
Johannes Chrysostomus von Antiochia, Mosaik aus der Hagia Sophia in Konstantinopel (1000).
Gebet
Die Gnade ist aufgestrahlt aus deinem Mund gleich einer Fackel und hat den Erdkreis erleuchtet; ohne Geiz hat sie für die Welt Schätze hinterlegt, die Höhe der Demut hast sie uns gezeigt. Mit deinen Worten lehre uns Hl. Johannes Chrysostomos, bitte das Wort Christus Gott, unsere Seelen zu erretten.
Zitate
„Nichts ist so mächtig wie der Mensch, der betet.“
„Gott braucht keine goldenen Kelche, sondern goldene Menschen.“
“Das Buch der Bücher (Bibel) ist eine Quelle die beständig fließt und um so reichlicher sich ergießt, je mehr man daraus schöpft.“
„Wenn du den Leib des Herrn verehrt hast, verachte nicht den Leib derer die nackt sind. Wenn du den Altar in der Kirche ehrst, dann vernachlässige nicht jenen, der draußen nackt und arm ist. Der Altar in einen Kirche ist heilig, weil er den Leib Christi trägt; jener aber (der Armen) ist der Leib Christi selbst.“
Asket, Bischof, Prediger, Kirchenlehrer
Name
Johannes von Antiochia (seine Geburtsstadt), ab dem 6. Jahrhundert wird er ‚Chrysostomus‘ genannt, das bedeutet ‚Goldmund‘.
Gedenktag
13. September
Lebensdaten
Geboren 347 / 344 in Antiochien heute Antakya, Türkei, an der Grenze zum Libanon und Syrien;
Gestorben: 14. September 407 in Komana Pontika beim heutigen Tokat, in der Türkei 150 km südlich vom Schwarzen Meer.
Zeitgenossen
• Augustinus (354–430) – westlicher Kirchenvater; nahezu gleichaltriger theologischer Gigant.
• Hieronymus (347–420) – Bibelgelehrter und Übersetzer der Heiligen Schrift.
• Paula von Rom (347–404) – gelehrte Asketin und Mitarbeiterin des Hieronymus.
• Hieronymus (347–420) – Bibelgelehrter und Übersetzer der Heiligen Schrift.
• Paula von Rom (347–404) – gelehrte Asketin und Mitarbeiterin des Hieronymus.
• Olympias (um 368–408) – Diakonin und enge geistliche Freundin des Chrysostomus in Konstantinopel; sie unterstützte ihn während seines Konflikts mit dem Kaiserhof und blieb ihm auch im Exil verbunden.
• Melania die Jüngere (383–439) – römische Aristokratin, Asketin und Klostergründerin; sie verkörperte die große christliche Frauenbewegung des spätantiken Mönchtums.
• Melania die Jüngere (383–439) – römische Aristokratin, Asketin und Klostergründerin; sie verkörperte die große christliche Frauenbewegung des spätantiken Mönchtums.
Lebensgeschichte
Johannes war der Sohn eines hohen Offiziers, der gleich nach seiner Geburt starb. Seine einflussreiche Mutter namens Anthusa gab ihn in die Schule des bedeutenden Rhetors Libanios. Johannes wurde der Meisterschüler dieses nichtchristlichen Gelehrten, schloss sich jedoch dem Theologen Diodor von Tarsus an, empfing 369 mit 18 Jahren die Taufe und wurde 373 als Lektor in den antiochenischen Klerus aufgenommen.
Nach vier Jahren in einem Kloster und zwei Jahren Eremitenleben konnte er die Heilige Schrift auswendig. Als er krank wird und Pfleger brauchte, kehrte er nach Antiochia zurück. Dort wurde er 381 zum Diakon und fünf Jahre später zum Priester geweiht.
Aus seiner Zeit als Prediger an der Bischofskirche stammen die meisten seiner bald berühmten Ansprachen. Johannes fesselte seine Zuhörer besonders mit Gelegenheitspredigten zu bestimmten Stadtereignissen, die er mit gelungenen Metaphern und religiösen Bezügen versah.
Legendär waren seine zündenden Katechesen für Taufbewerber sowie seine zupackende Auslegung biblischer Bücher. Acht Homilien richteten sich „Gegen die Juden“, offenbar, weil diese an ihren hohen Feiertagen Synagogenbesuch von zahlreichen Christinnen bekamen. Für die Nachwelt war die Wirkung dieser Predigten über ihren eigentlichen Anlass hinaus jedoch antijudaistisch.
Johannes wurde auch wegen seines Auftretens gegen den Missbrauch der kirchlichen und staatlichen Autorität bekannt (Steuererhöhung).
397 wurde Johannes vom obersten Kammerherrn des Kaisers Arcadius, zum Patriarchen von Konstantinopel ernannt. Dort wirkte er segensreich in Seelsorge, Caritas und Mission. Als sich die Kaiserin Eudokia von seinen Predigten gegen das Luxusleben der Vornehmen am Hof persönlich angegriffen fühlte und durch Intrigen in der Reichshauptstadt sowie dem Streit der theologischen Schulen bzw. der Rivalität mit Alexandrien in Ägypten zum Opfer wurde, sorgte die Kaiserin bei der eigens einberufenen, sogenannten „Eichensynode“ 403 für seine Absetzung und Verbannung.
Weil eine Fehlgeburt der Kaiserin und ein Erdbeben aber als göttliche Sanktionen gedeutet wurden, durfte er wieder nach Konstantinopel zurückkehren, wurde aber zwei Monate später endgültig verbannt und an die äußerste Ostgrenze des Reichs verbracht.
Durch zahlreiche Briefe an seine Anhänger blieb er jedoch so einflussreich, dass er nach drei Jahren noch weiter weg verbannt wurde. Auf dem Marsch zu seinem neuen Exil am Schwarzen Meer starb er an Erschöpfung in Komana Pontika.
Verehrung
Johannes wurde in Komana Pontika bestattet und 30 Jahre später feierlich nach Konstantinopel umgebettet. Kreuzfahrer brachten 1204 seine Reliquien nach Rom. Papst Johannes Paul II. gab sie 2004 an die orthodoxe Kirche zurück. Seither liegen sie in der Istanbuler Georgskathedrale. Sein Schädel kam 1655 vom Berg Athos nach Moskau, wo er heute in der Christ-Erlöser-Kathedrale liegt.
Bedeutung
Johannes, dessen Beiname „Chrysostomus – Goldmund“ ist, wird mit Basilius dem Großen und Gregor von Nazianz als einer der vier Kirchenväter des Ostens bezeichnet. Augustinus, Hieronymus und Ambrosius waren bedeutende christlichen Zeitgenossen sowie, Hypatia die eindrucksvollste philosophische Zeitgenossin.
Chrysostomus galt als der größte Redner der Alten Kirche. Sein Spitzname Chrysostomos („Goldmund“) verweist auf seine rhetorische Brillanz. Seine Predigten waren nicht nur kunstvoll, sondern tief bibelbezogen und moralisch eindringlich.
Als Bischof und Patriarch von Konstantinopel (398–404) stand er neben Alexandrien, Jerusalem, Antiochia und Rom an einem der bedeutendsten Orte der Christenheit.
Er versuchte, die Kirche gegen Korruption und höfische Intrigen zu reinigen.
Seine Furchtlosigkeit gegenüber der Oberschicht brachte ihm Feindschaften ein. Er kritisierte Luxus, Missstände und Machtmissbrauch see Kaiserin Eudoxia und ihres Hofes, was zu seinem Sturz und mehrmaligen Exil führte.
Er legte die Bibel eher historisch und praktisch aus (Vertreter der Antiochenischen Schule im Gegensatz zur allegorischen Schule von Alexandria). Damit wurde er zu einem Vorbild nüchterner, seelsorgerlicher Schriftauslegung.
Chrysostomus wurde zum großen Lehrer der orthodoxen Kirche. Seine Liturgie (Liturgie des hl. Johannes Chrysostomus) ist bis heute die wichtigste Gottesdienstform der Eucharistiefeier der orthodoxen Christen.
Seine Schriften beeinflussten Augustinus und später mittelalterliche Theologen. Auch im Westen wird er als Kirchenvater und Heiliger hochverehrt.
Er gilt er als einer der „großen vier Kirchenväter“ (mit Basilius und Gregor von Nazianz und Gregor von Nyssa) der Ostkirchen.
Darstellung
als Erzbischof mit Evangeliar oder Schriftrolle, mit Bienenkorb, Engel, Taube, Pfanne oder Kelch
Patron
der Beter, Prediger, Dozenten
Quellen
vgl. Bistum Augsburg, Wikipedia, Orthopedia und andere