Josef von Calasanz, 25. August


Gründer der ersten christlichen Volksschule in Europa und des Piaristenordens. 
 
Die Lehrer müssen für ihren Dienst geeignet sein und selbst eine gute Ausbildung erfahren haben. Daher lässt Josef die Mitglieder seiner Gemeinschaft bei den bedeutendsten Gelehrten seiner Zeit studieren.
 
„Letztlich ist Gott der Lehrer. Wer das Amt des Lehrers annimmt und es mit Eifer und Gewissenhaftigkeit ausüben will, braucht viel Liebe, größte Geduld und vor allem eine tiefe Demut.“

Namen
José Calasanz, auch: Josef von Calasanz
Bedeutung: Gott hat hinzugefügt (Hebräisch)
 
Gedenktag
 25. August

Lebensdaten
Geboren: 11. September 1556 oder 1557 in Peralta de la Sal, Provinz Huesca (Aragón);
Gestorben: 25. August 1648 in Rom.
 
Zeitgenossen
• Maria Magdalena Pazzi (1566– 1607) – Karmelitin und Mystikerin Ausdruck Florenz;
• Rosa von Lima (1586–1617) – Mystikerin und erste Heilige Amerikas Amerikas;
• Karl Borromäus (1538–1584) –  Erzbischof von Mailand, Reformator im Geiste des Konzils von Trient;
• Vinzenz von Paul (1581–1660) – Begründer einer umfassenden Armen- und Krankenfürsorge.
 
Lebensgeschichte
José de Calasanz Gastón war das jüngste von acht Kindern eines begüterten Landadligen und Dorfbürgermeisters, der seinem Sohn eine gute Ausbildung im benachbarten Trinitarierkolleg angedeihen ließ.
 
Als José mit 14 Jahren den Wunsch äußerte, Priester werden zu wollen, sträubte sich der Vater, weil er José für die Verwaltung der Familiengüter vorgesehen hatte. Doch José studierte Kirchenrecht und Theologie an den Universitäten von Lérida, Valencia und Alcalá de Henares und wurde 1583 zum Priester geweiht.
 
José diente den Bischöfen von Albarracín und Urgell als Berater, Sekretär und regionaler Generalvikar, bis er 1592 nach Rom reiste.  Kardinal Marcantonio Colonna, Direktor der Vatikanischen Bibliothek, nahm ihn in seine Dienste.
 
Viele römische Kinder waren infolge von Seuchen wie der Pest von 1595 verwaist, und Calasanz, der sich eigentlich nur sechs Jahre Zeit bis zu seiner Rückkehr gegeben hatte, nahm sich mit Gleichgesinnten ihrer schulischen Ausbildung an. Am 27. November 1597 unterstützte er in den Sakristeiräumen der Pfarrkirche Santa Dorotea in Trastevere die erste öffentliche und kostenlose Knabenschule Europas.
 
Aus dieser Grundidee entstand 1602 die Gemeinschaft der Regularkleriker von der „frommen Schule – Scholarum Piarum“, später kurz „Piaristen“ genannt. 1617 als Kongregation bestätigt und 1621 zum Orden erhoben, wurde die Gemeinschaft rasch größer und verbreitete sich besonders im heutigen Österreich.
 
Calasanz sorgte sich um die bestmögliche Ausbildung und näherte sich Gelehrten wie Galileo Galilei und Tommaso Campanella an. Der Lehrplan umfasste neben Lesen und Schreiben auch kaufmännisches Rechnen und die sich langsam entwickelnden Naturwissenschaften, wie Hydraulik, Ballistik, Kartografie und Uhrenherstellung. „Diese Wissenschaft und ihre Praxis sind sehr nutzbringend für die Armen. Sie finden so Aufnahme in Banken, Magazinen und anderen Bereichen des Geschäftslebens.“
Sein Interesse für diese neuen  Wissenschaften wurde aber beargwöhnt. 1642 wurde er deshalb angeklagt. Als gleichzeitig zutage kam, dass ein Ordensmitglied anbefohlene Schulkinder missbrauchte, Calasanz ihn aber ablösen lassen wollte, wurde der Orden 1646 ausgesetzt. Calasanz erlebte die Wiederrichtung 1656 nicht mehr. Er starb 1648 mit 92 Jahren und wurde in der Kirche San Pantaleo in Rom bestattet. Zu dieser Zeit besuchten bereits etwa 2000 römische Kinder seine Schulen.
 
Verehrung: Josef von Calasanz wurde 1748 selig- und 1767 heiliggesprochen.
 
1948 erklärte ihn Papst Pius XII. zum Patron der christlichen Volksschulen. 
 
Jedes Jahr am 27. November wird in Spanien der „Tag der Lehrer“ zu seinen Ehren und zum Gedenken an seine erste Gründung gefeiert. 
 
Der Orden der „Kalasantiner“, die „Kongregation für die christlichen Arbeiter vom heiligen Josef Calasanz“, wurde 1889 in Wien vom Piaristen und Arbeiterpriester Anton Maria Schwartz gegründet.
 
Darstellung: im Talar, von Kindern umringt. 

Patron: der Piaristen, der christlichen Volksschule
 
(Quelle vgl. Bistum Augsburg)
 

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