Petrus Claver, 9. September

„Sklave der Schwarzen auf ewig.“
 
Unfassbar, was dieser Priester auf sich genommen hat, um den gequälten schwarzen Sklaven in der Fieberhölle Kolumbiens zu helfen - Pest, Cholera, Wolken von Moskitos, infernalischer Gestank usw.  Alles, weil er in den Sklaven Jesu Christi Brüder sah. 

Leo X. sagte über Petrus Claver: „Außer dem Leben Jesu hat mich kein anderer so tief beeindruckt wie das des großen Apostels Petrus Claver“. 
 
Ordenspriester, Missionar
 
Gedenktag
9. September

Lebensdaten
Geboren: Mitte Juni 1580 in Verdú, Provinz Lérida, Katalonien, Spanien; Gestorben: 9. September 1654 in Cartagena, Kolumbien. 
 
Lebensgeschichte
Pere Claver Corberó war der Sohn eines Oliven- und Weinbauern. Als  13-jähriger wurde er nach dem Tod seiner Mutter, in die Obhut eines Onkels, der Priester in Barcelona war gegeben.
 
Ab 1596 studierte er Philosophie am Jesuitenkolleg von Bélen und schloss sich 1602 dem Orden an. 1605 begegnete er auf der Missionsschule von Palma de Mallorca dem Klosterpförtner Alonso Rodríguez, der ihm den Gedanken eingab, sich der Missionsarbeit zu widmen.
 
1610 wurde Claver, den seine Ordensoberen abschätzig beurteilten, für die Indianermission in das neue Königreich von Granada (heutiges Kolumbien und Venezuela) entsandt. Er vollendete sein Theologiestudium in Santa Fé de Bogotá.
 
Vor seiner Priesterweihe 1616 lernte er in der Hafenstadt Cartagena den Jesuitenpater Alonso de Sandoval kennen, den Pionier der Seelsorgearbeit an den schwarzafrikanischen Sklaven, die zu Hunderttausenden angeschifft wurden. Dessen Einfluss führte dahin, dass Claver 1622 seine ewigen Gelübde mit „Petrus Claver, ӕthiopum semper servus – Sklave der Schwarzen auf ewig“ unterschrieb.
 
Pater Claver ließ sich stets im Voraus von der Ankunft eines Sklavenschiffs in Cartagena benachrichtigen und betrat es in Begleitung geeigneter Übersetzer – später erwarb das Jesuitenkolleg dazu eigens ausgesuchte Sklaven, die zu wichtigen Mitarbeitern wurden. Claver brachte Obst, Brot, Wein, Tabak und Branntwein an Bord, sorgte für medizinische Versorgung im Kolleg und führte die Sklaven mittels Katechesen in den Glauben ein. Bis etwa 1650 soll er 150.000 die Taufe gespendet haben.
 
Claver wirkte als Seelsorger vorrangig für die Sklaven, die er häufig besuchte und gegen ihre Besitzer in Schutz nahm.
Regelmäßig pflegte er die Aussätzigen im Leprosenhospital.
Sein geistliches Gebet verrichtete er nachts.
Pater Claver überlebte Sumpffieber und Pest, erkrankte jedoch 1650 an Parkinson und musste seine letzten vier Lebensjahre selbst gepflegt werden.
 
Zeitgenössische Heilige und Selige
Hl. Franz von Sales (1567–1622)
Bischof von Genf, geistlicher Schriftsteller und Lehrer, Mitbegründer der Salesianischen Familie (Visitandinnen).

Hl. Laurentius von Brindisi (1559–1619) Kapuziner, bedeutender Prediger und Theologe, einflussreicher Berater in kirchlichen und politischen Fragen.

Hl. Vincenz von Paul (1581–1660)
Gründer der Lazaristen und der Vinzentinerinnen, engagiert für Arme und Kranke, zugleich Zeitgenosse und fast genau gleich alt wie Peter Claver.

Hl. Joseph von Calasanz (1557–1648)
Gründer des Piaristenordens, besonders engagiert in der Erziehung armer Kinder in Rom.

Hl. Luis Beltrán (1526–1581)
Dominikaner-Missionar in Kolumbien – ein direkter Vorgänger von Claver im selben Missionsgebiet (wenn auch wenige Jahre früher verstorben, aber im gleichen Kontext).

Hl. Rosa von Lima (1586–1617)
Erste Heilige des amerikanischen Kontinents, Dominikanerterziarin in Peru, kontemplative Mystikerin.

Hl. Martin von Porres (1579–1639)
Zeitgenosse in Lima (Peru), Dominikanerbruder, bekannt für seine Demut, Wundertätigkeit und Nähe zu Armen und Kranken.

Hl. Johannes Eudes (1601–1680)
Gründer der Eudisten, geistlicher Erneuerer und Förderer der Herz-Jesu-Verehrung. 
 
Hl. Aloisius von Gonzaga (1568–1591)
Jesuit, Vorbild jugendlicher Reinheit, gestorben kurz vor Clavers Eintritt ins Jesuitennoviziat.

Sel. Mariana von Jesus de Paredes (1618–1645) „Lilie von Quito“, Mystikerin in Ecuador, lebte zeitgleich mit Claver in Südamerika.
 
Verehrung
Petrus Claver ist in der nach ihm benannten Jesuitenkirche von Cartagena, der Stadt, die ihn als ihren „Apostel“ ehrt begraben.
 
1851 selig- und 1888 heiliggesprochen, wurde er 1896 von Papst Leo XIII. zum Patron der „Mission unter Schwarzen“ ernannt.
 
In Kolumbien wird sein Gedenktag als Tag der Menschenrechte begangen.
 
Darstellung
als Priester mit schwarzen Sklaven
 
Patron
von Cartagena und der Mission unter Schwarzen

Quelle vgl. u.a. Bistum Augsburg; ?
 
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