
Nachbildung des Heiligen Mauritius im Museum zum Magdeburger Dom, Original (1240/50) einer eindrucksvollen, frühen Darstellung eines dunkelhäutigen Menschen in der westlichen Kunstgeschichte.
„Wir sind bereit, Feuer, Folter und das Schwert auf uns zu nehmen. Wir bekennen uns aber als Christen, und Christen verfolgen können wir nicht".
Heiliger Mauritius, du tapferer Soldat und treuer Zeuge Christi, du hast dich entschieden, Gott mehr zu gehorchen, als dem falschen Befehl des Kaisers zu folgen. Du und deine Gefährten habten gezeigt, dass ihr lieber Unrecht erleidet als Unrecht tut.
Betet zu Christus für uns, Gott in allem zu erkennen, Versuchungen zu widerstehen, das Gute zu tun und dem Bösen mutig zu widerstehen.
Der Name Mauritius, Moritz oder Mohr leitet sich vom griechischen Wort mauros ab was dunkel, schwarz bedeute und auch Menschen aus (Nord-) Afrika meint, wie das lateinische Wort nigra schwarz, dunkel bzw. Neger und wurde zum Eigennamen: Mauritius, Maurice, Moritz. Die Verpönung der Bezeichnung von dunkelhäutigen Menschen aus Afrika als Neger oder Mohr als rassistisch ist unsinnig.
Name
Mauritius; Bedeutung: Schwarzer, Mohr (griech.-lat.)
Namensvarianten: Maurice, Moritz, Maurus, Maurits, Maurizio, Mór, Morris, Maurin, Mohr
Namensvarianten: Maurice, Moritz, Maurus, Maurits, Maurizio, Mór, Morris, Maurin, Mohr
Gedenktag
22. September
Lebensdaten
Geboren: vermutlich im Sudan;
Gestorben: um 302 im heutigen Saint-Maurice im Wallis am Unterlauf der Rhone (Schweiz) vor der Einmündung in den Genfersee.
Gestorben: um 302 im heutigen Saint-Maurice im Wallis am Unterlauf der Rhone (Schweiz) vor der Einmündung in den Genfersee.
Zeitgenossen
• Helena (ca. 248–328) – Mutter Kaiser Konstantins und Förderin des Christentums.
• Eulalia von Mérida (ca. 292–304) – junge spanische Märtyrin.
• Victor von Marseille († ca. 303) – römischer Soldat und Märtyrer.
• Sebastian († ca. 288) – römischer Soldat und Märtyrer.
• Eulalia von Mérida (ca. 292–304) – junge spanische Märtyrin.
• Victor von Marseille († ca. 303) – römischer Soldat und Märtyrer.
• Sebastian († ca. 288) – römischer Soldat und Märtyrer.
Lebensgeschichte
Mauritius war der Überlieferung nach der Befehlshaber (Primicerius) der Thebäischen Legion, eine römische Heereseinheit, deren Söldner mehrheitlich aus Mittelägypten (Theben) und aus dem Sudan rekrutiert wurden und vielfach Christen waren. Kaiser Maximian sandte sie um 300 über die Alpen um einen gallischen Aufstand niederzuschlagen. Der Auftrag erfolgte in einer Zeit von mehreren Christenverfolgungen. Darum verlangte der Kaiser von den Soldaten an Opferzeremonien zu Ehren des Kaisers als Gottheit teilzunehmen. Als die christlichen Legionäre um Mauritius das Ritual ablehnten und auch die Beteiligung an der Verfolgung der Christen aus Gewissensgründen verweigerten, ließ der Kaiser die gesamte Legion im schweizerischen Acaunum (Saint-Maurice im Wallis) dezimieren. Jeder zehnte Soldat wurde zur Strafe und Drohung für alle anderen exekutiert bis die Befehlskette - der Gehorsam - wieder hergestellt sei. Weil sich aber alle Legionäre weigerten, wurden sie schließlich alle hingerichtet.
Zur Begründung den Befehl des Kaisers zu verweigern sagte Mauritius: „Wir sind deine Soldaten (milites), Kaiser, dennoch Diener (servi) Gottes, wozu wir stehen. Dir schulden wir den militärischen Dienst, Gott aber einen unbescholtenen Lebenswandel.
Von dir erhalten wir den Sold für die Strapazen des Kriegsdiensts, von Gott empfangen wir den Anfang unseres Lebens. Wir können dem Kaiser nie und nimmer darin folgen, dass wir den Schöpfer (auctor) verleugnen sollen, Gott, der jedenfalls unser Schöpfer (auctor) ist, Gott, der auch, ob es dir passt oder nicht, dein Schöpfer (auctor) ist. Wenn wir nicht zu Ungerechtem gezwungen werden, uns gegen ihn zu versündigen, werden wir dir weiter gehorchen, wie wir es bisher getan haben; andernfalls werden wir eher ihm als dir gehorchen.
Wir stellen dir unsere Hände gegen jeden beliebigen Feind zur Verfügung, sie aber mit dem Blut Unschuldiger zu besudeln halten wir für einen Frevel. Unsere Arme und Hände wissen gegen Gottlose und Landesfeinde zu kämpfen, Gottesfürchtige und Mitbürger zu massakrieren können sie aber nicht.
Wir sind uns bewusst, dass wir den Waffendienst zum Nutzen unserer Mitbürger angetreten haben, nicht zu ihrem Schaden. Wir haben immer für Gerechtigkeit, Gottesehrfurcht und das Wohl der Unschuldigen gekämpft. Das war bis jetzt für uns die Belohnung für den gefährlichen Einsatz.
Wir haben für den Glauben (fides) gekämpft; wie aber werden wir dir gegenüber vertrauenswürdig bleiben, wenn wir unserem Gott gegenüber wortbrüchig werden?
Wir haben zuerst auf die göttlichen Gebote (sacramenta divina) geschworen, als zweites haben wir auf die königlichen Gebote geschworen; nie und nimmer wäre die zweite Verpflichtung glaubwürdig, wenn wir die erste nicht einhalten würden.
Du befiehlst uns, dass durch uns Christen aufgespürt werden sollen, um sie der [ungerechten] Bestrafung zuzuführen; ab heute brauchst du keine Christen mehr aufzuspüren; hier stehen wir [Christen] dir zur Verfügung, die wir uns zu Gott dem Vater, dem Schöpfer aller Dinge bekennen, und wir glauben an die Göttlichkeit seines Sohnes Jesus Christus.
Wir waren Augenzeugen, wie unsere Gefährten, die mit uns die Strapazen
und Gefahren des Kriegsdienstes teilten mit dem Schwert [unschuldig] hingemetzelt wurden, und sind dabei selber mit ihrem Blut bespritzt worden; und doch rief der Tod unserer hochheiligen Mitkämpfer und die Bestattung unserer Brüder bei uns keine Tränen, keinen Schmerz hervor; vielmehr hielten wir Lobreden auf sie und gaben ihnen freudestrahlend das Geleit, weil sie ja für würdig befunden worden sind, für ihren Herrn und Gott zu leiden.
Und auch jetzt hat uns die äusserste Todesnot nicht in die Rebellion getrieben; und selbst das was in Gefahrensituationen der stärkste Antrieb ist, die Verzweiflung, hat uns gegen dich, Kaiser, nicht zum Kampf gerüstet. Siehe, wir haben Waffen in der Hand und leisten keinen
Widerstand, weil wir viel lieber sterben als töten wollen, weil wir es vorziehen, ohne Schuld das irdische Leben zu verlieren, als schuldbeladen weiterzuleben.
Wenn du, Kaiser über das Bisherige hinaus noch etwas gegen uns anordnen willst, wenn du einen weiteren Befehl erteilen, wenn du etwas weiteres in Anwendung bringen willst: wir sind bereit, Feuer, Folterung, das Schwert auf uns zu nehmen. Wir bekennen uns aber als Christen, Christen verfolgen können wir aber nicht." (Quelle: Eucher. pass. Acaun. 9, 2-19)
Verehrung
Die Angehörigen der Söldner, unter anderen die Heiligen Verena, Felix und Regula suchten den Ort des Martyriums auf. Im Jahr 380 wurde für die aufgefundenen sterblichen Überresten (Reliquien) eine Kirche errichtet, und am Großen Sankt Bernhard-Pass, an der Straße von Italien nach Gallien setzte eine Wallfahrt ein.
Im Jahr 515 entstand die Abtei Saint-Maurice d’Agaune, das ältestes ständig besiedelte Kloster Westeuropas. Es beherbergt heute den größten Kirchenschatz (Erinnerungsstücke der Verehrung) in der Schweiz.
Der ab dem 5. Jahrhundert in ganz Gallien und bald darauf auch in Germanien verbreitete Kult der thebäischen Legion verlagerte sich immer mehr auf den heiligen Mauritius (Moritz).
Besonders die Ottonen - die Nachfolger Kaiser Ottos - verehrten den heiligen Moritz mit seiner heiligen Lanze (die Legende interpretierte diese zur Lanze mit der das Herz Jesu am Kreuz durchstochen wurde) die zum Siegeszeichen der Schlacht gegen die Hunnen auf dem Lechfeld (955 bei Ulm) wurde und die zu den Reichskleinodien (Ehrenzeichen) gehört.
Bischof Ulrich von Augsburg reiste eigens nach Rom, um für die Stadt Augsburg Reliquien zu erwerben, was zum Ursprung der Moritzkirche in der Augsburger Innenstadt wurde.
Bischof Ulrich von Augsburg reiste eigens nach Rom, um für die Stadt Augsburg Reliquien zu erwerben, was zum Ursprung der Moritzkirche in der Augsburger Innenstadt wurde.
Die bedeutendste Darstellung Mauritius befindet sich als Sandsteinskulptur im Magdeburger Dom die um 1240 geschaffen wurde sowie eine historische Nachbildung im Dommuseum.
Die Verehrung Mauritius hat durch die Rassimusdebatte neue Bedeutung bekommen so z. B. in Coburg in Bayern, das den Kopf des „Mohren“ im Stadtwappen trägt. Für die Nationalsozialisten, passte ein „Mohr“ - ein Schwarzer oder Farbiger ebenso nicht nach Deutschland. Sie ließen den Mauritius entfernen, der erst nach dem Zweiten Weltkrieg durch Beschluss der Stadtverwaltung zurückkehrte. Auch heute wollen wieder einige den „Coburger Mohren“ entfernen lassen. Derzeit sind die Unterstützer des alten Wappens in der Mehrheit.
Darstellung
Als Soldat, Offizier oder Ritter mit Lanze und Fahne, als dunkelhäutiger „Maure“ (Mohr, Afrikaner)
Patron
Der Kantone Wallis und Appenzell, von Coburg und Wiesbaden, Ingolstadt, des Klosters Niederaltaich, Mitpatron des Bistums Magdeburg, Patron der Färber, Glasmaler, Hutmacher, Kaufleute, Messerschmiede, Soldaten, Tuchmacher, Wäscher, Waffenschmiede, Pferde und Weinstöcke, als Helfer in Kämpfen, bei Gicht und Besessenheit
Quellen
Bistum Augsburg, Wikipedia, heiligenlexikon.de und andere