Mechthild von Magdeburg, 15. August

Mechthild von Hackeborn (1241-1299) in Händen das „Buch der besonderen Gnade“

Die Seele hat von Gott einen solchen Adel empfangen, dass ihn keine Kreatur ganz zu begreifen vermag.“
 
„Gott ist in der Tiefe meiner Seele tiefer als ich selbst.“
„Je mehr die Seele Gott liebt, desto mehr liebt sie auch alles, was er geschaffen hat“.
“Herr [Jesus] du bist mein Geliebter, meine Sehnsucht, mein fließender Brunnen, meine Sonne, und ich bin dein Spiegel."
„Herr [Jesus], liebe mich innig, und liebe mich häufig und lange! Denn je inniger Du mich liebst, desto reiner werde ich. Je öfter du mich liebst, desto schöner werde ich.“
 
Mystikerin

Namen
Mechthild; die machtvolle Kämpferin (althochdeutsch)
Namensvarianten: Mathilde, Maude, Mette, Tilde

Gedenktag
15. August

Lebensdaten
Geboren: um 1207 im Magdeburger Raum;
Gestorben 1282 in Helfta
 
Lebensgeschichte
Mechthild stammte aus einer vornehmen Familie und zeigt sich in ihren Schriften mit der ritterlichen Kultur gut vertraut.
 
Mit etwa zwölf Jahren setzten erste mystische Erfahrungen und das Verlangen ein, „in elender Niedrigkeit“ zu leben. Mit 20 Jahren verließ sie ihre Familie und lebte in einer Beginengemeinschaft (Frauengemeinschaft ohne Ordensregeln) in Magdeburg, wo sie auch Umgang mit den dort ansässigen Dominikanern hatte.
 
Ihr Bruder Balduin wurde Subprior der Dominikaner in Halle, und ein anderer Dominikaner. Heinrich von Halle, wurde ihr Beichtvater und Förderer wie Kritiker ihrer mystischen Werke, die sie ab etwa 1250 aufzuzeichnen begann.
 
Mechthild war in Magdeburg bekannt und als Ratgeberin gesucht sowie als Kritikerin besonders kirchlicher Missstände gefürchtet.
 
Weil in ihrem Fließenden Licht der Gottheit neben solchen kritischen Äußerungen erotische Metaphern aus dem Hohenlied zu finden sind und vor allem, weil Mechthild theologische Autorität beanspruchte (in ihrem Werk fanden zahlreiche Gedanken großer Lehrer wie Augustinus, Gregorius Magnus, Bernhard von Clairvaux, Hugo von St. Victor und Dionysius Areopagita Eingang) und deswegen nicht nur Anerkennung, sondern auch Ablehnung erfuhr, zog sie sich um 1270 ins Zisterzienserinnenkloster Helfta bei Eisleben zurück, wo die bedeutenden Mystikerinnen Gertrud von Helfta und Mechthild von Hackeborn noch von ihr Anregung erfuhren.
 
Am Ende ihres Lebens schwerkrank und fast blind, verstarb sie 1282 hochbetagt und hatte die insgesamt sieben Bücher des Fließenden Lichts der Gottheit vollendet, die ersten deutschsprachigen mystischen Aufzeichnungen und einer der Höhepunkte der Frauenmystik.
 
Darstellung: als Nonne, schreibend, mit Gnadenstrahl (Pfeil) ins Herz eindringend
 
(Quelle vgl. Bistum Augsburg)

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