Pulcheria, 10. September


„Frauen können das Machsystem ändern, wenn es ihnen gelingt, die Macht von der Logik der Herrschaft in die Logik des Dienstes, in die Logik der Fürsorge zu überführen“. (Franziskus)
 
Mit-Kaiserin, Jungfrau, Ehefrau
 
Namen
Aelia Pulcheria Augusta

Gedenktag
10. September
 
Lebensdaten
Geboren: 399 in Konstantinopel; Gestorben: 18. Februar 453 ebenda.
 
Zeitgenossen
• Melania die Jüngere (383–439) – römische Aristokratin die ihr Vermögen den Armen widmete, lebte in Jerusalem, zeitgleich mit Pulcheria.
• Augustinus von Hippo (354–430) – einer der bedeutendsten Kirchenväter, sein Tod fällt fast genau in Pulcherias frühe Regierungszeit.
• Cyrill von Alexandrien (um 376–444) – Hauptfigur des Konzils von Ephesus (431) das Pulcheria stark unterstützte.
• Leo der Große (Papst, † 461) – prägte die Kirche in Rom und das Konzil von Chalcedon (451), bei dem Pulcheria eine entscheidende Rolle spielte.
• Geneviève von Paris († um 502) – während Pulcherias Lebenszeit aktiv.
 
Lebensgeschichte
Als  ihr Vater Kaiser Arcadius im Jahr 408 starb, wurde ihr siebenjähriger Bruder Theodosius II. Kaiser des Oströmischen Reiches. Pulcheria, als neunjährige älteste Schwester, hatte aber früh großen Einfluss auf ihn.

Damit niemand durch eine Ehe mit Pulcheria Ansprüche auf die Regierung erheben konnte, lebte sie als Jungfrau (eine Selbstständigkeit des Frauseins die durch den christlichen Glauben offenbar wird). Sie erhielt den Titel Augusta. Damit wurde sie Mitregentin ihres noch unmündigen Bruders – Frauen durften nach römischem Verständnis grundsätzlich nicht herrschen –, der Bruder galt als Imperator bzw. Caesar oder Augustus an der Spitze des Reiches. Pulcheria standen aber nun kaiserliche Würden und Ehren zu. Sie regierte faktisch als „jungfräuliche Prinzessin“ das Oströmische Reich, indem sie ihren jüngeren Bruder Theodosius anleitete, bis dieser Ende 416 mündig wurde.
 
Nach dem Unfalltod ihres Bruders im Jahr 450 - durch einen Sturz von einem Pferd, spielte sie erneut eine Rolle bei der Regelung seiner Nachfolge. Sie heiratete – aus politischer Räson – den neuen Kaiser Markian, der so Anteil an der theodosischen Kaiserdynastie bekam. Pulcheria vollzog die Ehe aber nicht sondern lebte eine sogenannte keusche Josefsehe.
 
Pulcheria, als Christin setzte sich sozial gegenüber den Armen ein, denn seit der Mailänder Vereinbarung von 313 bzw. spätestens mit der Anerkennung des Christentums durch Kaiser Theodosius I. (380–391) waren die Christen nicht mehr verfolgt sondern zunehmend anerkannt und sogar gefördert sowie zunehmend gesellschaftlich prägend aber auch in der Herausforderung und in den Spannungen der multikulturellen, religiösen, sozialen und ethnischen Gegebenheiten.
 
Pulcheria  stand in Verbindung mit Bischof Cyrill von Alexandria (Ägypten), der ihr einige seiner theologische Schriften widmete und förderte die dann 424 erfolgte Gründung der Universität in Konstantinopel, die Einführung des Griechischen als einer Amtssprache und reformierte die Gesetzgebung.
 
421 arrangierte sie die Hochzeit ihres Bruders mit Athenaḯs, einer Frau heidnischer Herkunft, die auch bereit war, sich vor der Hochzeit taufen zu lassen.
 
Besondere Bedeutung erreichte die Einladung des Kaiserpaares an Papst Leo I. aus dem konkurrierenden bzw. feindlichen weströmischen Reich zur Teilnahme am Konzil von Chalcedon 451 einer der größten christlichen Kirchenversammlungen der Geschichte um die Kirche zu fördern. 
 
Verehrung
Die Väter des Konzils würdigten ihre Rolle als Verteidigerin des Glaubens. 

Quellen
Wikipedia, katholisch.de und Orthopedia. 
 
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