Kreuzerhöhung, Fest - 14.09.
Wir verkünden Christus als den Gekreuzigten … Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. (1 Kor 1,23–24)

Kreuzerhöhung, Konstantin und Helena mit dem Kreuz (postbyzantinische Ikone 16.–17. Jahrhundert, Byzantinisches und Christliches Museum, Athen).
Der Glaube breitet sich nicht mit der Macht der Welt aus, sondern mit der Weisheit des Kreuzes; nicht durch Strukturen, sondern durch Zeugnis. Und heute fragt der Herr aus der tönenden Stille des Kreuzes heraus auch dich: „Willst du mein Zeuge sein?“ (Franziskus 14.09.2023)
Helena, die Mutter von Kaiser Konstantin (250 - 18.8.330), suchte auf Golgota, dem Ort der Kreuzigung Jesu in Jerusalem nach dem Kreuz Jesu – und fand es nach der Überlieferung der Zeitgenossen.
Bischof Ambrosius von Mailand berichtet 395 in einer Predigt, das Kreuz des Herrn sei anhand der Tafel, der von Pilatus verfassten Aufschrift INRI identifiziert worden. Diese Tafel, auch Titulus genannt, wird heute in der römischen Kirche Santa Croce in Gerusalemme in Rom nicht weit vom Lateran aufbewahrt.
Im Mittelalter entsteht die Legende, dass zur Unterscheidung verschiedener Holzstücke die zum Kreuz Jesu gehörig erachtet wurden, das Stück als „echt“ erkannt wurde, bei dem beim Auflegen auf eine Tote diese wieder lebendig wurde. Daran habe man unter den drei ausgegrabenen Kreuzen das richtige erkannt.
Beim sogenannten Golgotafelsen in der Jerusalemer Grabes- und Auferstehungskirche befindet sich die Helena-Kapelle, die als Ort der Kreuzauffindung gilt.
Helena nimmt 325 Teile des Kreuzes und verschiedene Reliquien die mit der Kreuzigung in Verbindung stehen mit nach Konstantinopel; wenige bleiben in Jerusalem, wieder andere werden in andere Städte im Mittelmeerraum verbracht, darunter auch nach Rom.
In der Messing-Kugel auf der Spitze des Obelisken auf dem Petersplatz in Rom befindet sich ein Kreuzpartikel, desgleichen in der Konstantin-Säule in der Altstadt von Istanbul. Weitere bedeutende Stücke an Kreuz-Reliquien werden in Paris, Brüssel, Venedig, Heiligen Kreuz bei Wien in Limburg und an anderen Orten verehrt.
Im September 335 wurde die Grabes- und Auferstehungskirche in Jerusalem - von der heute nur noch ein Teil besteht - feierlich eingeweiht. Die Konstantinische Basilika umschloss sowohl den Golgotafelsen als auch das nahegelegene Grab Jesu. Einen Tag nach der Kirchweihe wurde am 14. September 335 dem ganzen Volk das aufgestellte (erhöhte) Kreuz zur Verehrung gezeigt. Dieses Ereignis ist die Geburtsstunde des Festes Kreuzerhöhung.
Biblisch wird die Kreuzigung Jesu mit dem Aufstellen einer Kupferschlange an einer Stage beim Auszug des Volkes Israel durch Mose in der Wüste Sinai als Heilszeichen in Verbindung gebracht: „Wenn nun jemand aus dem Volk der von einer Giftschlange gebissen wurde zu der Kupferschlange aufblickte, blieb er am Leben.“ (Num 21,9)
Bei den orthodoxen Christen ist das Fest Kreuzerhöhung eines der „Zwölf Großen Feste“ ihres Kirchenjahres.
In der Nähe der heutigen Knesset in Jerusalem erhebt sich ein wuchtiger Klosterkomplex mit der Kreuzkirche die von Helena gegründet worden sein soll. Sie markiert den Ort markieren, an dem der Baum stand, aus dessen Holz das Kreuz Jesu gefertigt wurde.