Dionysius Areopagita, 3. Oktober

Dionysius Areopagita (1. Jahrhunder); Mosaik 11. Jh. 
 
Name
Dionysius Areopagita: Bedeutung: Dem griechischen Gott des Weines geweiht. Namensvarianten: Denys, Denis, Nis
 
Gedenktag
3. Oktober

Lebensdaten
Geboren und gestorben um das erste Jahrhundert nach Christus, Mitglied des Athener Areopags (Gerichtshof), der durch die Predigt des Paulus zum Glauben kam und als erster Bischof von Athen gilt (vgl. Apg 17,34): „Einige Männer aber schlossen sich ihm [Paulus] an und glaubten, unter denen auch Dionysius war, der Areopagit, und eine Frau mit Namen Damaris und andere mit ihnen“.
 
Lebensgeschichte
Dionysius wuchs in Athen auf und erhielt eine klassische griechische Bildung. Später reiste er nach Heliopolis in Ägypten, um Astronomie zu studieren. Dort erlebte er zusammen mit seinem Freund Apollophonos die Sonnenfinsternis beim Tod Jesu am Kreuz, was ihn tief beeindruckte. Nach seiner Rückkehr nach Athen wurde er Mitglied des Areopagus-Rates.
Als der Apostel Paulus in Athen predigte (Apg 17,16–34), nahm Dionysius dessen Botschaft an und wurde Christ. Drei Jahre lang begleitete er Paulus bei seinen Predigten und wurde später von ihm zum Bischof von Athen ernannt. Dionysius war auch bei der Entschlafung der Jungfrau Maria im Jahr 57 anwesend.
Er reiste zu Lebzeiten Mariens nach Jerusalem, um sie zu treffen, und beschrieb Johannes und die Jungfrau Maria als von unermesslicher göttlicher Kraft und Anmut erfüllt. Diese Begegnungen hinterließen bei ihm ein überwältigendes spirituelles Erlebnis.
Nach dem Tod des Apostels Paulus setzte Dionysius dessen Werk fort und zog nach Westen, um die christliche Botschaft weiterzutragen.
 
Wirkungsgeschichte
Auf den Hl. Dionysius Areopagita beruft sich einer sehr geheimnisvollen Gestalt eines äußerst einflussreichen Theologen des sechsten Jahrhunderts, dessen Name unbekannt ist und der unter dem Pseudonym Dionysius Areopagita geschrieben hat. 
Er sagt: Man kann von Gott nicht in abstrakter (positiver) Weise sprechen; von Gott sprechen ist immer ein »hymnein«, ein Singen für Gott mit dem großen Gesang der Geschöpfe, der sich im liturgischen Lobpreis widerspiegelt und konkrete Gestalt annimmt. Dennoch ist seine Theologie, obwohl sie kosmisch, kirchlich und liturgisch ist, zutiefst persönlich. Er schuf die erste große mystische Theologie. Ja, das Wort »mystisch« nimmt bei ihm eine neue Bedeutung an. Bis dahin war für die Christen dieses Wort gleichbedeutend mit dem Wort »sakramental«, also das, was zum »mysterion«, zum Sakrament gehört. Mit ihm wird das Wort »mystisch« persönlicher, vertraulicher: Es drückt den Weg der Seele zu Gott aus. 
In der Schlichtheit [oder Konkretheit] der Bilder [Dinge] finden wir besser als in den großen [theoretischen] Begriffen das Antlitz Gottes und unsere Unfähigkeit, wirklich zum Ausdruck zu bringen, was er ist. So spricht Pseudo-Dionysius von einer »negativen Theologie«. Wir können leichter sagen, was Gott nicht ist, als ausdrücken, was er wirklich ist. Nur durch diese Bilder [Erfahrungen] können wir sein wahres Antlitz erahnen, und andererseits ist dieses Antlitz Gottes sehr konkret: Es ist Jesus Christus. (Benedikt XVI. Generalaudienz 14.08.2008)
 
Quellen
Wikipedia, heiligenlexikon.de; orthpedia und andere. 
 
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