Augustinus, 28. August
Gottsucher, Bekehrter, Philosoph und Theologe, Bischof, Kirchenlehrer und Kirchenvater

Hl. Augustinus; Sandro Botticelli (ca. 1480, Uffizien, Florenz)
„Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in Gott.“
„Die Menschen klagen darüber, daß die Zeiten böse sind: Hört auf mit dem Klagen. Bessert euch selber. Denn nicht die Zeiten sind böse, sondern unser Tun. Denn wir sind die Zeiten.“
„Der Mensch ist nicht nach dem zu beurteilen, was er weiß, sondern nach dem, was er liebt.“
Augustinus - Leben und Wirken kompakt erklärt (Video 10min)
Augustinus, kurz erklärt (Video 2‘)
Bekehrter, Philosoph und Theologe, Bischof, Kirchenvater
Namen
Augustinus: der Erhabene (lat.)
Gedenktag
28. August
Lebensdaten
Geboren: 13. November 354 in Thagaste, Numidien (heute Souk Ahras im Atlasgebirge in Algerien);
Gestorben: 28. August 430 in Hippo Regius, heute die Stadt Annaba, Algerien.
Lebensgeschichte
Über Augustinus’ Leben sind wir durch seine Autobiografie „Bekenntnisse sehr gut unterrichtet.
Er war Sohn eines heidnischen römischen Beamten, Patricius und einer christlichen Mutter, namens Monika, die numidischer Abstammung war. Sie erzog ihren Sohn im christlichen Glauben, doch ohne Taufe, der der Vater nicht zustimmte. Hochintelligent studierte Augustinus zunächst platonischen Philosophie und schloss sich der damals modischen Weltanschauung des Manichäismus an. Diese Weltanschauung lehrt die Unterscheidung zweier Naturen der Dinge bzw. Prinzipien sowie drei Epochen der Zeitgeschichte. Die beiden Naturen seien das Licht - das Gute - und die Finsternis - das Böse. Die drei Epochen der Geschichte sind: die vergangene Zeit, in der beide Naturen vollständig getrennt waren; die gegenwärtige - noch andauernde Zeit, in welcher der Bereich der Finsternis mit Lichtelementen vermischt ist; und schließlich die künftige Zeit, in der Licht und Finsternis endgültig getrennt sein werden. Aufgrund dieser Unterscheidung zweier absolut verschiedener und gegensätzlicher Prinzipien und der ihnen zugeordneten Reiche wird der Manichäismus als dualistische Weltanschauung bezeichnet.
Augustinus studierte in Karthago, der größten römischen Hafenstadt Nordafrikas - heute Tunis. Während dieser Zeit bekam er mit einer Lebensgefährtin einen Sohn, den er Adeodatus nannte.
Seine Karriere als Gelehrter führte ihn über Rom nach Mailand, der damaligen Residenz der Kaiser des West-Römischen Reiches. Sein Vater war inzwischen verstorben, Monika, seine Mutter aber reiste ihm nach. Unter ihrem Einfluss trennte er sich nach fünfzehn Jahren von seiner Gefährtin, lehnte es aber ab, eine ihm standesgemäße Ehe einzugehen.
Durch die Predigten des Bischofs Ambrosius von Mailand, der ihn mit seiner neuplatonisch inspirierten Theologie und Bibelauslegung zu einer persönlichen Gottesbeziehung in Jesus, dem Christus, dem menschgewordenen Sohn Gottes, führte, wandte er sich schließlich dem Glauben seiner Mutter zu. In der Osternacht des Jahres 387 empfing er zusammen mit seinem Sohn Adeodatus und einigen Freunden die Taufe durch Bischof Ambrosius.
Mit der Gruppe der Freunde beschloss er, zusammen mit seiner Mutter, in seine Heimat Thagaste zurück zu kehren um dort mit seinen Gefährten in einer klösterlichen Gemeinschaft zu leben und den christlichen Glauben tiefer zu studieren. Auf der Reise starb seine Mutter in Ostia, der Hafenstadt Roms. Als er im Jahr 391 in die etwa 100 Kilometer entfernte Stadt Hippo reiste, um einen Freund zu besuchen, klagte der dortige Bischof Valerius über den Mangel an Priester in seiner Diözese und über die Bedrängnis der Christen durch Irrlehren. Auf Vorschlag der Gläubigen wurde Augustinus von Valerius zum Priester geweiht, mit der Bedingung, später sein Nachfolger als Bischof von Hippo zu werden. Augustinus unserer seine Gefährten siedelten nun nach Hippo um und gründete im Garten neben der Kirche ein Kloster. Für ihr gemeinsames Leben verfasste Augustinus die erste Ordensregel in der westlichen Kirche.
Augustinus Predigten und Unterweisungen, verbunden mit seine umfassender Bildung und souveräner Rhetorik, machten ihn in Auseinandersetzungen mit den zahlreichen Religionen und Weltanschauungen seiner Zeit zu einem gefragten Redner. Im Jahr
395 wurde er – im Alter von 41 Jahren – Bischof von Hippo. In dieser Zeit verfasste er seine drei bedeutendsten Werke: Seine Autobiographie die „Confessiones“ (Bekenntnisse), „De Trinitate“ (Über die Dreifaltigkeit Gottes) und „De civitate Dei“ (Vom Reich Gottes).
Augustinus starb an einem Fieber am 28. August 430 im Alter von 76 Jahren während der Belagerung der Stadt Hippo durch die Vandalen, die das weströmische Reich überrannten. Er hinterließ das umfangreichste theologische Werk der ausgehenden Antike. Als Theologe und Philosoph wurde er zu einem der maßgeblichen Lehrer des Christentums bis in unsere Zeit.
Verehrung
Augustinus’ Gebeine wurden von Afrika nach Sardinien gerettet und ruhen heute in der Basilika San Pietro in Ciel d’Oro in Pavia.
1298 wurde er per Volksakklamation kanonisiert und zum Lehrer der Kirche erklärt.
Er zählt mit Ambrosius, Hieronymus und Gregor dem Großen zu den vier Kirchenväter der lateinischen Kirche.
Viele Ordensgemeinschaften leben nach seiner Regel.
In der Philosophie und Theologie sind seine Werke bis heute unverzichtbar.
Darstellung
als Bischof mit flammendem Herzen, mit Buch bzw. Bücher.
Patron
der Theologen