
„Ich handelte in gutem Glauben, dem Willen Gottes dienend. Wenn der Staat mich für schuldig befindet, übernehme ich selbst die Verantwortung.“
Namen
Symeon Lukatsch (Simeon Lukač, Symeon Lukach, Siméon Lukac)
Gedenktag
22. August
Lebensdaten
Geboren: 7. Juli 1893 im Dorf Starunya bei Stanislaviv heute Ivano-Frankivsk, Ukraine; gestorben: 22. August 1964 in Starunya bei Ivano-Frankivsk, Westukraine.
Lebensgeschichte
Symeon Lukatsch wurde in eine bäuerliche Familie geboren. Schon früh zeigte sich seine Berufung zum Priestertum. Nach dem Studium am Priesterseminar von Stanislaviv empfing er im Jahr 1919 die Priesterweihe durch den Bischof Hryhorij Khomyšyn, den späteren Märtyrer und Seligen.
Symeon wirkte mehr als zwei Jahrzehnte als Lehrer der Moraltheologie am Priesterseminar. Er war bekannt für seine Bescheidenheit, seine große Liebe zur Liturgie und seine Treue zur Kirche.
Im Jahr 1945, als die sowjetischen Behörden die ukrainische griechisch-katholische Kirche unterdrückten, wurde er im Geheimen von Bischof Hryhorij Khomyšyn zum Bischof geweiht. Von da an wirkte er als Untergrund-Bischof. Er feierte die heilige Liturgie in Wohnungen, spendete Sakramente im Verborgenen und begleitete die Gläubigen im Glauben.
Sein Mut wurde von den Machthabern nicht geduldet. Am 26. Oktober 1949 wurde er von der sowjetischen Geheimpolizei (NKVD) verhaftet. Der Vorwurf lautete: Mitarbeit in der vom Staat verbotenen Kirche und Verweigerung des Zusammenschlusses mit der Russisch-Orthodoxen Kirche und zu zehnjähriger Haft verurteilt und nach Krasnojarsk (Sibirien) verschleppt. 1955/56 konnte er das Lager verlassen. Das Angebot für einige Zeit im Untergrund zu verschwinden, lehnte er ab. Er arbeitete im Geheimen weiter, hielt Gottesdienste ab und setzte die Priesterausbildung fort. In dieser Zeit schrieb er das Buch „Falsche Propheten“. 1962 wurde er ein zweites Mal verhaftet, gemeinsam mit Bischof Ivan Sleziuk. In der Haft erkrankte er schwer an Tuberkulose und kam im Frühjahr 1964 todkrank frei. Er kehrte in sein Heimatdorf Starunya zurück. Dort setzte er, so weit seine Kräfte es erlaubten, noch seinen Dienst fort. Am 22. August 1964 starb er. Er wurde auf dem Dorffriedhof von Starunya beigesetzt. Sein Grab wurde zu einem stillen Ort des Gebets und der Verehrung.
In seinen eigenen Worten vor Gericht bekannte er: „Ich zelebrierte die göttliche Liturgie in Wohnungen. Ich taufte auch und feierte Trauungen. Ich handelte in gutem Glauben, dem Willen Gottes dienend. Wenn der Staat mich für schuldig befindet, übernehme ich selbst die Verantwortung.“
Verehrung
Am 27. Juni 2001 sprach Papst Johannes Paul II. Symeon Lukatsch zusammen mit weiteren Märtyrern der ukrainischen Kirche in Lwiw selig. In seiner Predigt führte der Heilige Vater aus:
„Die Diener Gottes, die heute in das Verzeichnis der Seligen eingeschrieben werden, stehen stellvertretend für alle Mitglieder der kirchlichen Gemeinschaft: unter ihnen waren Bischöfe und Priester, Ordensmänner, Ordensfrauen und Laien. Sie wurden auf verschiedene Weise vonseiten der Anhänger der unheilvollen Ideologien des Nationalsozialismus und des Kommunismus auf die Probe gestellt. Im Wissen um die Leiden, denen diese treuen Jünger Christi ausgesetzt waren, brachte mein Vorgänger Pius XII. mit sorgenvoller Anteilnahme seine Solidarität zum Ausdruck mit allen, »die im Glauben ausharren und den Feinden des Christentums mit derselben unbezwingbaren Stärke widerstehen, mit der sie seinerzeit deren Vorfahren Widerstand leisteten.“
Quellen
vgl. Bistum Augsburg; wikipedia; u. a.