
Narcisa de Jesús Martillo Morán (1836-1869)
Jugendliche, Beterin,
„Mein Herz gehört Jesus, meine Hände den Armen.“
Erste Heiliggesprochene Ecuadors
Name
Narcisa de Jesús Martillo Morán;
Herkunft: weibliche Form von Narcissus.
Lebensdaten
Geboren: 29. Oktober 1832 in Nobol, Ecuador, 30 km nördlich von Guayaquil;
Gestorben: 8. Dezember 1869 in Lima, Peru im Alter von 37 Jahren.
Zeitgenossen
• Bernadette Soubirous (1844–1879), Seherin von Lourdes;
• Maria MacKillop (1842–1909), Ordensgründerin Australiens;
• Johannes Bosco (1815–1888), Jugendseelsorger;
• Gabriel von der Schmerzhaften Mutter (1838–1862), Passionist und Mystiker.
Gedenktag
Liturgie 30. August; Todestag 8. Dezember
Lebensgeschichte
Narcisa de Jesús Martillo Morán wurde am 29. Oktober 1832 im kleinen Weiler San José in Nobol, in der Pfarrei Daule, Ecuador, geboren. Diese Pfarrei war fast dreihundert Jahre lang von Dominikanerpatres betreut worden – ein geistliches Klima, das die Familie stark prägte. Narcisa war das sechste von neun Kindern von Pedro Martillo und Josefina Morán, Landbesitzern, die ihren tiefen Glauben an die Kinder weitergaben. Der Vater, ein tatkräftiger und kluger Mann, verehrte besonders die heilige Marianna von Jesus, die Schutzpatronin Ecuadors, und den heiligen Hyazinth von Polen, der im ganzen Land hoch geschätzt war.
Als Narcisa sechs Jahre alt war, starb ihre Mutter. Dennoch wuchs sie in einem reichen geistlichen Klima auf. Mit Hilfe einer Lehrerin und ihrer älteren Schwester erlernte sie Lesen, Schreiben, Nähen, Weben, Sticken und Kochen. Sie hatte ein besonderes Talent für Musik, spielte Gitarre und sang oft innige Lieder, die zum Gebet wurden. Ihr Gesang rührte die Herzen, weil er aus einer tiefen Innerlichkeit kam.
Schon im Kindesalter spürte sie ihre Berufung zur Heiligkeit. Mit sieben Jahren empfing sie das Sakrament der Firmung – ein entscheidender Moment, nach dem sie begann, regelmäßig Zeit im nahen Wäldchen in der Einsamkeit zu verbringen, um über Gottes Wirklichkeit zu meditieren. Ein Guayabo-Baum, unter dem sie oft betete, ist heute Ziel vieler Pilger. Später verwandelte sie sogar ein kleines Zimmer ihres Hauses in eine Hauskapelle. Inspiriert von der heiligen Marianna von Jesus beschloss Narcisa, ein Leben als Sühneseele zu führen: Buße, Fasten und Opfer, um sich mit dem leidenden Christus zu vereinen.
Sie war eine fröhliche, freundliche und zugleich ernste junge Frau: blond, blauäugig, von kräftiger Gestalt und großer Beweglichkeit. Ihre Nachbarn schätzten sie wegen ihrer Güte, Hilfsbereitschaft und ihres tiefen Glaubens. Sie war eine hervorragende Katechetin, die Kindern und Nachbarn das Feuer der göttlichen Liebe weitergab.
Als ihr Vater im Januar 1852 starb, war sie 19 Jahre alt. Sie zog nach Guayaquil, wo sie in der Nähe der Kathedrale bei einer Familie Unterkunft fand. Dort verdiente sie ihren Lebensunterhalt als Schneiderin, führte aber ein verborgenes Leben des Gebets und der Buße. Sie zog mehrmals um, um in stiller Abgeschiedenheit leben zu können, und blieb gleichzeitig immer offen für die Armen und Kranken. Ein geistliches Vorbild für sie war die selige Mercedes von Jesus Molina.
Auf Rat eines Franziskanerpaters suchte sie nach noch größerer Vollkommenheit und übersiedelte 1868 nach Lima in Peru. Dort lebte sie als Laienmitglied im Dominikanerkloster Patrocinio, in dem auch der heilige Johannes Macías gewirkt hatte. Hier erreichte ihr mystisches Leben eine große Intensität: Sie empfing außergewöhnliche Gnaden, trug jedoch zugleich schwere seelische Prüfungen und die Wundmale Christi.
Im Herbst 1869 erkrankte sie an Fieber. Trotz Schwäche setzte sie ihre strenge Lebensweise fort: Fasten, Buße und tägliche Kommunion. Sie bereitete sich mit einer Novene auf das Fest der Unbefleckten Empfängnis vor. Am 8. Dezember 1869, in weißer Kleidung, wie für eine Hochzeit mit Christus, verabschiedete sie sich von den Schwestern mit den Worten: „Ich gehe auf eine sehr weite Reise.“ Kurz darauf erfüllte ein wunderbarer Duft und Glanz ihr Zimmer. Die Mitschwestern fanden sie friedlich entschlafen im Alter von 37 Jahren.
Später wurde bekannt, dass Narcisa private Gelübde abgelegt hatte: ewige Jungfräulichkeit, Armut, Gehorsam, Einsamkeit, Klausur, Fasten, tägliche Kommunion und Buße. All dies hielt sie mit einer Treue, die Ärzte und Zeitgenossen gleichermaßen erstaunte, da sie mit so wenig Nahrung und unter so harter Askese überlebte. Ihr Körper blieb nach dem Tod lange geschmeidig und verströmte einen süßen Duft.
Verehrung
Schon bald verbreitete sich ihr Ruf der Heiligkeit. An ihrem Grab geschahen viele Gebetserhörungen. 1955 wurde ihr unverwester Leib nach Guayaquil überführt, wo er heute im Santuario de Narcisa de Jesús in Nobol verehrt wird. Von dort aus verbreitete sich ihre Verehrung über ganz Ecuador hinaus.
Narcisa wurde von Papst Johannes Paul II.1992 selig- und von Papst Benedikt XVI. 2008 heiliggesprochen. Ihr Gedenktag in der Liturgie ist der 30. August.
Sie wird beschrieben als eine mystische Lilie, die zu Füßen des Gekreuzigten in Ecuador gepflanzt und in Peru zur blühenden Vollendung gebracht wurde, uns geschenkt um durch das Geheimnis des Kreuzes den Weg der Heiligkeit zu wagen. Darstellung
Meist in schlichter weißer oder heller Bluse und dunklem Rock dargestellt, manchmal mit einem Schleier – entsprechend der Tracht einfacher Frauen im Ecuador des 19. Jahrhunderts.
Attribute:
Kreuz oder Kruzifix – Hinweis auf ihr mystisches Leben und ihre Vereinigung mit Christus.
Rosen oder Lilien – Zeichen ihrer Reinheit und ihres Beinamens „Lilie von Guayaquil“.
Nähzeug oder Handarbeit – Symbol ihrer Arbeit als Näherin, durch die sie ihren Lebensunterhalt und ihre Werke der Nächstenliebe sicherte.
Rosen oder Lilien – Zeichen ihrer Reinheit und ihres Beinamens „Lilie von Guayaquil“.
Nähzeug oder Handarbeit – Symbol ihrer Arbeit als Näherin, durch die sie ihren Lebensunterhalt und ihre Werke der Nächstenliebe sicherte.
Gestus: Häufig in Haltung der Anbetung oder im stillen Gebet vor dem Tabernakel.
Patronin
Ecuadors
Quelle
Vatican.va; Wikipedia und andere Seiten
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