Rebekka, 30. August


Biblische Frau, „Traumfrau“, eine der Erz/Stamm-Mütter des Volkes Gottes
/ Israels. 
 
Eine Frau aus der Familie Abrahams, die bereit war wie Abraham auf Gottes Ruf hin ihre Familie und ihr Land (Mesopotanien) zu verlassen und in ein ihr unbekanntes Land und eine nicht absehbare Zukunft aufzubrechen um die Liebe ihres Lebens zu finden. 
 
Namen
Rebekka, Bedeutung; Große Geduld, Große Erwartung,  Kuh, Schlinge
 
Gedenktag
30. August

Lebensdaten
Rebekka ist die Schwester Labans, Tochter des Aramäers Betuël (Vergleiche Genealogie in Gen 22,23; 24,24–47) und Enkelin Milkas und Nahors (Abrahams Bruder, der in Mesopotamien geblieben ist). Sie ist die Großnichte Abrahams, die Nichte zweiten Grades und Frau Isaaks, des Sohnes Abrahams, und Mutter der Zwillinge Esau und Jakob.
 
In Genesis, Kapitel 24 wird erzählt, wie der hochbetagte Abraham seinen Knecht (vermutlich Elieser, Gen 15,2) zurück in das Land seiner Verwandtschaft schickt (gemeint ist die Stadt Harran in Syrien, heute Türkei), um dort für seinen Sohn Isaak (40) eine gottestreue Frau zu finden, denn er will nicht, dass sein Sohn eine Frau aus Kanaan heiratet, wo heidnische Götter verehrt werden.
 
Bei seiner spätnachmittäglichen Ankunft in Haran lagert der Knecht an einem Brunnen vor der Stadt, als die Frauen herauskommen, um dort Wasser zu holen. Unter ihnen ist auch Rebekka. Der Knecht bittet sie um einen Schluck Wasser aus ihrem Krug, woraufhin sie auch seinen Kamelen zu trinken gibt.
 
Dies ist das Zeichen für den Knecht, dass Rebekka die richtige Frau für Isaak ist, denn in einem Gebethatte er sich zuvor an JHWH mit der Bitte gewandt, dass sich die für Isaak bestimmte Frau so verhalten sollte (Gen 24,14). Quelle vgl. Wikipedia 
 
Lebensgeschichte
Der große Erzählzyklus über die Stammeltern des Volkes Israel/Gottes im Buch Genesis, der mit Abraham und Sara beginnt und bis hin zu Josef, dem zweitletzten der 12 Söhne Jakobs reicht, berichtet in exemplarischer Weise vom Leben einer Familie im Land, das Gott ihnen verheißen hat. Dabei ist weder das Bleiben im Land noch der Fortbestand der Familie gesichert, beides ist vielmehr immer wieder gefährdet. 
 
Die Bewahrung der Kontinuität als eine herausfordernde Aufgabe, was einen Israeliten/eine Israelitin ausmacht, wird durch diese Erzählung aus der Erzelterngeschichte des Volkes Israels dargestellt.  

Abraham und Sara sind alt geworden, sie leben immer noch als Fremde im Land, aber sie haben einen Sohn: Isaak, den Sohn ihres Lachens, auf dem ihre ganze Hoffnung ruht. Doch wie kann die Zukunft der Familie mit ihm weitergehen, wo soll er eine Frau finden, die in die Familie passt und deren Zukunft gestalten kann?
 
Aus dieser Frage nach einer „idealen Frau“ entwickelt Gen 24 eine lange Erzählung, die keine eindeutige Antwort gibt, sondern die erhoffte Frau aus unterschiedlichen Perspektiven schildert.
 
Das erste Bild der Frau entwirft Abraham, als er seinen Verwalter damit beauftragt, eine Frau für Isaak zu finden. Er legt genau fest, welchen Anforderungen die künftige Frau Isaaks entsprechen soll. Zwei Aspekte sind besonders wichtig: diese Frau soll aus der Familie Abrahams stammen und sie muss bereit sein, in das Abraham von Gott verheißene Land zu kommen.
 
Abraham erwartet damit von dieser Frau, dass sie genauso wie er selbst bereit ist, ihre Familie und ihr Land zu verlassen und in ein ihr unbekanntes Land und eine nicht absehbare Zukunft aufzubrechen.
 
Als der Verwalter Abrahams in der Gegend ankommt, wo dessen Verwandte wohnen, präsentiert uns die Erzählung seine Vorstellung von der richtigen Frau für Isaak. Anstatt direkt zu Abrahams Familie zu gehen und dort nach einer jungen Frau Ausschau zu halten, hofft er darauf, dass Gott die passende Frau bereits erwählt hat und er sie deshalb erkennen wird. Er entwirft in Gedanken eine Begegnung, die ihm Gewissheit geben soll. Er stellt sich vor, dass diese ideale Frau ihm am Brunnen entgegenkommt, ihm zu trinken gibt und freiwillig anbieten, auch seine Kamele zu tränken. Er erwartet nicht weniger, als dass diese junge Frau ihm seinen Wunsch von den Augen abliest und selbstverständlich zu dieser großen Anstrengung bereit ist.
 
Die erste Erwähnung Rebekkas in der Erzählung stellt sie als schöne junge Frau aus der Familie Abrahams vor, d. h. nach den Kriterien Abrahams wird sie bereits als eine mögliche Braut vorgestellt.
 
Bei der Begegnung mit dem Verwalter besteht die Spannung, ob Rebekka auch seine Kriterien erfüllt und ob er sie als mögliche Braut erkennt.
 
Rebekka besteht den Test – wie in einem Märchen – , und als der Verwalter erfährt, dass diese junge Frau aus der Familie Abrahams stammt, ist klar, dass er die richtige Frau für seinen Herrn Abraham bzw. für Isaak gefunden hat.
 
Im Anschluss an die Begegnung am Brunnen wird der Verwalter in das Haus der Familie Rebekkas eingeladen, er erzählt von seinem Auftrag und bringt sein Anliegen vor. Mit seiner geschickten Erzählung, in der er nicht nur den Reichtum Abrahams betont, sondern auch seine Begegnung mit Rebekka am Brunnen als göttliche Fügung darstellt, kann er die Familie rasch überzeugen, dem Wunsch Abrahams zuzustimmen und Rebekka als Frau für Isaak ziehen zu lassen.

Eine Frage aber ist noch offen: Ist Rebekka selbst auch bereit zu gehen? Ähnlich wie bereits im Gespräch Abrahams mit seinem Verwalter ist auch hier keine Rede davon, dass die Familien darüber bestimmt, ob Rebekka Isaaks Frau werden soll oder nicht. Es muss ihr eigener, freiwilliger Entschluss sein.
 
Als Rebekka gefragt wird, aber willigt sie sofort ein. Sie wird von ihrer Familie mit einem Segen verabschiedet, der ihr eine große Zukunft verheißt.
 
Von der Ankunft Rebekkas bei Isaak wird nur kurz berichtet. Aber es geht um einen wichtigen Punkt, nämlich die Entscheidung Isaaks selbst. Er stand in der Erzählung bislang ganz im Hintergrund, nun erfahren wir von ihm etwas, was sonst nur selten von Männern berichtet wird: Isaak gewann Rebekka lieb - Liebe auf den ersten Blick. Rebekka entspricht nicht nur den Vorstellungen Abrahams und seines Verwalters, sondern auch Isaaks Empfindung.

Aus der Perspektive des Mannes erweist sich Rebekka als seine „Traumfrau“: Sie ist ein Spiegelbild Abrahams. Sie stammt aus seiner Verwandtschaft. Sie zeigt denselben Mut und Glauben, sich auf Neues einzulassen.
 
Für den Verwalter ist Rebekka die ideale junge Frau, fleißig und hilfsbereit, die jeden Wunsch ohne zu zögern erfüllt.
 
Für ihre eigene Familie ist Rebekka  die Hoffnung auf eine große Zukunft.
 
Für Isaak wird sie zu seiner geliebten Frau.
 
Von Rebekka selber erfahren wir,   dass sie bereit ist den Mann anzunehmen, den sie noch gar nicht persönlich kennt. Im weiteren Verlauf der Erzählungen wird deutlich, dass sie die ihr zugedachte Rolle initiativ und mit viel Geschick ausfüllt. Ihre Tatkraft, ihr Weitblick, aber ebenso ihr Mut und Glaube, unkonventionelle Entscheidungen zu treffen, zeigen, dass sie die ihr zugedachte Rolle als „Traumfrau“ ausfüllt. Sie erweist sich als die erhoffte Schwiegertochter für Abraham und Mutter seiner Enkelkinder, die das Schicksal der Familie prägt und ihre Zukunft sichern wird. 

In der neuen Heimat wird sie die Frau des damals vierzig Jahre alten Isaak, der sie lieb gewinnt (Gen 25,20). Viele Jahre lang aber bleibt die Ehe wegen der Unfruchtbarkeit Rebekkas kinderlos.
 
Erst nach jahrelangem, inständigem Gebet Isaaks lässt Gott sie schwanger werden (Gen 25,21). Als Rebekka Zwillinge - Esau und Jakob - zur Welt bringt, ist ihr Mann Isaak bereits sechzig Jahre alt (Gen 25,26). 

Gen 25,25–26 erzählt, wie die Geburt der Zwillinge Esau und Jakob abläuft. Das Ungewöhnliche ist, dass Rebekka direkt das Wort an Gott richtet und von ihm die Verheißung über eine große Nachkommenschaft empfängt.
 
In einem Traum prophezeit Gott Rebekka, der ältere Sohn - Esau - werde dem jüngeren Jakob dienen müssen. Damit wird die Zukunft der von beiden abstammenden Völker vorgezeichnet.
 
Von Esau leitet sich das Volk der Edomiter her, von Jakob die Zwölf Stämme Israels.
 
In Gen 26 tritt das Motiv der Gefährdung der Ahnfrau auf, welches auch schon bei Abraham und Sara zu finden ist. Isaak verleugnet die Ehe mit Rebekka in Gerar (einer Philisterstadt - heute Gazastreifen) und gibt sie als seine Schwester aus, denn er hat Angst, um ihrer willen (wegen ihrer Schönheit) getötet zu werden.
 
Der Betrug wird erkannt, als Abimelech, der König der Philister, durch das Fenster beobachtet, wie beide miteinander umgehen. Abimelech stellt Isaak und Rebekka wider Erwarten unter besonderen Schutz. Später kommt es sogar zu einem Bund zwischen beiden.
 
In Gen 27 wird Rebekka, wie in Gen 24, als sehr aktive Frau vorgestellt. Sie verhilft ihrem jüngeren Sohn Jakob mit einer List dazu, den Erstgeburtssegen von seinem Vater zu erschleichen, indem er sich als sein Bruder Esau ausgibt. Sie verstößt damit gegen geltendes Recht, versucht aber auf der anderen Seite, der Verheißung Gottes Genüge zu tun bzw. mit ihnen mitzuwirken.
 
Quelle
vgl. 1) „Die Frau ihrer Träume“ ein Porträt von Susanne Gillmayr-Bucher, Professorin für Altes Testament, Katholische Privatuniversität Linz, 2019, 2); Wikipedia; und anderen
 
Patronin
Derer die heiraten wollen, eine Frau/einen Mann finden wollen. 
 
Quelle 

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