
Österreichische Meister, Der hl. Leonhard befreit Gefangene, ca. 1490
Leonhard zählte zu den am meisten verehrten Heiligen im Alpenraum.
Allmächtiger und barmherziger Gott,
durch die Verdienste und das Gebet des Heiligen Leonhard schenkst du Rettung allen, die seine Hilfe anrufen,
ob sie in Gefangenschaft leben oder in anderen Fesseln verstrickt sind;
gewähre uns, in allen Bedrängnissen Hilfe und auch von den Fesseln der Sünde befreie uns. Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn.
durch die Verdienste und das Gebet des Heiligen Leonhard schenkst du Rettung allen, die seine Hilfe anrufen,
ob sie in Gefangenschaft leben oder in anderen Fesseln verstrickt sind;
gewähre uns, in allen Bedrängnissen Hilfe und auch von den Fesseln der Sünde befreie uns. Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn.
Einsiedler, Abt
Name
Leonhard: der Löwenstarke (lat.-althochdeutsch); Namensvarianten:
Léonard, Leonardo, Lennart, Lienhard
Gedenktag
6. November
Lebensdaten
Geboren: um 500 in Orléans; Gestorben: 559 bei Limoges
Lebensgeschichte
Leonhard soll als Kind einer fränkischen Adelsfamilie in Orléans geboren und von Bischof Remigius von Reims getauft worden sein. Sein Taufpate war der Frankenkönig Chlodwig (+ 511), der das Merowingerreich begründet und durch seine Frau das Christentum angenommen hatte. Die Eltern Leonhards kamen aus der Familie Chlodwigs. Sein Vater hatte unter der Palastwache des Königs eine führende Stellung. Leonhard aber suchte ein Leben in der Einsamkeit und im Gebet in einem Wald nahe Limoges. Hilfesuchende kamen zu ihm, er lehrte und heilte. Besonders das Schicksal der Gefangenen kümmerte ihn. Leonhard konnte für viele beim König ihre Freilassung erwirken.
Die Legende berichtet, manchmal riefen Gefangene auch nur seinen Namen an, und schon fielen die Fesseln ab, die sie dann Leonhard in seine Klause brachten. Diese Ketten wurde später als Viehketten gedeutet, weswegen Leonhard zu einem Vieh- und Bauernpatron wurde.
Als Leonhard Bischof werden sollte (einige Quellen erwähnen sogar seine Bischofsweihe durch Remigius) lehnt er ab, weil er sich dieser Aufgabe nicht würdig fühlte.
Als die Königin, die während einer Jagd nahe seiner Behausung in die Wehen kam und die gute Geburt auf sein Gebet zurückführte, bekam er als Dank ein Waldstück geschenkt, in dem er ein Kloster errichtete – die Gemeinschaft von Noblat, heute das Städtchen Saint-Léonard-de-Noblat.
Hier wurden ehemalige Gefangene zu Handwerkern ausgebildet, damit sie ihren Lebensunterhalt auf ehrliche Weise verdienen. Bis zu seinem Tod im Jahr 559 leitete er diese Gemeinschaft.
Verehrung und Brauchtum
Leonhard wurde in der Klosterkirche bestattet, seine Gebeine wurden im 11. Jahrhundert erhoben und werden bis heute in der Kirche von Saint-Léonard-de-Noblat besucht.
Der Leonhardskult begann, nachdem im 11. Jahrhundert seine Reliquien öffentlich ausgestellt wurden. Von Frankreich verbreitete er sich rasch nach Süden und Osten, was auch mit den Kreuzzügen zusammenhängt, in denen Leonhard als Patron der Gefangenen eine besondere Bedeutung als Fürsprecher zukam. In dieser Eigenschaft und später auch als Patron der Pferde und des Hornviehs wurden ihm hauptsächlich eiserne Weihegaben wie Hufeisen und Ketten dargebracht.
Bis vor dem Zweiten Weltkrieg gab es über 150 Wallfahrten zum heiligen Leonhard – meist verbunden mit Pferderitten.
Zu den bekanntesten gehören Bad Tölz und, seit 1458, Inchenhofen. Dort bildet ein 150 Kilo schwerer Leonhardnagel, der früher als Zeichen der Buße um die Kirche getragen wurde, das Zentrum des Umritts.
Darstellung
im Mönchsgewand mit Stab, Buch, Ketten, Ochsen oder Pferden
Patron
der Bauern, Gefangenen,
Quellen
www2.bistum-augsburg.de, Wikipedia, heiligenlexikon.de, Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf – Schauber-Schindler – Pattloch-Verlag und andere.