Laurentius, 10. August

 
Diakon, Märtyrer in Rom

Namen
Laurentius, aus Laurentum stammend (lat.), mit Lorbeer bekränzt (volkstüml.)
Namensvarianten: Laurenz, Laurent, Lars, Lasse, Lawrence, Lorenz, Loris, Lorin, Enzo

Gedenktag
10. August

Lebensdaten
Geboren: um 230 in Laurentum bei Rom;
Gestorben am 10. August 258 in Rom
 
Zeitgenossen
• Cyprian von Karthago, um 210–258, Bischof und Märtyrer; bedeutender lateinischer Kirchenvater.
• Sixtus II., unbekannt–258, Papst und Märtyrer; Vorgänger und geistlicher Lehrer des Laurentius.
• Agatha von Catania, um 231–251, sizilianische Märtyrerin.
 
Lebensgeschichte und Legende
Laurentius war Diakon unter Papst Sixtus II. und als Verwalter des Kirchenbesitz für die Caritas, die Nächstenhilfe der Gemeinde zuständig.
Als Sixtus bei einer Verfolgung der Christen durch Kaisers Valerian festgenommen und enthauptet wurde, wollte der Diakon mit ihm sterben. Laurentius aber wurde ausgepeitscht und aufgefordert, den Besitz der Kirchengemeinde innerhalb von drei Tagen herauszugeben.
Daraufhin verteilte Laurentius das Vermögen an die Armen der Stadt und führte diese zum Kaiser: Das sei der Schatz der Kirche. Der Kaiser ließ darauf Laurentius zu Tode quälen: Er wurde auf einen glühenden Eisenrost gelegt. Der Legende nach forderte Laurentius seine Schergen auf, sie möchten ihn umdrehen, denn auf der einen Seite sei er schon gebraten.
 
Verehrung
Kaiser Konstantin ließ in Rom über seinen und den Gebeinen des Märtyrers Stephanus eine Basilika errichten. Der Nachfolgebau, die Basilika San Lorenzo fuori le mura, gehört zu den sieben Hauptkirchen Roms.
 
Nach dem Sieg Kaiser Ottos I. über die Ungarn am 10. August 955 wurde Laurentius zu einem der beliebtesten Heiligen des Reichs, dem zahlreiche Kirchen gewidmet oder umgewidmet wurden.
 
König Philipp II. von Spanien gab seinem Escorial-Palast den Grundriss eines Rosts.
 
Als „Laurentiustränen“ bezeichnet man die vielen Sternschnuppen, die Mitte August am Nachthimmel beobachtet werden können.
 
Mancherorts wird Laurentiusbrot gesegnet und an die Armen verteilt. 
 
Der Laurentiussegen gilt als Brandsegen bei Feuer, aber auch bei seelischen Qualen.
 
Darstellung
als junger Diakon mit Eisenrost, mit Geldbeutel oder Brot
 
Patron
der Bibliothekare, Archivare, Köche und vieler Berufe, die mit Feuer zu tun haben, gegen Feuersgefahren, der Schüler und Studenten
 
(Quelle vgl. Bistum Augsburg
 
Lied
(Melodie: „Singt dem Herrn ein neues Lied“)
 
  1. Diakon Laurentius,
    Hoffnungsbild und Segen,
    stark durch Klugheit und Entschluss,
    treu auf Jesu Wegen:
    Gott hat sich ein Haus gebaut
    und es Menschen anvertraut –
    hilf, dass wir es pflegen!
    .
  2. Kostbar ist der Tempelschatz
    über Maß und Zählen.
    Nicht in Truhen hat er Platz; niemand kann ihn stehlen.
    Arme, Kranke, Greis und Kind,
    alle, die bedürftig sind – 
    sie sind die Juwelen.
    .
  3. Diesen Schatz hast du bewacht,
    nur vom Geist gerüstet,
    und die blinde Gier der Macht
    hast du überlistet.
    Zeuge auf dem Feuerrost,
    schenk uns Glauben, Mut und Trost,
    wenn der Tod sich brüstet.
    .
  4. Mach Humor und Weisheit groß,
    wandle Trauermienen;
    mach die Herzen schattenlos,
    ganz von Gott durchschienen!
    Heiliger Laurentius,
    Christenmensch aus einem Guss,
    gib uns Kraft zum Dienen!
© Peter Gerloff
 
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