Esther Paniagua u. Caridad Álvarez, 23. Oktober

 
Ordensfrau - Krankenschwester - Altenpflegerin - Märtyrerinnen

Namen
Esther Paniagua Alonso und
Maria Caridad Álvarez Martín

Gedenktag
23. Oktober

Lebensdaten
Esther Paniagua
Geboren: 7. Juni 1949 in Izagre bei León, Nordspanien;
Gestorben (ermordet): 23. Oktober 1994 zusammen mit
Caridad Álvarez
Geboren: 9. Mai 1933 in Santa Cruz de Salceda, Burgos, (Spanien);
Gestorben: 23. Oktober in Algier (Algerien). 
 
Lebensgeschichte
Esther Paniagua war die mittlere der drei Töchter von Nicasio Paniagua und Dolores Alonso und wurde Tere genannt. Mit vierzehn Jahren ging sie in die Schule der Augustiner-Missionsschwestern in Logroño, La Rioja, Nordspanien wo sie zwei Jahre blieb. Mit 18 Jahren trat sie in die Ordensgemeinschaft der  Augustinerinnen ein und studierte Krankenpflege in León. Ihre ewigen Gelübde legte sie am 15. August 1975 ab.
Nach ihrer Profess studierte sie ein Jahr lang Französisch in Madrid, bevor sie nach Algerien, nach Blida , ging, wo sie als Kinderkrankenschwester arbeitete und sich um behinderte Kinder kümmerte. Von 1981 bis 1983 studierte sie in Rom Arabisch und Islamwissenschaften, da sie sehr gut verstand, was es bedeutete, in einem Land mit anderer Sprache, anderen Sitten und einer anderen Religion zu leben. Sie kehrte nach Algerien zurück und wurde aus Sicherheitsgründen in ein Viertel von Algier versetzt, obwohl sie die letzten drei Jahre, ebenfalls aus Sicherheitsgründen, in einem Krankenhaus arbeitete. 

María Álvarez, war Tochter von Sotera Martín und Constantino Álvarez. Sie trat 1955 den Augustiner-Missionsschwestern bei und legte am 3. Mai 1960 ihre ewigen Gelübde ab. Sie diente über 30 Jahre in Algerien und kümmerte sich um die Armen und Alten. Auf dem Rückweg von der Sonntagsmesse wurde sie mit Sr. Esther von muslimischen Fundamentalisten der Bewaffneten Islamischen Gruppe am 23. Oktober 1994 ermordet. Esther war 45 und Caridad 61 Jahre alt. 

Bei der Entscheidungsfindung mit Bischof Teissier von Algier, ob die Schwestern bleiben oder Algerien verlassen sollte, sagte Esther zu ihren Schwestern: „Im Moment ist Jesus für mich das perfekte Vorbild: Er litt, musste Schwierigkeiten überwinden und führte zum Scheitern des Kreuzes, aus dem die Quelle des Lebens entspringt … Niemand kann uns unser Leben nehmen, denn wir haben es bereits gegeben … Uns wird nichts passieren, denn wir sind in Gottes Händen … und wenn uns etwas passiert, sind wir immer noch in seinen Händen.“
Bei demselben Treffen bemerkte Schwester Caridad, die mit alten und armen Menschen arbeitete und eine tiefe Verehrung für die Muttergottes hatte: „Ich bin offen für den Willen Gottes und meiner Vorgesetzten. Maria blieb offen für den Willen Gottes. Wahrscheinlich hat sie das etwas gekostet. In diesen Augenblicken möchte ich diese Haltung vor Gott bewahren.“
 
Die Morde geschahen nach der Feier der Sonntagsmesse in der St. Josephs-Kapelle der Kleinen Schwestern Jesu auf dem Heimweg. Sie waren mit noch zwei anderen Schwestern unterwegs. Ihre Oberin hatte den vier Schwestern geraten, dass sie nicht als Gruppen zusammen gehen sollten, damit, falls etwas passierte, nicht alle vier betroffen wären.
Esther und Caridad waren vor ihren Mitschwestern um eine Ecke gebogen, als Schüsse fielen. Menschen rannten mit Angst in den Gesichtern an den beiden Mitschwestern vorbei, was die Frauen dazu trieb, nach vorne zu gehen, um zu sehen, was passiert war. Mehrere junge Leute hielten sie jedoch zurück und erzählten den Schwestern, dass ihre Mitschwestern angeschossen worden waren. 
Der Arzt, der die Verletzten aufnahm, rief qualvoll: „Wann hört das Töten endlich auf?! Wir wissen nicht mehr, wohin mit den Leichen!“
Esther starb als Erste durch drei Kopfschüsse getötet. Cari hingegen, die in ein Militärkrankenhaus gebracht wurde, schien zunächst durchzukommen, obwohl eine Kugel in ihrem Kopf stecken geblieben war. Doch auch sie starb am nächsten Morgen.
 
Der algerische Journalist Saïd Mekbel schrieb: „Es waren zwei Frauen auf dem Weg zu Gott, um Vergebung zu bitten. Zweifellos beteten sie für uns unglückliche Algerier, die wir unter der Plage der Gewalt leiden. Vielleicht werden uns die letzten Gebete dieser beiden Ordensfrauen, die den Ausschlag für Frieden und Barmherzigkeit geben wollten, noch lange fehlen. In welche Welt der Finsternis werden wir nun stürzen, die wir doch nur vom Licht träumen?“
Weniger als zwei Monate später wurde auch er von Terroristen ermordet.
 
Während der oben erwähnten zweitägigen Klausurtagung und Exerzitien ermutigte der Erzbischof von Algier, Teissier, sie, in ein weniger von der Arbeiterklasse geprägtes und gefährlicheres Viertel zu ziehen.
Ihre Antwort: „Dies ist der Bezirk, in dem man uns kennt, dies ist der Bezirk, in dem wir bleiben müssen.“

Verehrung
Am 27. Januar 2018 hat Papst Franziskus das Martyrium von Esther Paniagua Alonso unter den Märtyrern von Algerien anerkannt und die Unterzeichnung des Seligsprechungsdekrets genehmigt. Sie wurde am 8. Dezember 2018 seliggesprochen.
 
Quellen
catholicsaintsguy.wordpress.com; agustinosrecoletos.org; www2.Bistum-Augsburg.de, Wikipedia, heiligenlexikon.de und andere. 
 
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