
Hl. Fides, Goldbüste 9. / 10. Jahrhundert von außergewöhnlichem historischen und künstlerischem Interesse, schließt eine Reliquie ein: den oberen Schädel der Heiligem, einer jungen Christin aus Agen, die 303 den Märtyrertod starb und deren Reliquien 866 nach Conques überführt wurden.
Mädchen, Märtyrerin
Name
Fides von Agen; Bedeutung: Die Glaubende (lat.)
Namensvarianten: Foy, Faith, Fe
Gedenktag
6. Oktober
Lebensdaten
Die 13. jährige Fides von Agen erlitt zwischen 287 und 303 in der Stadt Agennum, dem heutigen Agen in der südwestfranzösischen Region Aquitanien, zwischen Toulouse und Bordeaux das Martyrium.
Zeitgenossen
• Agnes von Rom (ca. 291–304) – sehr junge römische Märtyrin; Zeugnis für Christus bis zum Tod.
• Lucia von Syrakus (ca. 283–304) – sizilianische Jungfrau und Märtyrin, deren Kult sich früh über die Kirche verbreitete.
• Sebastian von Rom († ca. 288) – römischer Märtyrer und einer der bekanntesten Zeugen der diokletianischen Verfolgung.
• Georg († ca. 303) – Märtyrer, dessen Verehrung sich besonders im Osten und später in der gesamten Kirche verbreitete.
• Lucia von Syrakus (ca. 283–304) – sizilianische Jungfrau und Märtyrin, deren Kult sich früh über die Kirche verbreitete.
• Sebastian von Rom († ca. 288) – römischer Märtyrer und einer der bekanntesten Zeugen der diokletianischen Verfolgung.
• Georg († ca. 303) – Märtyrer, dessen Verehrung sich besonders im Osten und später in der gesamten Kirche verbreitete.
Lebensgeschichte
Fides entstammt einer herrschenden Familie aus Agen. Als junges Mädchen bekennt sie sich zum Glauben an Jesus Christus. Ein Beamter des Kaisers namens Datian versuchte sie von ihrem Glauben abzubringen und zum Götzendienst zu zwingen. Er wollte sie, als sie sich weigerte, einem Götterbild der Diana zu opfern, bei lebendigem Leib auf einem Gitter verbrennen lassen. Durch einen auf wundersame Weise einsetzenden Gewitterregen misslang dieses Vorhaben, so dass er schließlich die Enthauptung der Dreizehnjährigen befahl.
Ihr Leichnam wurde von den anwesenden Christen vor den Toren der Stadt bestattet.
Verehrung
Die Legende der Standhaftigkeit von Fides für das Bekenntnis des Glaubens vor dem römischen Richter Dacius (angesichts ihres jugendlichen Alters) verbreitete sich rasch im Zusammenhang mit der Erlangung der Freiheit des Christentums als Religion im römischen Reich im Jahre 313 unter Kaiser Konstantin.
Die Menschen kamen zu ihrem Grab und Fides wurde als Märtyrerin durch außergewöhnliche Gebetserhörungen weithin bekannt. Im 5. Jahrhundert übertrug Bischof Dulcidius von Agen die Reliquien der Märtyrerin in eine von ihm erbaute neue Kirche in Agen.
Reliquienübertragung
Zu Beginn des 9. Jahrhunderts war Conques-en-Rouergue (zwischen Toulouse und Clermont-Ferrand)
Zu Beginn des 9. Jahrhunderts war Conques-en-Rouergue (zwischen Toulouse und Clermont-Ferrand)
200 km nordwestlich von Agen ein entlegener kleiner Ort, mit ein bis dahin unbedeutendem Benediktinerkloster. Um für Belebung zu sorgen, beschloss man, Reliquien von verehrten Heiligen zu erlangen. Ein Mönch aus dem Kloster von Conques, sei nach Agen gezogen und hätte dort das Vertrauen der Gemeinde erlangt, so dass er - inzwischen zum Wächter der Reliquien der hl. Fides bestimmt - irgendwann im Zeitraum zwischen 864 und 875 diese entwendet und nach Conques gebracht habe.
Eine andere Erklärung ist, dass die Normannen nach der Belagerung von Toulouse im Jahre 862 auf dem Fluss Garonne weit ins Landesinnere vordrangen, so dass die Bewohner auf der Flucht vor den Plünderern die Reliquien ins Hinterland in Sicherheit gebracht haben. Dort blieben sie auch als die Normannengefahr vorüber war.
Im Jahr 883 wurden die Reliquien der hl. Fides offiziell und feierlich in Conques vorgestellt.
Reliquien kamen nach Sant Cugat del Vallès westlich von Barcelona in Spanien, in die Benediktinerabtei St. Gallen in der Schweiz und nach Schlettstadt im Elsass.
Zahlreiche Orte im französischen Sprachbereich sind nach „Sainte Foy“, im spanischen Sprachbereich nach „Santa Fe“ benannt.
Um das Jahr 1070 wurde Fides’ Geschichte in einem Lied in altokzitanischer Sprache gefasst, bekannt als Chanson de Sainte Foy.
Patronin deutscher Kirchen ist sie für St. Fides und Markus in Sölden (Schwarzwald) und St. Fides in Grafenhausen im Schwarzwald sowie auch die vom hl. Otto von Bamberg im Jahr 1124 gegründete Benediktinerpropstei St. Getreu in Bamberg.
Reliquiar
Die älteste erhaltene dreidimensionale Skulptur in der christlichen Kunst des Mittelalters ist vermutlich die Statue der heiligen Fides. Die Statue befindet sich seit ihrer Entstehung im späten 9. Jahrhundert in Conques-en-Rouergue. Sie ist heute in der Schatzkammer der Klosterkirche aufgestellt, deren Bau durch die Einnahmen, die der Kult um sie und ihre Wundertätigkeit dem Kloster gebracht hatte, zu einem guten Teil mitfinanziert wurde.
Die Figur der heiligen Fides wurde vermutlich unmittelbar nach der Übertragung ihrer Schädelreliquie aus dem Kloster in Agen, also nach 883 angefertigt.
Quellen
Wikipedia, heiligenlexikon.de und andere.