
Wenzel (907-935); Votivgemälde von Erzbischof Jan Očko von Vlašim circa 1370
Der besiegte Unschuldige hat wie Christus am Kreuz, den grausamen Sieger besiegt, und das Blut des Märtyrers hat nicht Haß und Rache hervorgerufen, sondern Vergebung und Frieden.
Nur wer im Herzen die heilige „Gottesfurcht“ bewahrt, hat auch Vertrauen in den Menschen und setzt sein Leben für den Aufbau einer gerechten und brüderlichen Welt ein. (Benedikt XVI. 29.9.2009)
Fürst, Märtyrer, Identifikationsgestalt für das tschechische Volk.
Name
Wenzel; Bedeutung: der Ruhmgekrönte (slaw.)
Namensvarianten: Wenzeslaus, Wenzlaff, Václav, Vaček, Vjačeslav
Gedenktag
28. September
Lebensdaten
Geboren: 908 in Stochov (40 km westlich von Prag), gestorben, Gestorben: ermordet am 28. September 929 in Brandeis an der Elbe - Altbunzlau (30 km nordöstlich von Prag).
Zeitgenossen
• Kyrill (827–869) – Bruder von Methodios, Begründer der slawischen Schrift. Seine Mission wirkte direkt in den Raum Böhmens hinein.
• Methodius (815–885) – Apostel der Slawen, Bischof von Mähren. Einflussreich für die Christianisierung Böhmens, prägend für Wenzels Glaubensumfeld.
• Methodius (815–885) – Apostel der Slawen, Bischof von Mähren. Einflussreich für die Christianisierung Böhmens, prägend für Wenzels Glaubensumfeld.
• Ulrich von Augsburg (890–973) – Bischof, Verteidiger gegen die Ungarn, bedeutender Kirchenmann im deutschen Reich. Ein direkter Zeitgenosse Wenzels.
• Adalbert von Prag († 997) – zweiter Bischof von Prag, Märtyrer in Preußen. Jünger als Wenzel, aber von seiner Glaubenspolitik beeinflusst.
• Ludmilla von Böhmen (ca. 860–921) – Wenzels Großmutter und christliche Erzieherin.
• Mathilde von Ringelheim (ca. 895–968) – deutsche Königin und Förderin von Klöstern und Armen.
• Ludmilla von Böhmen (ca. 860–921) – Wenzels Großmutter und christliche Erzieherin.
• Mathilde von Ringelheim (ca. 895–968) – deutsche Königin und Förderin von Klöstern und Armen.
Lebensgeschichte
Václav, der älteste Sohn des Přemyslidenfürsten Vratislav I., wurde mit sieben Jahren von seinem Vater als Initiationsritual geschoren um einmal in die Nachfolge des Vaters zu treten.
Der Fürstensohn erhielt eine für seine Zeit und seinen Stand ungewöhnliche Ausbildung: Er lernte lesen. Seine Lehrer waren seine Großmutter Ludmilla und ein Priester namens Učeň, der ihm auf Burg Budeč beibrachte, den Psalter, das Gebetbuch der Kirche auswendig zu lernen.
Wenzel sollte sogar slawische, lateinische und sogar griechische Bücher verstehen. Seine „Gelehrsamkeit“ erregte bei den Stammesführern Anstoß, da sie - die Religion der Franken zu christlich war. Beim Tod seines Vaters im Frühjahr 921 war Wenzel etwa 13 Jahre alt. Die Stammesversammlung erhob ihn zum Fürsten, eigenständig regieren konnte er aber noch nicht. Die Regentschaft übernahm seine Mutter Drahomíra, die Erziehung Wenzels und seines Bruders Boleslav übertrug der Stamm jedoch der Großmutter Ludmilla. Bald kam es zum Streit zwischen den beiden Frauen. Ludmilla wurde am 16. September 921 von Gefolgsleuten ihrer Schwiegertochter ermordet. Drahomíra führte die Regentschaft noch weitere drei oder vier Jahre fort. Erst 924 oder 925 war Wenzel alt genug, um die Regierungsmacht selbst zu übernehmen.
Als er die Regentschaft des Stammes übernahm vertrieb er seine Mutter und ließ die Gebeine seiner Großmutter nach Prag überführen.
Er heiratete – der Name der Frau ist nicht bekannt – und bekam außerdem mit einer Nebenfrau einen Sohn namens Zbraslav.
Im Zentrum des Prager Burgfelsens, über der Brandopferstelle und dem Steinthron den alle böhmischen Fürsten noch im Hochmittelalter bei Amtseintritt besteigen mussten, errichtete Wenzel ein Bauwerk, aus der die Veitskathedrale entstehen sollte. Mit dieser Handlung gab er dem Land, in dem es nur einige wenige Priester aus Bayern und Mähren gab, einen entscheidenden Anstoß in Richtung Christentum.
Sei es nun deswegen oder weil er sich allzu diplomatisch dem sächsisch-fränkischen König Heinrich dem Vogler mit Tributzahlungen unterwarf – wurde er 929 auf dem Weg zum Gebet von seinem Bruder Boleslav mit dem Schwert attackiert und von Anhängern Boleslavs erschlagen.
Verehrung
Ende der 960er Jahre ließ Boleslav die Reliquien seines bereits verehrten Bruders in die Veitskirche überführen, um von Rom ein eigenständiges Prager Bistum zu erhalten.
Um 970 begann in Regensburg seine liturgische Verehrung und die ersten Kirchen wurden ihm geweiht.
Die Verehrung erreichte im 14. Jahrhundert einen Höhepunkt mit der Wenzelskapelle von Peter Parler im Veitsdom ohne die amtliche Heiligsprechung abzuwarten, die erst 1729 erfolgte.
Der Prager Wenzelsplatz war seit dem 19. Jahrhundert Schauplatz aller Demonstrationen, die für die Staatlichkeit Tschechiens ausschlaggebend waren.
Seit dem Jahr 2000 ist der Gedenktag des hl. Wenzel Nationalfeiertag.
Seit dem Jahr 2000 ist der Gedenktag des hl. Wenzel Nationalfeiertag.
Darstellung
als gekrönter Ritter mit Lanze und Schild mit Adlerwappen
Patron
von Böhmen und Tschechien.
Quellen
2bistumAugsburg.de, wikipedia.de, heiligenlexikon.de und andere