Baugeschichte
Am 26. Mai 1591 wurde eine kleine Kirche zu Ehren der heiligen Jungfrau und Märtyrerin Ursula in Ühlingen eingeweiht.
1790 wurde das baufällige Kirchlein erneuert.
1808 erfolgte eine Erweiterung der Kirche damit in ordentlicher Weise eine Sonntagsmesse gefeiert werden konnte. Am 1. Mai 1808 fand die erste Sonntagmesse statt.
1902 Gründung eines Kirchenbaufördervereins zur Renovierung der Kirche. Das angesammelte Kapital fiel der Inflation zum Opfer.
1923 Renovation der Kirche und Anbringung des Deckengemäldes "Maria Krönung" von Carl Bertsche.
1936 Planung einer Kirchenerweiterung.
1950-1951 Anbau einer Sakristei, Einbau neuer Kirchenbänke, Versetzung der Orgel, Kürzung der Empore und Renovation der Deckengemälde. Das Deckengemälde "Christi Geburt" wird von Erich Rastätter geschaffen.
1977 Planung eines neuen Kirchenbaus.
1987 Umbau und Erweiterung der Kirche.
Am 9. Juli 1989 Einweihung des erweiterten Kirchenbaus durch Weihbischof Dr. Paul Wehrle.
Ursula von Köln
Nach den mittelalterlichen Legenden stammte Ursula aus der Bretagne und lebte im 4. Jahrhundert († angeblich 383). Nach der Legenda aurea soll die bretonische Königstochter Ursula Aetherius, den Sohn des heidnischen Königs von England heiraten. Sie willigte ein, stellte allerdings drei Bedingungen, die der Bräutigam auch erfüllte:
1. Innerhalb einer Frist von drei Jahren sollte Prinz Aetherius getauft werde.
2. Eine Schar von zehn Gefährtinnen und weiteren 11.000 Jungfrauen sollte zusammengestellt werde.
3. Eine gemeinsame Wallfahrt sollte nach Rom unternommen werden.
Die Pilgerfahrt führte per Schiff nach Basel und von dort auf dem Landweg nach Rom. Dort schlossen sich der Pilgergesellschaft der (historisch nicht belegte) Papst Cyriacus sowie einige Bischöfe und Kardinäle an. In einem Traum wurde Ursula das Martyrium verkündigt.
In Köln wurden alle Pilger von den Hunnen, die die Stadt belagerten getötet.
Der Anführer der Hunnen verliebte sich allerdings in Ursula und bot ihr an, sie zu verschonen und zu heiraten. Als sie ablehnte, tötete er sie durch einen Pfeilschuss und ebenso alle ihre Begleiterinnen.
Zu Ursulas Begleiterinnen zählten die heilige Cordula, die sich beim Angriff der Hunnen zunächst versteckte, sich dann jedoch auch dem Martyrium stellte, ebenso Aukta und Odilia von Köln.
Die Legende ist in vielen Versionen erhalten, die vom 9. bis ins 13. Jahrhundert immer weiter ausgeschmückt wurden.
Die Ursula-Legende spielt auch eine wichtige Rolle in Gottfried Hagens Reimchronik der Stadt Köln.
Die Zahl von 11.000 Gefährtinnen geht möglicherweise auf einen Lesefehler zurück. In den frühen Quellen ist gelegentlich von nur elf Jungfrauen die Rede. Deshalb wurde vermutet, dass die Angabe „XI.M.V.“ statt als „11 martyres virgines“ fälschlich als „11 milia virgines“ gelesen wurde. Aber Wandalbert von Prüm berichtet bereits 848 über Tausende (millia) von getöteten Frauen.
Die Legende der heiligen Jungfrauen und die Verbreitung ihrer Reliquien fand im 12. Jahrhundert über ganz Europa statt.
Der italienische Komponist Carlo Agostino Badia (1672–1738) arbeitete eng mit dem Ursulinenkloster in Wien zusammen. 1694, am Festtag der Heiligen, wurde sein Oratorio di Sant’Orsola uraufgeführt.
In der von Achim von Arnim und Clemens Brentano zusammengestellten Volksliedsammlung Des Knaben Wunderhorn wird in dem Bayerischen Volkslied Der Himmel hängt voll Geigen in der letzten Strophe die Ursula-Legende aufgegriffen:
Kein Musik ist ja nicht auf Erden,
Die unsrer verglichen kann werden,
Elftausend Jungfrauen
Zu tanzen sich trauen,
Sankt Ursula selbst dazu lacht …
Dieses Lied vertonte Gustav Mahler im Schlusssatz seiner 4. Sinfonie.
Für den Hessentag 2011 wurde Ursula – Das Hessentagsmusical geschrieben und inszeniert. Zeitgleich wurde in Köln das Musical 11.000 Tränen – Ursula reloaded produziert und beim 7. Ökumenischen Kirchenmusikfestival Köln im Oktober 2011 uraufgeführt.
Peter Gerloff textete und komponierte das dreistrophige Kirchenlied Ursula über die heilige Ursula und ihre Gefährtinnen.
Belletristisch aufgearbeitet wurde der Ursula-Stoff in den Romanen Ursula’s Maiden Army von Philip Griffin (2004; deutsch: Das Heer der Jungfrauen, 2005) und Brennende Seelen – Roman um St. Ursula von Günter Krieger (2005). Auch der Urban-Fantasy-Roman Miriamslied von Stefan Blankertz (2011) bedient sich Elementen der Ursula-Legende.
In seinem 2012 erschienenen Buch Elftausend Jungfrauen machte Ralf König Ursula zur Comicfigur.
Bedeutung des Namens
Kleine Bärin (latein.) oder: kleines Schlachtross (german.)
Attribute der Heiligen
Pfeil, Schiff, Licht der klugen Jungfrauen
Schutzheilige für
Die Stadt Köln; der Jungfrauen; der Jugend, der Lehrerinnen, Erzieherinnen und Tuchhändler; der Universitäten von Köln, Wien und Coimbra; in Kriegszeiten; für eine gute Ehe, für ruhigen Tod; gegen Kinderkrankheiten und die Qualen des Fegefeuers
Gedenktag
21. Oktober