
Bischof, zweiter Begründer der Kirche in England
Name
Theodor oder Theo auch Theodor, Ted, Teddy, Tódor, Tošo, Fjodor, Bogdan; Bedeutung: Geschenk Gottes (griech.)
Gedenktag
19. September
Lebensdaten
Geboren: 602 in Tarsus (Kleinasien, Türkei);
Gestorben: am 19. September 690 in Canterbury, England.
Zeitgenossen
• Hilda von Whitby (614–680) – Äbtissin und bedeutende geistliche Lehrerin.
• Etheldreda von Ely (um 636–679) – Königin und Gründerin des Klosters Ely.
• Wilfrid von York (ca. 634–709) – Bischof von York, energischer Vertreter der römischen kirchlichen Tradition; mit Theodor zeitweise im Konflikt, später von ihm wieder versöhnt und unterstützt.
• Cuthbert von Lindisfarne (ca. 634–687) – Bischof, Mönch und Einsiedler; eine der bedeutendsten Gestalten der nordenglischen Kirche.
Lebensgeschichte
Der hochgebildete Kleriker Theodor war umfassend in Antiochien ausgebildet worden und im syrischen Kulturkreis zu Hause. Vor den persischen Sassaniden und der islamischen Eroberung floh er 637 nach Konstantinopel. Dort machte er sich mit der griechischen Kultur und Wissenschaft vertraut.
Der hochgebildete Kleriker Theodor war umfassend in Antiochien ausgebildet worden und im syrischen Kulturkreis zu Hause. Vor den persischen Sassaniden und der islamischen Eroberung floh er 637 nach Konstantinopel. Dort machte er sich mit der griechischen Kultur und Wissenschaft vertraut.
Um 660 lebte er im orientalischen Anastasiuskloster in Rom und vervollständigte seine Kenntnisse um die lateinischen, weltlichen wie kirchlichen Disziplinen und das Römische Recht.
668 baten die Könige von Kent und Northumbrien um einen Erzbischof für Canterbury aus Rom nachdem der ursprünglich dafür vorgesehene Kandidat während der Weihe einem Herzanfall erlegen war. Papst Vitalianus weihte Theodor zum Bischof und entsandte ihn nach England.
Theodor organisierte mit Hilfe des Heiligen Adrian die Bistümer nach dem römischen Vorbild und sorgte durch die Besetzung vakanter Ämter für die Einheit der Kirchen mit Rom.
Auf der Synode von Hertford 673 setzte er gegen abweichende Traditionen den Osterfesttermin der römischen Kirche durch, stärkte die bischöfliche Autorität gegen Kleinkönige und machte die Wandermönche sesshaft.
678 setzte er den mächtigen Bischof von York ab und gründete in dessen riesigem Einflussgebiet Diözesen vernünftiger Größe. 679 konnte er den Friedensschluss zwischen den Königreichen von Northumbrien und Mercia vermitteln, was ihm die Anerkennung der gesamten britischen Insel lange vor deren Einigung sicherte.
Mit der Gründung einer Kathedralschule in Canterbury sorgten er sowie der Abt der Abtei St. Peter für die Ausbildung der Geistlichen und damit für das Ansehen des Klerus. Die umfassend als Theologen, Künstler und Wissenschaftler ausgebildeten Absolventen dieser Schule wurden als Benediktineräbte im ganzen Land eingesetzt und setzten sich für die Einheit der Kirche ein.
680 und 684 berief Theodor weitere Synoden ein, um die Kirche in England gegen den Irrglauben zu stärken, dass Jesus Christus trotz seiner menschlichen und göttlichen Naturen nur einen, göttlichen Willen gehabt hätte (Monotheletismus).
Es war Theodors Verdienst, dass die angelsächsische Kirche eine solche Blüte erlangte, dass sie die Kraft hatte, auf das europäische Festland auszustrahlen.
Verehrung
Theodor gilt nach Augustinus von Canterbury als zweiter Gründer der Kirche von England. Er starb im hohen Alter von 88 Jahren nach 22-jähriger Amtszeit und wurde in der Peterskirche von Canterbury bestattet.