
Marcellus (+298); Detailansicht des sogenannten Prätorianerreliefs, um 51/52, Musée du Louvre, Paris. Foto: Xavier Caré (CC BY-SA 4.0)
Zeugnis
Ich bin Soldat Jesu Christi, des ewigen Königs; von jetzt an höre ich auf, Soldat eurer Kaiser zu sein; ich verachte eure Götter aus Stein und Holz, die stumme und taube Götzen sind.
Soldat - Märtyrer
Name
Marcellus von Tanger auch Marcellus der Soldat; Bedeutung: dem Kriegsgott Mars geweiht (lat.); Namensvarianten: Marcel, Markus, Marco, Marcello, Marc, Marek, Marlin, Marx.
Mit vollem Namen Publius Aelius Marcellus.
Gedenktag
30. Oktober
Lebensdaten
Gestorben: 298 in Tanger, heute Marokko
Zeitgenossen
• Agnes von Rom (um 291–304) – Jungfrau und Märtyrerin; blieb als junge Christin ihrem Glauben treu.
• Eulalia von Mérida (um 290–304) – Spanische Märtyrerin; bekannte sich während der Christenverfolgung mutig zu Christus.
• Mauritius (um 250–286) – Anführer der Thebäischen Legion. Er und seine Gefährten verweigerten den heidnischen Opferdienst und wurden der Überlieferung nach bei Agaunum (heute Saint-Maurice im Wallis) hingerichtet.
• Mauritius (um 250–286) – Anführer der Thebäischen Legion. Er und seine Gefährten verweigerten den heidnischen Opferdienst und wurden der Überlieferung nach bei Agaunum (heute Saint-Maurice im Wallis) hingerichtet.
• Cassian von Tanger († 298) – Christlicher Märtyrer in Tanger; der Überlieferung nach Gerichtsschreiber, der durch das Martyrium des Marcellus zum Glaubenszeugnis bewegt wurde.
Lebensgeschichte
Wir besitzen noch die Gerichtsakten, wie sie von den öffentlichen Notaren aufgezeichnet wurden.
Marcellus war Centurio in der Trajanischen Legion. Als diese im Jahr 298 die Geburt des Kaisers Maximinian festlich durch großartige Opferfeierlichkeiten beging, schloß er sich als Christ von denselben aus.
Marcellus warf seinen Soldatengürtel, seine Waffen und seinen Weinstock (ein Rangabzeichen) fort und wurde umgehend dem Richter Fortunatus vorgeführt. Dieser befahl, den Fall Maximian und Constantius I. vorzutragen; letzterer war christenfreundlich eingestellt. Stattdessen wurde Marcellus dem stellvertretenden Prätorianerpräfekten Aurelius Agricolanus vorgeführt. Marcellus bekannte sich schuldig, einem weltlichen Führer seine Gefolgschaft verweigert zu haben: „Ich bin Soldat Jesu Christi, des ewigen Königs; von jetzt an höre ich auf, Soldat eurer Kaiser zu sein; ich verachte eure Götter aus Stein und Holz, die stumme und taube Götzen sind.“Marcellus wurde von dem stellvertretenden Prätorianerpräfekten, der Vikar genannt wurde und der Diözese Spanien (römische Verwaltungsregion) vorstand, welche fünf Provinzen in Iberien, die nordwestafrikanische Provinz Mauretania Tingitana und die Balearen umfasste, mit dem Schwert getötet. Danach soll der offizielle Stenograf, ein Mann namens Cassian, über das Urteil so verärgert gewesen sein, dass er sich geweigert habe, den Prozessverlauf zu protokollieren, woraufhin er ebenfalls getötet wurde.
König Alphons V. von Spanien überführte die Reliquien 1471 in seine Geburtsstadt Leon.
Auf Abbildungen trägt Marcellus als Sinnbild seines Standes und seines Todes das Schwert. Sein Helm trägt das Namenszeichen Christi. Auch Marcellus Frau Nonna oder Novia und seine Söhne sollen das Märtyrium erlitten haben.
Verehrung
In der ehemaligen spanischen Kathedrale von Tanger, die Kirche La Purisima, erbaut an der Stelle einer alten romanischen Kirche, in der Marcellus und Cassian verehrt wurden. Heute ist die Kirche mit dem angeschlossenen kleine Kloster von den Schwestern des Ordens von „Mutter” Teresa bewohnt, die Sozialarbeit betreiben.
Patron der Stadt und der Provinz León
Quellen
www2.bistum-augsburg.de, Wikipedia, heiligenlexikon.de und andere.