Rupert Mayer, 3. November

 
Gebet
Herr, wie Du willst, soll es gescheh'n,
und wie Du willst, so will ich geh'n;
hilf Deinen Willen recht versteh'n!!
Herr, was Du willst, das nehm' ich hin,
und was Du willst, ist mir Gewinn;
genug, dass ich Dein eigen bin.
Herr, weil Du's willst, drum ist es gut;
und weil du's willst, drum hab' ich Mut.
Mein Herz in Deinen Händen ruht!
Herr, wann Du willst, dann ist es Zeit;
und wann Du willst, bin ich bereit,
heut und in alle Ewigkeit.
 
Ordenspriester, Widerstandskämpfer, Sozialapostel, Märtyrer
 
Name
Rupert Emil Mayer
 
Gedenktag
3. November
 
Lebensdaten
Geboren: 23. Januar 1876 in Stuttgart, Gestorben: 1. November 1945 in München. 
 
Zeitgenossen
• Edith Stein (1891–1942) Philosophin und Karmelitin; Märtyrerin von Auschwitz.
• Maria Restituta Kafka (1894–1943) Ordensfrau; widersetzte sich dem Nationalsozialismus und wurde hingerichtet.
• Maximilian Kolbe (1894–1941) Franziskaner; gab im KZ Auschwitz sein Leben für einen Familienvater.
• Bernhard Lichtenberg (1875–1943) Berliner Dompropst; trat öffentlich für verfolgte Juden ein und starb auf dem Weg ins KZ Dachau.
 
Lebensgeschichte
Rupert Mayer wurde am 23. Januar 1876 am Stuttgarter Marktplatz, an dem seine Eltern ein Geschäft betrieben, geboren. Er und seine fünf Geschwister wuchsen in einem religiösen und weltoffenen Elternhaus auf. Nach Abschluss seiner Gymnasialzeit in Ravensburg teilte er seinem Vater seinen Wunsch mit, Jesuit zu werden. Sein Vater bat ihn, zuerst zu studieren und erst nach der Priesterweihe in die Gesellschaft Jesu einzutreten. Daher absolvierte Mayer von 1894-96 das Philosophiestudium (zuerst in Fribourg in der Schweiz und dann in München) und von 1896-98 das Theologiestudium (in Tübingen). Im Mai 1899 wurde er zum Priester geweiht, wirkte dann ein Jahr lang als Vikar in Spaichingen im Landkreis Tuttlingen in der Diözese Stuttgart, bevor er am 1. Oktober 1900 in das Noviziat der Jesuiten in Feldkirch (Österreich) eintrat (aufgrund des Kulturkampfs war der Jesuitenorden in Deutschland bis 1917 offiziell verboten). Zwischen 1906 und 1911 reiste er als Volksmissionar durch Deutschland, die Schweiz und die Niederlande, 1912 wurde er nach München versetzt.
 
Von dort aus ging der athletische Mann und geübte Reiter als Soldatenseelsorger in den Ersten Weltkrieg. Als er sich 1916 an der rumänischen Front schützend über einen verwundeten Soldaten warf, wurde er selber so schwer verletzt, dass ihm ein Bein amputiert werden musste.
Nach Kriegsende kehrte er nach München zurück, wo er 1921 Präses der Marianischen Kongregation und Männerseelsorger wurde.
Der geradlinige Jesuit wurde bald zum bekanntesten Seelsorger Münchens. Pater Mayer erkannte früh das herannahende Unheil des Nationalsozialismus – er hatte bereits 1923 erklärt, dass man nicht gleichzeitig Katholik und Nationalsozialist sein kann – und stand gleich nach der Machtübernahme 1933 unter Gestapo-Bewachung.
Seine Predigten und öffentlichen Auftritte bewahrten zahllose katholische Männer davor, auf die Nazi-Ideologie hereinzufallen, brachten ihm aber Redeverbot, Verhaftung und eine sechsmonatige Haftstrafe ein.
Weil er immer noch keine Ruhe gab, die Staatsverbrecher im Falle seiner Liquidierung aber einen Aufstand befürchteten, wurde er 1939 ins KZ Sachsenhausen bei Oranienburg verbracht. Nach sieben Monaten Isolationshaft wurde er schwerkrank entlassen und mit hohen Auflagen wie Predigtverbot und Verbot öffentlicher Gottesdienste im Kloster Ettal interniert.
 
Bei Kriegsende kehrte er ins zerbombte München zurück, nahm vor allem seine sozial-karitative Arbeit wieder auf und predigte Versöhnung statt Abrechnung.
Doch die Kräfte des „15. Nothelfers“, wie man ihn nannte, waren aufgezehrt. Mitten in seiner Predigt am Allerheiligenfest 1945 erlag Pater Rupert Mayer in der Jesuitenkirche St. Michael einem Herzstillstand – er verstarb im Stehen (die Beinprotese verhinderte, dass der Körper in sich zusammenfiel).
 
Verehrung
Zuerst im Pullacher Ordensfriedhof bestattet, wurde Pater Rupert Mayer 1948 in die Unterkirche der Bürgersaalkirche umgebettet, wo die Münchner ihn als ihren „Apostel“ verehren und täglich von der Fußgängerzone aus besuchen.
 
1947 gab der Jesuit dem Nordschwabinger Pfadfinderstamm der DPSG den Namen. Papst Johannes Paul II. sprach ihn bei seinem Deutschlandbesuch 1987 selig.
 
Quellen
jesuiten.org; www2.bistum-augsburg.de, Wikipedia, heiligenlexikon.de und andere. 
 
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