Segnungen

 

Der Begriff Segen kommt vom althochdeutschen "segan" und ist eine Rückbildung aus segnen, lat. signare mit dem Zeichen [des Kreuzes] versehen.

Segnen bedeutet: dem Menschen Heil Schutz, Glück und Erfüllung im Namen Gottes zu zusprechen. Jm Segen preisen wir den Schöpfergott als Quelle allen Guten, allen Segens und allen Heils in der Geschichte. Neben dem Lobpreis Gottes ist eine Segnung auch ein Bekenntnis der Christen in das Vertrauen auf Gottes Hilfe und Schutz.

Christen segnen im Namen Jesu, und vergegenwärtigen sich die Erlösung durch Jesu Tod und Auferstehung.

"Im Namen des Vater, des Sohne und des Heiligen Geistes. Amen." In jedem Segen wird Gott in seiner Dreifaltigkeit angerufen und durch das Kreuzzeichen sein Wirken sichtbar.

Jeder Christ kann Gegenstände, Tiere und Menschen segnen. Wenn er das Kreuz über sich zeichnet, so segnet er sich selbst.

Täglich begegnet uns der Tischsegen und der Abendsegen, den Eltern vor dem Schlafengehen ihren Kindern spenden.

Im Laufe des Kirchenjahres und bei bestimmten Anlässen gibt es besondere Segnungen, z.B. Wettersegen, Reisesegen, Kräutersegen, Segnung eines Hauses, einer Wohnung, u.a.

Durch den Segen werden Gegenstände und Tiere nicht verändert. Sie erhalten keine magischen oder sonstigen Kräfte. Vielmehr sollen sich die Einstellung und die Beziehung des Menschen zu ihnen ändern: Der Mensch nimmt sie als Schöpfung bzw. Geschenke Gottes an und möchte sie in diesem Sinne segensvoll nutzen.

 

Andachtsgegenstände (Rosenkränze, Kreuze, Heiligenbilder....) und Kerzen können in jeder Werktagmesse zum Segnen in die Kirche gebracht werden. Geben sie den zu segnenden Gegenstand/die Gegenstände vor der Messfeier in der Sakristei ab. Vor der Gabenbereitung segnet der Priester den Gegenstand/die Gegenstände.

Segnung des Adventskranzes

Der Adventskranz ist Sinnbild des Wartens auf den kommenden Christus, dem Licht der Welt. Die Kerzen des Adventskranzes sind ein Zeichen der Hoffnung, dass nicht Dunkel und Tod, sondern Licht und Leben siegen werden. In den Messfeiern des 1. Adventssonntages werden in der Pfarrkirche Adventskränze und -gestecke gesegnet. Damit legen wir bewusst diese Zeit der Erwartung und der inneren Vorbereitung auf das Kommen Christi in die Hände Gottes, dessen Licht gerade in diesen Wochen unser Herz erleuchten soll.

 

Kinder werden in jeder Messe gesegnet, wenn sie während der Kommunionausteilung nach vorne kommen. Der Priester oder die Kommunionhelfer zeichnen dem Kind ein Kreuzzeichen auf die Stirn und sagen: Gott segne und beschütze dich. Außerdem findet in der Weihnachtszeit eine Kindersegnung statt.

Die Kindersegnung - eine biblische Erzählung, die Kindern häufig in Kindergärten erzählt wird. Sie berichtet, wie Jesus die Kinder liebt und sie segnet. Wir finden sie im Markusevangelium. Dort heißt es im 10. Kapitel im Vers 16: "Jesus legte den Kindern die Hände auf und segnete sie".

Sternsingeraktion/Haussegnung an Dreikönig

In den ersten Januartagen, vor oder an dem Fest der Hl. Drei Könige, ziehen alljährlich Kinder als Könige verkleidet aus, um die frohe Kunde von der Geburt Christi durch Gesang und Wort in die Häuser zu tragen (Sternsinger). Gleichzeitig ist jeder eingeladen, sein Haus oder seine Wohnung unter den Segen des neugeborenen Kindes zu stellen. Dazu bringen die Sternsinger Weihrauch mit und schreiben mit geweihter Kreide die Zeichen C+M+B (= Christus Mansionem Benedicat: Christus segne dieses Haus) an die Türe, zusammen mit der Jahreszahl. Geldspenden werden an die Mission weitergeleitet, während die Sternsinger selbst die Süßigkeiten als kleinen Lohn für ihren Dienst bekommen.

Der Blasiussegen ist ein Segensbrauch im liturgischen Jahr am 3. Februar. Kirche. Er knüpft an die Gestalt des hl. Blasius an, der nach der Überlieferung als Bischof von Sebaste in Kleinasien war,im Jahr 316 als Märtyrer starb. Bevor er Bischof wurde, soll er Arzt gewesen sein. Von seiner wunderbaren Heilkraft erzählen die Legenden. Die berühmteste berichtet, wie Blasius einem Jungen, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte, das Leben rettete. Mit Bezug darauf wurde der Blasiussegen ursprünglich gegen Halskrankheiten gespendet. Heute wird er gewöhnlich auf das körperliche und seelische Wohl insgesamt bezogen. Beim Blasiussegen hält der Priester dem Gläubigen zwei gekreuzte brennende Kerzen vor.

Aschenauflegung

Der Aschermittwoch ist der Beginn der 40tägigen Österlichen Bußzeit. Im Gottesdienst wird an diesem Tag die Asche gesegnet, die aus den Palmzweigen des Vorjahres bereitet worden ist. Anschließend zeichnet der Priester oder der/die WortgottesdienstleiterIn jedem Gläubigen ein Aschenkreuz auf die Stirn. Dieser Brauch versinnbildlicht die Vergänglichkeit alles Irdischen und lädt gleichzeitig die Gläubigen ein, umzukehren und ihre Herzen neu an der Frohen Botschaft auszurichten.

Segnung der Palmzweige und Palmen

Der Palmsonntag leitet die Heilige Woche ein, in der wir das Zentrum unseres Glaubens, die Feier des Leidens, des Todes und der Auferstehung Christi begehen. Am Beginn dieses Gottesdienstes werden die Palmzweige und -kränzchen gesegnet. Sie sollen an den umjubelten Einzug Jesu in Jerusalem erinnern. Die Palmzweige sind Ausdruck des Sieges Christi über Sünde und Tod, nicht der Sieg eines Mächtigen, sondern eines Dieners, der - aus Liebe zu uns - Leiden und Tod auf sich genommen hat. Palmzweige und -kränzchen können vor dem Gottesdienst erworben bzw. danach mitgenommen werden.

Speisensegnung

Am Ostersonntag feiern Christen auf der ganzen Welt die Auferstehung Christi, der den Tod endgültig bezwungen hat. Am Ende der Ostergottesdienste werden die mitgebrachten Speisen gesegnet. Mit diesen Speisen soll die Freude am auferstandenen Christus in die Häuser und Familien getragen werden.

Der Wettersegen wird am Ende des Gottesdienstes mit dem "Wetterkreuz", das ein Kreuzpartikel enthält, gegeben, und zwar vom Fest des Heiligen Markus (24. April) bis zum Fest Kreuzerhöhung (14. Sept.). Dieses Erntegebet bittet um Gedeihen der Feldfrüchte, Bewahrung vor Katastrophen und dem Segen für die Arbeit.

Flurprozession und Bitttage

An den drei Tagen vor und an Christi Himmelfahrt werden die sogenannten Flurprozessionen gehalten, in den Prozessionen und dem Gottesdienst erbitten wir für die Anliegen unserer Zeit und für unsere ganz persönlichen Anliegen Gottes Hilfe. Dabei wird besonders auch um das gute Gedeihen der Feldfrüchte gebetet.

Fronleichnamsprozession

An Fronleichnam wird das gewandelte Brot in der Monstranz durch die Straßen unserer Gemeinde getragen und alle Lebensräume werden gesegnet.

Antoniusbrot

In Hürrlingen wird am Antoniusfest, am 13. Juni, das Antoniusbrot (früher für die Armen) gesegnet und nach dem Gottesdienst bei einem „Hock“ gemeinsam gegessen.

Kräutersegnung am Fest "Mariä Aufnahme in den Himmel" (15. August). Ein hoher Marienfesttag ist für uns Anlass, die Blumen und Heilpflanzen des Feldes mit in die Kirche zu nehmen und segnen zu lassen. Der Kräuterstrauß wird aus Blumen und Heilpflanzen mit leuchtenden und bescheidenen Blüten zusammengebunden. Wir ehren Maria, die Mutter unseres Herren Jesus Christus, und sagen unserem Schöpfer Dank für die Gaben der Natur.

Segnung der Erntegaben

Anlässlich der Ernteeinbringung wird am ersten Sonntag im Oktober, ein Gottesdienst gefeiert, in dem die Gottesdienstteilnehmer Erntekörbe mitbringen und segnen lassen können. Ebenfalls werden Erntealtäre errichtet.

 

Martinsfeier

Jedes Kind kennt die Geschichte, in der Sankt Martin seinen Soldatenmantel mit einem frierenden Bettler teilt; in der Nacht erscheint ihm Christus - mit jenem abgeschnittenen Mantelstück bekleidet. Bis zum heutigen Tag gibt es um diesen Heiligen der christlichen Nächstenliebe ein lebendiges Brauchtum, das vor allem die Kinder anspricht.

In einem Gottesdienst erinnern die Kinder mit ihren Laternen daran, dass alle von uns dazu gerufen sind, durch ihr Handeln zum Segen für die Mitmenschen zu werden.

Haussegnung/Wohnungssegnung

Auf Wunsch kommt der Pfarrer ins neubezogene Haus (Wohnung), um die Segnung vorzunehmen. In dieser kleinen Feier werden das Haus und seine Bewohner unter den besonderen Schutz Gottes gestellt. Zusätzlich gibt die jährliche Haussegnung am Fest der Erscheinung des Herrn.