen wurde. In der Erkenntnis, dass die Tugend in der Schwachheit vollendet werde, bat er Gott, dass ihm während seines Erdendaseins die Gesundheit nicht wiederkehren solle; so blieb ihm die Wunde bis an sein Lebensende. Zur Vergebung seiner Schuld ließ der König ein Kloster errichten (die Benediktiner-Abtei von Saint-Gilles), der Ägidius bis zu seinem Tode als Abt vorstand.
 
Einer weiteren Legende zufolge soll Ägidius den Sohn des Fürsten von Nîmes wieder zum Leben erweckt haben.

In Rom soll er unter Gebeten die ihm vom Papst für sein Kloster geschenkten Türen aus geschnitztem Zypressenholz in den Tiber geworfen haben; nach seiner Rückkehr fand er diese dann im Hafen seiner Heimatstadt wieder.

Als ein Klosterbruder an der Jungfräulichkeit der Maria zweifelte und drei Fragen in den Sand schrieb, erblühten als Antwort des Ägidius drei weiße Lilien auf dem dürren Boden.

Karl der Große – der allerdings fast 100 Jahre später lebte – soll sich um die Fürbitten des Ägidius bemüht haben: Ein Engel legte danach einen Zettel mit der bestätigten Sündenvergebung auf den Altar, an dem Ägidius sein Amt versah. Seitdem gilt Ägidius als Beistand einer guten Beichte und Vergebung.

Verehrung
Ägidius wird zu den 14 Nothelfer gezählt was seine für uns verlorene Bedeutung hervorhebt. Er wird besonders angerufen, wenn Menschen ihre Schuld vor Gott bringen und Sühne und Trost im Stillen suchen.
 
Der Name Ägidius ist heute weltweit bekannt durch die Gemeinschaft Sant’Egidio einem Verein und einer geistlichen Bewegung von Gläubigen  die 1968 von Andrea Riccardi in Rom als Laienbewegung von Schülern und Studenten gegründet wurde. Sie ist nach ihrem Hauptsitz, dem ehemaligen Kloster Sant’Egidio im römischen Stadtteil Trastevere, benannt.
 
Darstellung
Sein Symbol ist eine Hirschkuh, Reh oder Gazelle und Pfeil, Zeichen seiner Sanftmut und seiner Bereitschaft, sich selbst schützend einzusetzen.
 
Quelle
vgl. Wikipedia
und andere
 
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