Untermettingen

 
Die Pfarrei St. Jakobus in Untermettingen, einem seit 1972 Ortsteil der politischen Gemeinde Ühlingen-Birkendorf, mit den Weilern Endermettingen (mit Marien Kapelle), Muhren, Talhöfe, Rasbach (mit Kapelle St. Gallus) und Löhningen hat rund 750 Einwohner. Die Ortschaft liegt auf einer Höhe zwischen 492 m und 715 m als unregelmäßige Siedlung in einer Talsohle und an Hanglagen beiderseits der Steina.

Zur Pfarrei gehört auch die Filialgemeinde St. Laurentius im Ortsteil Obermettingen mit ca. 240 Einwohner. 
 
Geschichte
855 (Корialüberlieferung 1126) Mettingen, 1247 Inferior Mettingen, 1337 Nidren Mettingen, von Personenname. Einzelgrabfunde bei Untermettingen deuten schon auf eine Besiedlung im 6./7. Jahrhundert hin. Eine Erstnennung ist festzumachen anläßlich einer Schenkung von Gütern an das Kloster Rheinau.
 
871 wird Mettingen als Ort des Albgaus genannt, im 10. Jahrhundert mit Gütern des Graf Kuno »von Öhningen« erwähnt.
 
1085 schenkte Ita von Birkendorf ein Gut in Untermettingen an die Birkendorfer Kirche.
 
1247 erhielt die Deutschordenskommende Beuggen Güter, vertauschte diese im 1266 mit Kloster Riedern.
 
Spätestens ab 1306 ist auch St. Blasien als Grundherr zu belegen.
 
Örtlicher Niederadel, vielleicht in Rheinauer Diensten, wird gegen Ende des 13. Jahrhunderts genannt. Eine Burg auf einer Erhöhung im Ort, heute ein Hof, war noch 1469 bewohnt, der nach unbestätigter Überlieferung von den Grafen von Lupfen zerstört wurde. Ihren Sitz hatten dort im 14. Jahrhundert (belegt 1316 und 1394) die Herren von Ofteringen, im 15. Jahrhundert die Herren von Erzingen (1437 und 1469).
 
Im 16. Jahrhundert gehörte die Herrschaft Mettingen mit Niedergericht, Gebot und Verbot in Ober- und Niedermettingen und Obereggingen den Grafen von Sulz, die 1470 auch das heimgefallene krenkingische Reichslehen in Untermettingen von Friedrich III. erhielten, während die hohe Obrigkeit den Landgrafen von Stühlingen zustand. 1610 verkaufte Graf Karl Ludwig von Sulz seine Herrschaft Mettingen an die Herren von Pappenheim als Stühlinger Landgrafen. Von diesen fiel sie 1639 an die Herren von Fürstenberg, kam 1806 unter badische Souveränität und gehörte bis 1856 zum Amt Stühlingen, dann Вezirksamt Bonndorf, seit 1864 Bezirksamt/Landkreis Waldhut. 1939 wurden Endermettingen und Löhningen in das Dorf eingemeindet. (Quelle: Landeskunde Baden-Württemberg online)
 
Jahrhundertelang war es Brauch, dass die Einwohner der ganzen Gegend aus 8 Pfarreien am vierten Tag der Bittwoche (um Christi Himmelfahrt) nach Wittlekofen wallfahrten. Gewöhnlich hielt der Pfarrer von Bettmaringen, zu dessen Pfarrei Wittlekofen gehörte, die Predigt. Auch die Gläubigen aus Obermettingen nahm an dieser Wallfahrt teil. 1826 brannte das ganze Dorf Obermettingen bis auf zwei Häuser ab. Die Kapelle St. Laurentius wurde 1829-31 durch einen Mauerer Nägele aus Mauchen wieder aufgebaut.
 
Die Gemeinde Untermettingen wurde 1974 in die Gemeinde Ühlingen eingegliedert und bildet seit 1975 zusammen mit Birkendorf, Riedern a.W., Berau und Brenden die neue Gemeinde Ühlingen-Birkendorf.
 

Kirche, Leben und Pfarrei

Das Dorf Untermettingen liegt in der Nähe zu Ühlingen im Norden und Eggingen im Süden, sowie zu den Kleinstädten Stühlingen im Osten und Tiengen im Westen.
 
Die barocke Pfarrkirche St. Jakobus stammt aus dem Jahr 1738. Davor war Untermettingen und Raßbach Teil der Pfarrei Schwerzen.
 
Im Jahr (?) gründetet die damals noch selbständige Pfarrgemeinde den kirchlichen Kindergarten St. Jakobus. Es gibt eine Zwerg-Grundschule, welche auch von den Kindern aus Obermettingen besucht wird.
 
In der Dorfhalle Steinatalhalle findet jährlich das Oktoberfest des Musikvereins und zu Fasnacht der Bunte Abend des Narrenvereins Die Wilderer statt. Über ein Dutzend Vereine zeugen von der Freizeitgestaltung, Brauchtumspflege und Geselligkeit der Menschen.
 
Im ehemaligen Ökonomieteil des Pfarrhauses hat die Pfarrei im Jahr (?) das Pfarrgemeindehaus Jakobusheim mit Übernachtungsmöglichkeiten für Gruppen eingerichtet.
 
 
Die Pfarreien St. Jakobus, St. Leodegar in Riedern am Wald, St. Margartea in Birkendorf und St. Fiedes in Grafenhausen wurden 2010 zur Seelsorgeeinheit Oberes Schlüchttal zusammengeführt. 2015 wurden die Kirchengemeinden als neue Kirchengemeinde Oberes Schlüchttal fusioniert.