
Ich unterließ es nie, mein Herz Gott zu schenken, abends und frühmorgens.
Name
Maria Wilhelmina Ämilia de Rodat kurz Wilma: weibliche Form von Wilhelm, willio/willo=der Wille; helm=der Helm, der Schutz
Namensvarianten:
Wilhelmine, Wilhelmina, Wilhelma, Wilma, Vilma, Helma
Gedenktag
19. September
Lebensdaten
Geboren: am 6. September 1787 auf Schloss Druelle (Frankreich);
Gestorben am 19. September 1852 in Villefranche-de-Rouergue (Frankreich).
Gestorben am 19. September 1852 in Villefranche-de-Rouergue (Frankreich).
Lebensgeschichte und Bedeutung
Wilhelmine war eine leichtlebige Tochter des Grafen de Rodat. Angesichts einer Fronleichnamsprozession machte sie mit 18 Jahren eine spontane Wandlung durch. Ihren Wunsch, in ein Kloster einzutreten, konnte sie zunächst nach vier Versuchen nicht verwirklichen, da man ihn nur für eine Laune hielt. Doch Wilhelmine gab nicht auf, der Bruch mit dem bisherigen Leben war endgültig. So begann sie auf eigene Initiative hin, gemeinsam mit drei anderen Mädchen, in ihrem Haus verwahrloste Kinder zu unterrichten. Die jungen Frauen, denen sich bald andere anschlossen, machten auch Hausbesuche bei einsamen Menschen und widmeten sich immer mehr der Hauskrankenpflege. Sie besuchten Gefangene und nahmen sich ungewollt schwanger gewordenen Frauen und Prostituierten an.
Aus dieser anfangs rein privaten Tätigkeit entwickelte sich in der südfranzösischen Stadt Villefranche das "Institut von der Heiligen Familie", dessen erste Oberin Wilhelmine de Rodat wurde.
Die Tätigkeit wurde auf die Pflege von Frauen, Waisen und Alten ausgeweitet. 1835 wurde in Figeac bei Cahors das erste klösterliche Haus eröffnet, 1840 kam die Arbeit für Strafgefangene hinzu, 1841 in Villefranche-de-Rouerguedie erste Einrichtung für Kleinkinder und eine Hilfsorganisation für Prostituierte.
In schweren Prüfungen erwies sie sich Wilhelmine als starke Frau, die in der letzten Lebensphase aufgetretene Krebskrankheit ertrug sie duldsam. 1850 veröffentlichte sie ihr geistliches Testament und ließ viele an ihrem Glauben teilhaben.
Verehrung
Seligsprechung 1940 durch Papst Pius XII. und Heiligsprechung 1950 durch denselben Papst.
Der Orden ist heute in Frankreich, Italien, Belgien, Spanien, England und Irland, im Libanon und in Ägypten, in Brasilien, Bolivien und Argentinien, der Elfenbeinküste und im Senegal, auf den Philippinen und in Indien ausgebreitet und mit rund 480 Schwestern tätig.