Hedwig, 16. Oktober

Hl. Hedwig, Altaraufsatz aus der Kirche von Rusk

“Man muss Gegensätze durch Gegensätze heilen: den Hass durch die Liebe, die Schuld durch Sühne.“
 
Schutzheilige der deutsch-polnischen Aussöhnung.

Mutter - Herzogin - Wohltäterin - Klostergründerin - Witwe - Ordensfrau 

Name
Hedwig; Bedeutung: geweihter Kampf (althochdt.); Namensvarianten: Hadwig, Hedi, Edwige, Hadewych, Hedvika, Jadwiga, Eduvigis

Gedenktag
16. Oktober

Lebensdaten
Geboren: 1174 in Andechs am Ammersee in Oberbayern;
Gestorben: 14. Oktober 1243 in Trebnitz, Schlesien heute polnisch Trzebnica in Südpolen
 
Zeitgenossen
• Elisabeth von Thüringen (1207–1231) – Fürstin und Helferin der Armen;
• Klara von Assisi (1194–1253) – Begründerin der Klarissen.
• Franz von Assisi (1181/82 - 1226) – Erneuerer des Ordenslebens;
• Dominikus (um 1170–1221) – Gründer des Predigerordens.
 
Lebensgeschichte
Hedwig, die Tochter des Herzogs von Andechs und Meranien, wurde im Kloster Kitzingen erzogen und mit zwölf Jahren mit dem schlesischen Herzogssohn Heinrich vermählt, der ab 1201 nach und nach den Großteil Polens regierte.
Hedwig hatte durch ihre weitreichenden Familienverbindungen – sie war unter anderem die Tante von Elisabeth von Thüringen – entscheidenden Anteil an der Politik ihres Mannes, mit deutschen Siedlern das Land wirtschaftlich aufzubauen und militärisch zu sichern sowie das slawische Gebiet an den Westen zu binden.
Neben dieser Rolle gab sie durch ihr christliches Beispiel der Armut und Nächstenliebe – sie soll selbst im Winter barfuß gegangen sein – und durch zahlreiche Klostergründungen dem Herzogtum seine christlich-kulturelle Prägung.
1202 entstand mit dem Zisterzienserinnenkloster Trebnitz das erste Frauenkloster auf schlesischem Boden; zur ersten Äbtissin wurde eine Lehrerin Hedwigs.
 
Das Herzogspaar gründete neben weiteren Ordensniederlassungen Hospitäler und Stiftungen für Aussätzige, Arme, Kranke, Witwen und Waisen.
1209 legte das Herzogspaar – nach 22 Jahren Ehe und der Geburt von sieben Kindern – vor dem Breslauer Bischof ein Gelübde ehelicher Enthaltsamkeit ab. Nur ihre Tochter Gertrud, die Äbtissin von Trebnitz wurde, überlebte ihre Mutter, alle andern Geschwister starben. Die Säuglings- und Kindersterblichkeit war zu dieser Zeit sehr hoch. Den Tod ihres Sohnes auf dem Schlachtfeld bei Liegnitz hat sie mit großer Ergebenheit hingenommen. 
 
Hedwig nahm in Trebnitz das Leben einer „Religiosa“ auf, ohne an politischem Einfluss einzubüßen, und trat 1238, nach dem Tod Heinrichs, als einfache Nonne in das Kloster ein.
 
Nach dem Tod ihres Sohnes Heinrich bei der vernichtenden Niederlage gegen ein Mongolenheer bei Liegnitz 1241 gründete sie gemeinsam mit seiner Witwe noch eine Benediktinerabtei.
Hedwig starb 1243 im Ruf der Heiligkeit und wurde neben ihrem Mann vor dem Hochaltar der Klosterkirche in Trebnitz bestattet.
 
Verehrung
Hedwig wurde 24 Jahre nach ihrem Tod heiliggesprochen. Ihre Grabeskirche in Trebnitz ist neben dem Annaberg der größte Wallfahrtsort Schlesiens.
 
Nach ihrer Kriegsvertreibung brachten viele Schlesier die Verehrung ihrer Landespatronin mit in ihre neue deutsche Heimat.
 
Heute gilt Hedwig als Schutzheilige der deutsch-polnischen Aussöhnung.
Bei Restaurierungsarbeiten ihres symbolischen Sarkophags in der Basilika von Trebnitz wurden im Jahr 2020 zufällig ihre sterblichen Überreste in einem kleinen Sarg entdeckt.
 
Reliquien der Heiligen werden auch im Kloster Andechs und in der Berliner St.-Hedwigs-Kathedrale verehrt.
 
Im Oktober 2024 wird der 850. Geburtstag der heiligen Hedwig im Bistum Augsburg und anderen deutschen und polnischen Bistümern feierlich begangen werden.
 
Darstellung
gekrönt oder mit Herzogshut über dem Schleier, mit Schuhen in den Händen, mit Kirchen- bzw. Klostermodell
 
Patronin
von Schlesien und Polen, Andechs, der (Erz-) Bistümer Breslau und Görlitz, der deutsch-polnischen Aussöhnung.
 
 
Quellen
www2.Bistum-Augsburg.de, Wikipedia, heiligenlexikon.de und andere. 
 
Website