Alfred, 26. Oktober

 
Gebet des heiligen Alfred:
Herr, allmächtiger Gott, Schöpfer und Herrscher der ganzen Schöpfung, ich bitte dich bei deiner großen Barmherzigkeit, beim Zeichen des Heiligen Kreuzes, bei der Jungfrau Maria, beim Gehorsam des heiligen Michael und bei der Liebe all deiner Heiligen und ihrer Verdienste, dass du mich besser führst, als ich es dir erwiesen habe; und mich zu deinem Willen und zum Wohl meiner Seele führst, besser, als ich es selbst erkennen kann; und meinen Geist in deinem Willen und zum Wohl meiner Seele festigst; und mich stärkest gegen die Versuchungen des Teufels; und nimm von mir üble Begierden und alle Ungerechtigkeit; und schütze mich vor meinen sichtbaren und unsichtbaren Widersachern; und lehre mich deinen Willen wirken, damit ich dich inbrünstig über alles lieben kann, mit reinem Geist und reinem Körper. Denn du bist mein Schöpfer und mein Erlöser, mein Helfer, mein Trost, mein Vertrauen und meine Hoffnung. Dir sei Lob und Ehre jetzt und für immer und ewig, bis in alle Ewigkeit. Amen.

Name
Alfred; Bedeutung: Weiser Ratgeber

Gedenktag
26. Oktober

Lebensdaten
Geboren: 848 oder 849 in Wantage, Oxfordshire;
Gestorben: 26. Oktober 899
 
Zeitgenossen
• Richardis (um 840–895): Kaiserin und Gründerin des Klosters Andlau im Elsass; steht für klösterliche Frömmigkeit und karitatives Wirken.
• Liutgard von Sachsen (um 845–885): Ostfränkische Königin, Ehefrau Ludwigs des Jüngeren; prägte das höfische und kirchliche Leben des ostfränkischen Reiches.
• Ansgar (801–865): Benediktinermönch und Erzbischof von Hamburg-Bremen; Missionar in Norddeutschland und Skandinavien.
• Methodius (um 815–885): Slawenmissionar und Erzbischof; verkündete das Evangelium in Mähren und Pannonien und förderte die Liturgie in slawischer Sprache.
 
Lebensgeschichte
Alfred „der Große“ wurde vermutlich um 849 in Wantage in England geboren und starb am 26. Oktober 899 in Winchester. Er war der fünfte Sohn des Königs Æthelwulf von Wessex und seiner ersten Frau Osburg. 871 übernahm er den Thron von Wessex nach dem Tod seines Bruders Ethelred.
England war zu dieser Zeit massiv durch Wikinger-Einfälle bedroht, und Alfred musste sich zunächst zurückziehen, um den Widerstand zu organisieren. 878 besiegte er den dänischen Wikingerkönig Guthrum bei Edington, der sich daraufhin taufen ließ.
Alfred baute Befestigungswerke, errichtete eine Flotte und konnte 886 London den Wikingern entreißen. Durch diese Maßnahmen gilt er mitunter als „Vater der englischen Marine“.
 
Alfred war nicht nur ein militärischer Führer, sondern auch Förderer von Bildung und Kirche. Er ließ zerstörte Klöster und Städte wieder aufbauen, gründete Schulen und holte Gelehrte aus dem Frankenreich an seinen Hof. Er übersetzte wichtige Werke ins Angelsächsische, darunter Teile der Regula pastoralis curae von Boethius, und förderte damit das Bildungsleben seines Reiches.
In der Gesetzgebung regte er eine angelsächsische Gesetzessammlung an, die später Einfluss auf das Common Law haben könnte.
 
Verehrung
In der katholischen Liturgie wird Alfred am 26. Oktober geehrt, obwohl er nie offiziell kanonisiert wurde.
In England wird er dennoch als einer der bedeutendsten Heiligen verehrt. Seine Kombination aus militärischer Verteidigung, Bildungs- und Kulturförderung sowie geistlicher Verantwortung zeigt ein Modell, in dem weltliche und kirchliche Führung ineinandergreifen. Für heutige geistliche Führer kann Alfred ein Beispiel sein, wie sich Glauben, Bildung und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbinden lassen. Die Tatsache, dass er nicht offiziell kanonisiert wurde, unterstreicht, dass Heiligkeit nicht immer an formale Dekrete gebunden ist und auch im ökumenischen Kontext als Orientierung dienen kann.
 
Quellen
www2.Bistum-Augsburg.de, Wikipedia, heiligenlexikon.de und andere. 
 
Website