Namen
Anna Francensca Boscardin; mit Ordensnamen Bertilla.
Gedenktag
20. Oktober
Lebensdaten
Geboren: 6. Oktober 1888 in Brendola, Provinz Vicenza 80 km westlich von Venedig;
Gestorben: 20. Oktober 1922 im Alter von 34 Jahren in Treviso 30 km nördlich von Venedig.
Gestorben: 20. Oktober 1922 im Alter von 34 Jahren in Treviso 30 km nördlich von Venedig.
Lebensgeschichte
Bertilla wurde, als Kind armer Eltern geboren. Sie wurde auf den Namen Anna Francesca getauft und hatte eine harte Kindheit: Der Vater war jähzornig, gewalttätig, eifersüchtig und Alkoholiker. Nach drei Jahren wurde ihre Schulausbildung abgebrochen, weil sie unbegabt war. Sie konnte kaum schreiben und lesen. Um ihre Mutter, die viel unter dem Vater litt, zu trösten, faßte sie den Entschluss: “Meine Mama ist eine Martyrin; ich will ihr Trost sein, indem ich heilig werde” sagte sie. Bereits mit neun Jahren wurde sie zur heiligen Kommunion zugelassen, was zu jener Zeit ungewöhnlich früh war.
Als sie 1904 dem Pfarrer eröffnete, Ordensschwester werden zu wollen, war dieser zunächst skeptisch, da sie, nach seiner und allgemeiner Einschätzung, dafür nicht geeingnet war. Dennoch setzte er sich für sie ein und ebnete ihr den Weg zum Eintritt in das Institut der Lehrschwestern von der hl. Dorothea – Töchter der Heiligsten Herzen. Diese Kongregation war 1836 vom seligen Giovanni Antonio Farina (1803-1888), der 1850 Bischof von Treviso gegründet worden.
Am 8. April 1905 trat Anna Francensca dort ein und erhielt am 15. Oktober mit der Einkleidung den Namen Bertilla. Ihre Novizenmeisterin urteilte über sie: “Wenn ich sie zuweilen so gesammelt und andächtig beten sah, mußte ich mir sagen: Es ist wirklich wahr, dass Gott sich denen mitteilt, die einfältig und reinen Herzens sind. Es schien, als sähe und vernähme sie den Herrn.”
Die Generaloberin Maria Azelia schickte Schwester Maria Bertilla im zweiten Noviziatsjahr ins Spital nach Treviso zur Ausbildung als Krankenschwester. Die dortige Oberin hielt sie aber für unbrauchbar, setzte sie als Küchenschwester ein und sparte nicht mit Demütigungen. Nach ihrer Gelübdeablegung im Mutterhaus wurde Bertilla wieder nach Treviso zurückgeschickt. Die Lokaloberin war nicht begeistert: “Was soll ich mit der anfangen? Ich brauche Krankenpflegerinnen für die Abteilung der ansteckenden Krankheiten, für die Chirurgie usw., und man schickt mir ein solches Kind!” Sie setzte sie wieder in der Küche ein. Doch als die verantwortliche Schwester der Abteilung der an Diphtherie erkrankten Kinder starb, war sie aus Personalmangel gezwungen, Schwester Bertilla dort einzusetzen. Da geschah das Wunder: Mit beispielloser Geschicklichkeit erfüllte sie die schwiergisten Aufgaben. “Verschiedene Ärzte bezeugten: ‘Ich kann sagen, dass ich nie mehr eine Krankenpflegerin mit den Fähigkeiten von Schwester Bertilla gefunden habe!’ ... ‘Äußerlich gesehen hatte sie nichts vor den anderen voraus, aber sie erweckte wirklich den Eindruck, dass sie von einem höheren Wesen geführt und geleitet werde. Ein Arzt kann nicht annehmen, dass jemand eine, zwei, zehn und mehr Nächte ohne Schlaf durchhält und dennoch immer sich selbst gleich bleibt, unbekümmert um sich selbst, ohne Müdigheit zu zeigen oder die eigene Krankheit zu verraten. Und doch hat Schwester Bertilla dies geleistet.’” So lautete das Zeugnis eines Arztes, Zuccardi Merli.
Gleichzeitig hatte Schwester Bertilla einen beruhigenden Einfluß auf die Kinder wie keine andere Krankenschwester. “Es kommen diphtheriekranke Kinder in die Abteilung. Sie wurden von ihren Familien getrennt und befinden sich in einem derartig aufgeregten und verzweifelten Zustand, dass man sie fast nicht beruhigen kann. Zwei oder drei Tage sind sie wie kleine Tiere. Sie schlagen sich, bekämpfen sich mit den Fäusten, rollen unter den Betten herum und verweigern die Nahrung. Schwester Bertilla wurde aber bald die Mutter aller. Nach zwei oder drei Stunden hingen die vorher verzweifelten Kinder, völlig beruhigt an ihrem Rock und begleiteten sie bei ihrer Arbeit. Unter ihrer Leitung bildete die Abteilung ein rührendes Bild: eine Schar Kinder an ihrem Rock hängend. Wirklich ein Vorbild für alle Abteilungen”.
Am 8. Dezember 1907 legte sie zusammen mit sechzehn weiteren Novizinnen ihre ersten Gelübde ab.
1910 kam sie zu den geisteskranken Mädchen.
Infolge des Ersten Weltkriegs und der Invasion von Friaul mußte das Spital von Treviso evakuiert werden. Schwester Bertilla kam mit zweihundert Kranken nach Brianz, danach nach Como. Eine neue Oberin versetzte sie in die Waschküche, was für alle Beteiligten ein schwerer Schlag war. Die Heilige ertrug das Opfer in der Gesinnung: “Jesus, ich will dich lieben mit dem Opfer, mit dem Kreuz, mit dem Leiden!”
Infolge des Ersten Weltkriegs und der Invasion von Friaul mußte das Spital von Treviso evakuiert werden. Schwester Bertilla kam mit zweihundert Kranken nach Brianz, danach nach Como. Eine neue Oberin versetzte sie in die Waschküche, was für alle Beteiligten ein schwerer Schlag war. Die Heilige ertrug das Opfer in der Gesinnung: “Jesus, ich will dich lieben mit dem Opfer, mit dem Kreuz, mit dem Leiden!”
1919 durfte sie zur ihrer Arbeit im Spital von Treviso, das zwischenzeitlich wieder eröffnet worden war, zurückkehren. Auf Wunsch des Chefarztes wurde sie dessen Gehilfin.
Sie selber litt an einem Tumor im Unterleib, der ihre Eingeweide auffraß. Am 17. Oktober 1922 wurde sie operiert. Ein vier Kilogramm schwerer Tumor wurde entfernt. Aber es war zu spät, der Tod stand bevor. “In den nächsten drei Tagen staunten Schwestern, Ärzte und Kranke über die lächelnde Geduld der in größten Schmerzen auf den Tod sich freuenden Kranken”. Als die herbeigeeilte Generaloberin sie fragte, was sie den Mitschwestern sagen solle, antwortete Bertilla: “Sagen Sie ihnen, dass sie nur für Jesus arbeiten sollen ... für Jesus! Alles andere ... ist ... nichts!” Nach diesen Worten starb sie. Es war Freitag, der 20. Oktober 1922.
Verehrung
Maria Bertilla Boscardin wurde 1952 von Pius XII. selig- und 1961 von Johannes XXIII. heiliggesprochen.
Quellen
www.kath-info.de; www2.Bistum-Augsburg.de, Wikipedia, heiligenlexikon.de und andere.
