Fides, eine junge Christin aus dem 4. Jh. stammte aus einer führenden Familie in Agen in Südfrankreich. Der Gedenktag ist der 6. Oktober.
Zu Beginn des 9. Jahrhunderts war Conques-en-Rouergue (zwischen Toulouse und Clermont-Ferrand)
Kunstwerke in der Pfarrkirche
Das Bild an der rechten Wand des Kirchenschiffes (ein Werk von Konrad Schmieder aus dem Jahr 1890) zeigt wie Fides zum Tode verurteilt wird. Auch der Chorraum mit seinem Gewölbe und dem reichen Stuck enthält ein Gemälde der Hl. Fides aus neuerer Zeit. Das farbige Deckengemälde 1950 gemalt vom Kunstmaler Manfred Schmidt, vermittelt vom Grafenhausener Bürger und späteren Domkapitular Julius Schäuble zeigt neben der Aufnahme der Gottesmutter Maria in den Himmel auch die Hl. Fides. Darunter ist das Dorf Grafenhausen mit Kirche und Rathaus zu sehen, welche gleichsam um den Schutz der Gottesmutter und der Hl. Fides bittet.
Das bedeutendste Kunstwerk in der Grafenhauser Kirche ist neben dem neugotischen Marienschnitzaltar der Kreuzweg von Eduard Stritt.
Eduard Stritt (1870-1937), der aus Grafenhausen stammt, schuf ihn 1927 im Auftrag von Prälat Friedrich Schlatter (geb. 1878 in Grafenhausen) in Majolika-Technik. Ursprünglich sollte dieser in Brooklyn, New York in die Kirche St. Patrick kommen. Da aber Prälat Schlatter unter der Zeit der Herstellung des Werkes verstarb, kam der Kreuzweg stattdessen in die hiesige Kirche. So ist auch erklärlich, dass die Titel der Tafeln in Latein geschrieben sind. Streng wird die Zahl der Personen beschränkt und auf den wesentlichen Inhalt reduziert, die Farbgebung ist zurückhaltend.
Pietà
Die Entstehungszeit ist unbekannt.Geschichte
Im 9. Jahrhundert begann durch Mönche des Klosters Rheinau und des Klosters St. Blasiens die Rodung des Schwarzwaldes. Um die Jahrtausendwende interessierten sich Adelsherrschaften für das ungerodete Land in unserer Gegend. Bedeutend für die Entstehung von Grafenhausen war das reichbegüterte Geschlecht der Grafen von Nellenburg, deren Stammburg in der Nähe von Stockach am Bodensee lag. In dem Grafengeschlecht sind Kaiser und Könige, ja sogar Papst Leo IX. zu finden.
| 1050 | Graf Eberhard III. von Nellenburg gründet das Kloster Allerheiligen in Schaffhausen | |
| 1050-1078 | Beginn der Gründung einer Siedlung in Grafenhausen durch Graf Eberhard III.. Das Grafengeschlecht versuchte die Expansionsbestrebungen des Klosters St. Blasien einzudämmen und den Einfluss einer eigenen Klostergründung Schaffhausens in dieser Gegend zu stärken. Die Gründung Grafenhausens schenkte er dem Kloster Allerheiligen. | |
| 1078 | Graf Eberhard III. stirbt. | |
| 1080-1085 | Abt Siegfried von Allerheiligen gründet in Grafenhausen eine Klosterzelle, ein Benediktinerinnenkloster als Tochterkloster des mächtigen Klosters Allerheiligen in Schaffhausen. Das Kloster wurde der heiligen Fides geweiht, das vermutlich an der Stelle der Grundschule stand. Beim Bau des Schulhauses stieß man auf einen Steinplattenweg, der zur Kirche führte. Es wurde vermutet, dass die "Cella ad St. Fidem'' dort unten stand - mindestens eine Erweiterung. Die Schwestern lebten nach der Regel des hl. Benedikt nach seinem Wahlspruch: Ora et labora - bete und arbeite. | |
| 1095 | Papst Urban II. bestätigt in einer Bulle am 8. Oktober 1095 den Besitz und das Kloster von Allerheiligen (Siegel einer Urkunde). In dieser Urkunde wird Grafenhausen erstmals erwähnt. Dort heißt es im Text: "In nigra silva in locis Gravenhusin et Schluochsee et monte Stouphin dictis." | |
| 1096 | Bischof Gebhard III. (1084-1111) von Konstanz weiht die Propstei Grafenhausen ein. Siedlung und Kloster wurden von einem Mönch als Vorsteher betreut. Aus der einfachen Klosterzelle und der Siedlung erhielt der Ort eine immer größere Bedeutung. Während die Grundherrschaft und geistliche Herrschaft im Besitz der Äbte von Allerheiligen blieben, lag die politische Hoheit über Grafenhausen bis 1285 beim Hause Nellenburg. | |
| 1125 | Zwischen dem mächtigen Kloster Allerheiligen und dem Kloster St. Blasien kommt es zu einem Streit über Grenzgebiete. | |
| 1164 | In einem neutralen Schiedsgericht wird der Grenzstreit beendet. Das Gericht bildeten die Äbte von Engelberg, Salem und Lützel. Das Grenzgebiet zwischen den beiden Klöstern ist der Kamm des Hohenstaufen. | |
| 1165 | Erwähnung eines Adelsgeschlechtes in Signau, eines Nikolaus von Signau. | |
| 1285 | Grafenhausen erhält das Stadtrecht. Noch 1471 wird der Stadtgraben genannt. Grafenhausen spielte eine bedeutende Rolle als Sitz eines Gerichtes, wo Urteile gesprochen und vollstreckt wurden. Das heutige Wappen der Gemeinde, das die Justitia mit Schwert, Waage und verbundenen Augen zeigt, erinnert an jene Zeit. Die über die Augen gelegte Binde will sagen, dass das Gericht nicht zu beeinflussen ist, also ohne Ansehen der Person ein Urteil gefällt wird. Das Haus des Grafen, das ihm als Wohnsitz während der Gerichtstermine gedient hat, dürfte dem Ort den Namen gegeben haben. Grundherrschaft und geistliche Herrschaft über Grafenhausen waren beim Kloster Allerheiligen bis im Jahre 1285 Graf Mangola von Nellenburg seine Rechte und damit auch die politische Hoheit an den Abt von Allerheiligen überstellte. | |
| 1289 | Erstmalige Erwähnung von Geroldshofstetten. Dem Namen nach muss Geroldshofstetten früher auch ein Adelsgeschlecht gehabt haben, denn mit Hofstätten waren immer besondere Rechte und Freiheiten verbunden. | |
| 1475 | Verlust der Stadtrechte. In diese Zeit fällt auch das Ende des Klosters in Grafenhausen, das fast 400 Jahre bestand. Mit der Auflösung des Klosters Allerheiligen in der Reformation fiel auch Grafenhausen an den Stadtstaat von Schaffhausen. | |
| 1524/25 | Wegen seiner Zugehörigkeit zu Schaffhausen berührte der Bauernkrieg 1524/25 Grafenhausen kaum. Allerdings machte Hans Müller von Bulgenbach als Führer des Stühlinger Aufstandes von sich reden. Er stammte aus dem Grafenhausener Ortsteil Bulgenbach. Sein Leichnam wurde in seinem Heimatort Bulgenbach beigesetzt. | |
| 1530 | Die Stadt Schaffhausen tauschte Grafenhausen und Birkendorf gegen die Ortschaften Schleitheim und Beggingen aus. | |
| 1582 | Grafenhausen fiel den Freiherren von Mörsperg zu, die in Bonndorf residierten. | |
| 1603 | Joachim Christoph von Mörsperg verkauft den Ort zusammen mit anderen Besitzungen an den Erbmarschall von Pappenheim. | |
| 1609 | Erbmarschall von Pappenheim verkauft Grafenhausen an das Kloster St. Blasien. | |
| 1612 | Seit 1612 unterstand Grafenhausen dem Kloster St. Blasien und wurde von dorther seelsorgerisch betreut. | |
| 1622 | Eine schwere Brandkatastrophe wütete in Grafenhausen, der neben einer Anzahl Häuser auch die Kirche und das Pfarrhaus zum Opfer fielen. Lediglich der markante Kirchturm mit den Eckquadersteinen überstand die Katastrophe. | |
| 1596-1625 | Abt Martin begann mit dem Bau einer neuen Kirche. Sie konnte vermutlich wegen des Dreißigjährigen Krieges erst 1656 eingeweiht werden. | |
| 1634 | Ab 1634 bekam der Ort auch die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) zu spüren, der Schrecken, Tod und Elend über den Ort brachte. Noch heute erinnern Schwedenkreuze an jene unheilvolle Zeit. | |
| 1687 | wütete die Pest. Ein Massengrab an der Friedhofsmauer mit Peststein gibt davon Zeugnis. Der sogenannte Peststein oder das Pestkreuz mit Totenkopf befindet sich in der südlichen Friedhofsmauer bei den Kindergräbern. Er erinnert noch an die Schrecken jener Zeit. | |
| 1791-1792 | Mit der Gründung der Brauerei Rothaus sorgte Fürstabt Martin Gerbert für eine wirtschaftliche Belebung der Gemeinde. | |
| 1803 | Im Reichsdeputationsbeschluß 1803 und der allgemeinen Säkularisation 1806 wurden in Deutschland alle geistlichen Herrschaften aufgehoben, so auch 1807 das Kloster St. Blasien. | |
| 1806 | Grafenhausen wird dem Großherzogtum Baden zugeordnet. |



