
„Ich erkenne im Juden meinen Nächsten.“
„In Berliner Häusern wird ein anonymes Hetzblatt gegen die Juden verbreitet. Darin wird behauptet, dass jeder Deutsche, der aus angeblicher falscher Sentimentalität die Juden irgendwie unterstützt, und sei es auch nur durch ein freundliches Entgegenkommen, Verrat an seinem Volk übt. Lasst euch durch diese unchristliche Gesinnung nicht beirren, sondern handelt nach dem strengen Gebote Jesu Christi: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“
„Die Taten eines Menschen sind die Konsequenzen seiner Grundsätze. Sind die Grundsätze falsch, so werden die Taten nicht richtig sein.“ (Notiz zum Buch „Mein Kampf“ von A. Hitler)
Bernhard Lichtenberg Rosenkranz
Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesus:
- der immer mit uns auf dem Weg ist.
- der uns Orientierung gibt.
- der uns den Mut gibt, ihn zu bekennen.
- der uns in der Bedrängnis Trost und Halt gibt.
- der uns liebt bis in den Tod.
Priester - Pfarrer - Dompropst - Märtyrer
Gedenktag
5. November
Lebensdaten
Geboren: 3. Dezember 1875 in Ohlau heute Oława, Niederschlesien, Polen;
Gestorben: 5. November 1943 in Hof bei Saale.
Gestorben: 5. November 1943 in Hof bei Saale.
Zeitgenossen
• Elisabeth von der Dreifaltigkeit (1880–1906) – Französische Karmelitin. Ihre Spiritualität kreiste um das Leben in der Gegenwart Gottes und die innere Vereinigung mit Christus.
• Maria Giuseppina Bakhita (um 1869–1947) – Sudanesische Ordensfrau. Ehemals versklavt, wurde sie zu einem eindrucksvollen Zeugnis für Vergebung und christliche Freiheit.
• Pater Pio von Pietrelcina (1887–1968) – Italienischer Kapuziner, Priester und Mystiker. Bekannt für seine intensive Christusfrömmigkeit und seinen Dienst im Beichtstuhl.
• Maximilian Kolbe (1894–1941) – Polnischer Franziskaner und Märtyrer von Auschwitz. Gab sein Leben freiwillig für einen Familienvater.
• Maria Teresa Ledóchowska (1863–1922)
• Guido Maria Conforti (1865–1931)
Lebensgeschichte
Bernhard Lichtenberg, Sohn eines Kaufmanns, studierte Theologie in Breslau und Innsbruck. 1899 wurde er zum Priester geweiht. Anschließend wirkte er mehr als vier Jahrzehnte als Seelsorger in Berlin, zuletzt als Dompropst an der St.-Hedwigs-Kathedrale.
Neben seinem priesterlichen und kirchlichen Diensten engagierte er sich politisch für die katholische Zentrumspartei. Bereits ab 1926 widersprach er öffentlich den nationalsozialistischen Bestrebungen Joseph Goebbels’. Auch nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 bezog er mutig Stellung gegen deren menschenverachtende Ideologie. Die Gestapo durchsuchte daraufhin erstmals seine Wohnung.
1935 protestierte Lichtenberg in einem Schreiben an den preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring gegen den Terror in den Konzentrationslagern.
Besonders deutlich zeigte sich sein Glaubenszeugnis nach den Novemberpogromen 1938. Während die Synagogen brannten und jüdische Mitbürger verfolgt wurden, betete er öffentlich für sie. In einer Predigt erinnerte er daran, dass auch die Synagoge ein Gotteshaus sei. Von da an schloss er täglich in der heiligen Messe die Juden und alle Menschen ein, die unter dem nationalsozialistischen Regime verfolgt wurden.
Sein Widerstand erwuchs aus seinem christlichen Glauben und der Nächstenliebe. Für ihn machte die Liebe zum Nächsten nicht an religiösen oder gesellschaftlichen Grenzen halt. Auch jüdische Menschen waren seine Nächsten, für die er Verantwortung trug. Gemeinsam mit Bischof Konrad von Preysing unterstützte er jüdische Mitbürger und andere Verfolgte durch das Hilfswerk beim Bischöflichen Ordinariat. Dabei gab er Bedürftigen sogar seine eigene Kleidung.
1941 protestierte Lichtenberg schriftlich gegen die Ermordung kranker und behinderter Menschen im Rahmen des nationalsozialistischen sogenannten Euthanasieprogramms. Kurz darauf wurde er von zwei Studentinnen denunziert, die Mitglieder in der Nationalsozialistischen Studentengemeinschaft waren und an seinem Gottesdienst teilnahmen. Er wurde von der Gestapo verhaftet Info wegen seiner öffentlichen Äußerungen gegen das Regime verurteilte ihn das Gericht zu zwei Jahren Gefängnis.
Nach Verbüßung seiner Haftstrafe im Zuchthaus Tegel und im Lager Berlin-Wuhlheide wurde der schwer herz- und nierenkranke Priester aber nicht freigelassen, sondern auf den Transport in das Konzentrationslager Dachau geschickt. Am 5. November 1943 starb Bernhard Lichtenberg auf diesem Transport während eines Zwischenaufenthalts in Hof (Saale).
Lichtenbergs Leben bleibt ein eindrucksvolles Zeugnis dafür, dass christlicher Glaube und Nächstenliebe Konsequenzen haben: Sie verlangen Mut, wenn Menschen entrechtet und verfolgt werden, und die Bereitschaft, auch unter persönlicher Gefahr für die Würde jedes Menschen einzustehen.
Verehrung
Seine letzte Ruhestätte fand Bernhard Lichtenberg in der Krypta der Berliner St.-Hedwigs-Kathedrale. Papst Johannes Paul II. sprach ihn 1996 gemeinsam mit Karl Leisner in Berlin unter dem Prost linker und chaotischer Proteste selig. 2004 ehrte ihn die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechten unter den Völkern“.
Verehrung
Seine letzte Ruhestätte fand Bernhard Lichtenberg in der Krypta der Berliner St.-Hedwigs-Kathedrale. Papst Johannes Paul II. sprach ihn 1996 gemeinsam mit Karl Leisner in Berlin - unter dem Protest linker und chaotischer Gruppen - selig. 2004 ehrte ihn die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechten unter den Völkern“.
Seit 2014 findet an seinem Gedenktag eine überdiözesane Wallfahrt zu seinem Grab statt.
Quellen
www2.bistum-augsburg.de, Wikipedia, heiligenlexikon.de u. a.