Ühlingen

 
Bereits im Jahr 1591 wurde eine kleine Kirche zu Ehren der heiligen Jungfrau und Märtyrerin Ursula gebaut. Diese war 1790 derart baufällig, dass sie erneuert werden musste. "Damit die Abhaltung eines ordentlichen Sonntagsgottesdienstes möglich ist" wurde im Jahr 1808 eine Erweiterung des bestehenden Gebäudes begründet.
 
Im Jahr 1902 wurde für die anstehende Kirchenrenovation ein Kirchenbauverein gegründet. Das angesammelte Geld fiel jedoch der folgenden Inflation zum Opfer, so dass die Renovation erst 1923 erfolgen konnte. Dabei wurde das Deckengemälde "Maria Krönung", das von Carl Bertsche (Bräunlingen/Waldshut | 1885-1942) stammt, angebracht.
 
Bereits 13 Jahre später wurde mit der Planung einer weiteren Kirchenerweiterung begonnen, die jedoch erst 1950-51 möglich gewesen ist. Dabei wurde ein Sakristai angebaut, neue Kirchenbänke eingebaut, die Orgel versetzt, die Empore verkürzt und das bestehende Deckengemälde renoviert und mit "Christi Geburt" von Erich Rastätter (1910-1982 | Ühlingen) ein Weiteres ergänzt. Der Kirchenraum selbst wurde jedoch nicht vergrößert.
 
Im Jahr 1977 wurde eine neue Kirche geplant, welcher allerdings nicht realisiert wurde. Stattdessen wurde das bestehende Gebäude im Jahr 1987 umgebaut und am 9. Juli 1989 durch Weihbischof Paul Wehrle eingeweiht.
 
 
 
 

Patronin - Hl. Ursula

Gedenktag: 21. Oktober
 
Ursula war eine Frau, die - möglicherweise in der Diokletianischen Verfolgung um 304 (andere Quellen 383 oder 451) - in Köln zusammen mit Gefährtinnen ermordet wurde. Die Rede von 11.000 Leidensgenossinnen beruht auf einer versehentlichen Multiplikation der tatsächlichen Zahl mit dem Faktor Tausend.
Die Legende erzählt von Ursula als der - durch ihre Schönheit weithin berühmten - Tochter des christlichen Königs Maurus. Schon in jungen Jahren habe sie sich ewiger Jungfräulichkeit verschrieben, ihr Vater aber verlobte sie mit dem englischen Fürstensohn Aetherius. Dem sei vom Kaiser für erwiesene Treue ein Stück Land - die heutige Bretagne in Frankreich - geschenkt worden; hier wollte er sich nach seiner Eheschließung niederlassen.
 
Ursula erbat drei Jahre Frist; in dieser Zeit sollte Aetherius im christlichen Glauben unterrichtet und getauft werden. Sie selbst wolle sich mit zehn erlesenen Jungfrauen, denen sie selbst als elfte angehören wolle, vorbereiten: zu ihnen sollten sich je tausend weitere Jungfrauen gesellen, sie alle sollen geweiht und getauft, aber auch in ritterlichen Spielen ausgebildet werden und einen Schwur auf neue Ritterschaft leisten; Schiffe sollten gebaut werden, weltliche und geistliche Beschützer, darunter die Bischöfe Pantalus von Basel und Maurisius von Sizilien, sollten die Jungfrauen auf einer Fahrt nach Rom begleiten. Zu den Vorbereitungen für diese Reise kam auch Gerasina, die verwitwete Königin von Sizilien und Schwester von Ursulas Mutter Daria, mit ihrem Sohn und den vier Töchtern, die sich den Jungfrauen anschlossen.Bei glückhaftem Wind brachen sie auf, gelangten aber in der Nordsee durch einen schweren Sturm in die Rheinmündung und dann nach Köln, wo Königin Sigillindis sie freundlich begrüßte. Ursula erfuhr im Traum von einem Engel, dass sie nach ihrem Besuch in Rom wieder nach Köln zurückkehren werde, um hier das Martyrium zu erleiden.
 
Alle fuhren zunächst auf dem Rhein weiter nach Basel, von dort gingen sie zu Fuß nach Rom. Inzwischen erschien auch dem Aetherius ein Engel, der ihm kundtat, er solle seiner Braut entgegen fahren. Mit Mutter, Schwester und dem Bischof Marculus von Griechenland gelangte er ebenfalls nach Rom. Ursula wurde vom Papst Siricius empfangen, dieser schloss sich mit vielen Bischöfen der Rückreise nach Köln an. Zwei christenfeindliche römische Herren, die die Jungfrauen vergeblich für sich hatten gewinnen wollen, bewegten hinterrücks die Hunnen, Ursula und ihre Gesellschaft in Köln zu überfallen und zu töten. Das Blutbad unter den 11.000 Jungfrauen wurde bei der Ankunft der Schiffe um das Jahr 451 aufs Grausamste verwirklicht. Zuletzt blieb Ursula alleine übrig. Der Hunnenfürst begehrte sie für sich und erschoss die sich standhaft Verweigernde mit seinem Pfeil.
 
Andere Legenden erzählen, dass die Jungfrauen bei ihrer Landung in Köln auf die Hunnen stießen, die damals die Stadt besetzt hielten. Die Soldaten überfielen, misshandelten und töteten die Frauen, Ursula aber wurde vom Hunnenkönig begehrt. Sie verweigerte sich ihm, worauf sie mit einem Pfeil getötet wurde. Daraufhin kamen 11.000 Engel vom Himmel herab und trieben zur Strafe die Hunnen aus der Stadt.