
Dienstmagd, die erste heiliggesprochene Christin Tirols
Namensbedeutung
Schützerin in Not (althochdt.)
Namensvarianten
Notburg
Gedenktag
13. September
Lebensdaten
Geboren: 1265 in Rattenberg bei Kufstein;
Gestorben: 14. September 1313 auf der Rottenburg bei Buch in Tirol.
Lebensgeschichte
Notburga war die Tochter eines Hutmachers und trat mit 18 Jahren als Magd in den Dienst der Herren von Rottenburg, den Hofmeistern der Grafen von Tirol. Sie war in allen ihren Tätigkeiten so vorbildlich, dass sie als „Schafferin“ allen anderen Mägden vorgesetzt wurde und die Schlüssel zu allen Truhen ausgehändigt bekam. Ihr wurde auch gestattet, die Speisereste an die Armen, Behinderten und Kranken vor der Burg auszuteilen.
Als der alte Schlossherr starb, untersagte man ihr diese Mildtätigkeit, worauf sie den Bedürftigen hinausbrachte, was sie sich selber vom Mund absparte – einmal zur Rede gestellt, was sie da in ihrem Korb trage, antwortete sie: „Holzspäne und Lauge“, was sich beim Aufdecken des Tuchs als wahr erwies. Trotzdem wurde sie vor die Tür gesetzt.
Eine neue Anstellung fand sie, als sie in der Rupertikirche in Eben am Achensee betete und ein Bauer sie als Magd engagierte. Dieser Bauer verlangte einmal, dass die Leute trotz des sonnabendlichen Feiertagläutens weiter das Getreide einholten, worauf Notburga „Feierabend!“ rief, ihre Sichel hochwarf und sie am darauffolgenden Montag vom Himmel wiedererhielt.
Nach fünf Jahren in Eben wurde Notburga von den Rottenburger Herren aufs Schloss zurückgeholt, wo sie ihre alte Stellung wieder einnahm und die Zusicherung erhielt, uneingeschränkt für die Armen tätig sein zu dürfen.
Nach ihrem Tod wollte Notburga dort begraben werden, wo ein Ochsengespann mit ihrem Leichnam anhalten werde. Natürlich brachten die Tiere sie zum Rupertikirchlein in Eben.
Verehrung und Brauchtum
Notburga, die einzige oder erst Heiliggesprochene Tirols, wird seit dem 15. Jahrhundert mit einer Wallfahrt zu ihrem Grab verehrt.
Seit 1735 ist ihr Skelett aufrecht am Hochaltar der Kirche aufgestellt, wofür in Sr damaligen Zeit ein besonderes Privileg durch die Kirche erforderlich war.
In Eben am Achensee findet an ihrem Gedenktag eine feierliche Notburgaprozession statt.
Am zweiten Septembersonntag wird österreichweit der Dirndlgwandsonntag in Verbindung mit Notburga als Patronin der Trachten- und Heimatverbände gefeiert.
Darstellung
mit Sichel / Sense, Schlüsselbund, Getreidegarben, Heugabel oder beim Austeilen von „Holzspänen und Lauge“
Patronin
der Bauern und Dienstmägde, des Feierabends, der Trachten- und Heimatverbände
Quellen
vgl. Bistum Augsburg, Wikipedia und andere