
Maria Restituta Kafka (1894-1943)
Gebet
Barmherziger Gott,
wir danken dir, dass du uns
in der seligen Märtyrerin Restituta
eine starke Frau geschenkt hast.
Unermüdlich in Worten und Taten der Liebe
hat sie Kranken und Schwachen
den heilenden Christus sichtbar gemacht
und in der Verfolgung
Glauben und Menschenwürde verteidigt.
Lass auch uns auf ihre Fürsprache hin
geradlinig, furchtlos und treu bekennen:
im Kreuz ist Heil, Leben und Hoffnung.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
unseren Herrn. Amen.
Ordensfrau - erste Märtyrerin Österreichs und zum Tode verurteilt Ordensfrau durch die Nationalsozialisten
Name
Helene Kafka; Ordensnamen: Restituta (die Wiederhergestellte) lat.
Gedenktag
29. Oktober, Tag des Todesurteils.
Lebensdaten
Geboren: 1. Mai 1894 im mährischen Husovice (Hussowitzn;
Gestorben: hingerichtet (Guillotine) am 30. März 1943 in Wien.
Gestorben: hingerichtet (Guillotine) am 30. März 1943 in Wien.
Zeitgenossen
• Edith Stein (1891–1942): Philosophin, Karmelitin und Märtyrin in Auschwitz; steht für die Verbindung von Wahrheitssuche und Glauben.
• Maximilian Kolbe (1894–1941): Franziskaner und Märtyrer; gab in Auschwitz sein Leben für einen Mithäftling.
• Edith Stein (1891–1942): Philosophin, Karmelitin und Märtyrin in Auschwitz; steht für die Verbindung von Wahrheitssuche und Glauben.
• Maximilian Kolbe (1894–1941): Franziskaner und Märtyrer; gab in Auschwitz sein Leben für einen Mithäftling.
• Titus Brandsma (1881–1942): Niederländischer Karmelit, Journalist und Märtyrer; widersetzte sich der nationalsozialistischen Propaganda.
Lebensgeschichte
Helene Kafka war das vierte von sieben Kindern eines Schuhmachers. Sie kam im Alter von zwei Jahren mit ihrer Familie in äußerst armen Verhältnissen nach Wien und wuchs im typischen Milieu einer armen tschechischen Zuwandererfamilie im 20. Wiener Gemeindebezirk (Brigittenau) auf.
Nach ihrem Schulabschluss arbeitete Helene als Hausmädchen und Köchin und wurde 1914 Hilfspflegerin im Krankenhaus Lainz/Wien, das von den Franziskanerinnen von der christlichen Liebe, den sogenannten „Hartmannschwestern“, betreut wurde. Mit 19 Jahren trat sie in dienen Orden der Franziskanerinnen der christlichen Nächstenliebe ein, wo sie den Ordensnamen "Maria Restituta" erhielt.
Nach dem Ersten Weltkrieg kam sie als Krankenschwester ins Krankenhaus Mödling und brachte es bis zur leitenden Operationsschwester. Ihre energische, aber herzliche Art brachte ihr den Namen „Schwester Resoluta“ ein. Im Krankenhaus Mödling erlebte sie 1938 den Anschluss Östereich an das Nazi-Deutschland. Nach dem Anschluss widersetzte sie sich den Nationalsozialisten in Wort und Tat: Sie ließ ein Kind trotz Verbots Not-taufen und weigerte sich, die Kruzifixe in den Räumen des Krankenhaus von der Wand zu nehmen. Sie wurde am 18. Februar 1942 direkt aus dem Operationssaal von der Gestapo verhaftet und am 29. Oktober 1942 wegen "Feindbegünstigung und Vorbereitung zum Hochverrat" zum Tode verurteilt.
Pater Johann Ivanek feierte mit ihr am Hinrichtungstag , dem 30. März 1943 - in ihrer Zelle die Erneuerung ihrer Ordensgelübde und begleitete sie anschließend zur Guillotine. Trotz kirchlichen Wunsches wurde der Leichnam nicht dem Orden übergeben. Restituta wurde, wie etwa 2.700 andere Personen, anonym in der sogenannten 40er-Gruppe des Wiener Zentralfriedhofs verscharrt.
Verehrung
Am 21. Juni 1998 wurde Schwester Maria Restituta anlässlich seines Besuches von Papst Johannes Paul II. in Wien selig gesprochen. Ihr liturgischer Gedenktag ist der 29. Oktober.
In der Barbarakapelle des Wiener Stephansdoms erinnert seit 1999 ein Bronzerelief des Wiener Bildhauers Alfred Hrdlicka an die Märtyrerin. In Mödling wurde ihr zum Gedenken die westliche Hälfte der Weyprechtgasse vor dem Krankenhaus in Schwester-Maria-Restituta-Gasse umbenannt. Im Jahre 2000 wurde in Wien-Brigittenau, dem Bezirk ihrer Kindheit und Jugend, bei der Donaubrücke, Nähe U6-Station Handelskai, ein Maria-Restituta-Platz benannt. 2006 verlegte der Kölner Künstler Gunter Demnig in Mödling in der Sr.-Maria-Restituta-Gasse 12 einen Stolperstein.
Im Franziskanerinnen-Generalat in Wien-Margareten, Hartmanngasse 7-11, gibt es eine 2016 eröffnete Dauerausstellung "Restituta-Dokumentation Glaube gegen NS-Gewalt". Auch in der Abteikirche Klein-Mariazell wird über ihr Leben berichtet und ihrer besonders gedacht.
Auch ihren Mitgefangenen wurde "Schwester Restl" zum Vorbild, heißt es in der Biographie. Sie half und sie teilte, "ohne Rücksicht auf Nationalität oder Weltanschauung", wie eine befreundete Kommunistin bestätigte. In trostloser Umgebung verbreitete sie Gottvertrauen: "Es wird alles gut; das Böse kann nicht siegen."
Quellen
restituta.at, Wikipedia, heiligenlexikon.de und andere.