
Heilige Monika - Inzigkofener Altar, Jakob Strüb (1505)
Ehefrau, Mutter, Witwe
Name
Monika;
Bedeutung: von einer Lokalgottheit Monna, übertragen „die Mahnerin“, „die Einsame“ (lat.-griech.)
Namensvarianten:
Monique, Mona, Moni
Gedenktag
27. August
Lebensdaten
Geboren: 331/332 in Thagaste, Numidien (heute Souk Ahras, Algerien);
Gestorben im Herbst 387 in Ostia, der Hafenstadt von Rom (Italien).
Zeitgenossen
• Paula von Rom (347–404), Förderin des Mönchtums;
• Ambrosius von Mailand (um 339–397), Kirchenvater und Bischof;
Lebensgeschichte
Monika entstammte einer bereits christlichen, berberischen bzw. numidischen oder punischen Familie mit Landbesitz in Thagaste im heutigen Algerien. Ihr Name geht auf eine berberische Gottheit zurück, doch die punische Kultur trat zunehmend hinter der römisch-lateinischen zurück.
Erzogen wurde Monika – für die damalige Zeit nicht ungewöhnlich – von einer Haussklavin. Sie wurde mit einem Mann namens Patricius verheiratet, einem Verwaltungsangestellten der Römer, der jähzornig war und aus einer von Vielehe geprägten Tradition kam. Durch ihre freundliche Art und die Ruhe, mit der sie ihre Ansichten vortrug, gewann Monika seinen Respekt. Ihre Methode des Zuwartens, der Geduld und des Gebets – die sie übrigens auch verheirateten Freundinnen empfahl – zeigte Erfolg: Patricius nahm die Tugenden und den Glauben der Christen an und empfing kurz vor seinem Tod die Taufe.
Monika hatte drei Kinder, die das Erwachsenenalter erreichten: Augustinus, Perpetua und Navigius. Mindestens ein Enkelkind ist bezeugt: Adeodatus, der Sohn Augustins.
In der Erziehung ihrer Kinder – und besonders in der Förderung der Ausbildung und Laufbahn des hochbegabten Augustinus – wurde Monika von ihrem Mann nicht gehindert. Mit 22 Jahren brachte sie ihr erstes Kind, Augustinus, zur Welt; es folgten ein weiterer Sohn, Navigius, und eine Tochter, Perpetua.
Mit 39 Jahren wurde Monika Witwe und musste die Verwaltung der Familiengüter allein übernehmen. Die meiste Aufmerksamkeit schenkte sie Augustinus, dessen unruhiges Herz ihn auf der Suche nach der Wahrheit von einer Philosophie zur nächsten führte und ihn vom christlichen Glauben entfernte.
Unermüdlich betete Monika für ihren „Sohn vieler Tränen“ und stand auch ihrem Enkel Adeodatus bei. Als Augustinus nach Karthago ging, folgte sie ihm; ebenso begleitete sie ihn später nach Italien, nach Rom und Mailand, wo Augustinus Rhetorik-Professor wurde und den Höhepunkt seiner weltlichen Karriere erlangte.
Ihre Gebete führten schließlich zur Bekehrung von Augustinus der sich zum Empfang der Taufe entschied, nicht aber zu einer standesmäßigen Heirat, die Monika empfahl. Augustinus trennte sich von seiner Geliebten und empfing gemeinsam mit seinem Sohn Adeodatus und weiteren Freunden die Taufe durch Ambrosius, den Bischof von Mailand. Danach fasste er den Entschluss mit seiner Mutter, seinem Sohn Adeodatus und seinen Gefährten in seine Heimat Nordafrika, nach Thagaste zurückzukehren, um dort in Gemeinschaft mit ihnen als Christen in einer klösterlichen Gemeinschaft zu leben.
Monika blieb an der Seite ihres Sohnes. Von Ostia, der Hafenstadt Roms schifften sie sich nach Afrika ein. Wegen kriegerischer Unruhen verzögerte sich jedoch die Abfahrt. Während der Wartezeit erkrankte Monika und starb. Zwischen Mutter und Sohn kam es zu einem langen, tiefen Gespräch über Gott, die Wahrheit und das ewige Leben. Augustinus hielt dieses Gespräch später in seinem Buch der „Bekenntnisse - Confessiones“ fest (Bekenntnisse 9,10,23–27). Augustinus berichtet darin von seiner Mutter die zu ihm sagte:
„Mein Sohn, mir macht auf dieser Erde nichts mehr Freude. Was soll ich hier noch und warum bin ich noch hier, da meine Hoffnung für diese Welt ihr Ziel erreicht hat? Eins war es, weshalb ich noch zu leben wünschte: dich als Christen zu sehen, bevor ich sterbe. Dies hat mir mein Gott über mein Bitten hinaus geschenkt. Nun, da ich sehe, wie du das irdische Glück geringachtest und Gott dienst – was soll ich hier noch tun?“
Monika starb im Alter von 56 Jahren. Augustinus bestattet sie in Ostia Antica. Ort ihres Gabes befindet sich heute die Kirche Sant’Aurea.
Im Jahr 1430 wurden die Gebeine von Monika nach Rom übertragen in die Basilika Sant’Agostino in Campo Marzio.
Der Gedenktag Monikas wurde im Augustinerorden am 4. Mai gefeiert, dem Vorabend des Festes der Bekehrung ihres Sohnes und 1568 gesamtkirchlich ausgedehnt.
Durch die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils wurde der Gedenktag auf den 27. August verlegt, dem Vortag des Gedenktags von Augustinus.
Darstellung
Oft mit ihrem Sohn Augustinus, oder weinend, mit einem Krug für ihre Träne
Patronin
Der Ehefrauen und der um ihre Kinder besorgten Mütter, von Santa Monica, Kalifornien