Irene Stefani, 31. Oktober

Sr. Irene Stefani (1991-1930)
 
Zitate 
„Der Missionar ist derjenige, der ein Herz zum Lieben, Hände zum Helfen und einen Mund zum Verkünden hat. Das ist alles!“
„Freude und Glück säen, ohne Lob zu erwarten.“
„Liebe, die sich aufopfert, Geduld zeigt, den eigenen Willen verleugnet, schweigen kann, demütig ist und sich selbst beherrscht.“
„Mit der Hilfe der allerseligsten Jungfrau Maria werde ich die Nächstenliebe mehr lieben als mich selbst. Wer wahrhaft liebt, verspürt keine Müdigkeit, und alles wird möglich.“
„Lieben, alle lieben, mit Gott lieben,
wie Gott, in Gott, für Gott…“

Gottgeweihte Frau - Missionarin 

Name
Schwester Irene, mit bürgerlichem Namen Aurelia Jacoba Mercede Stefani

Gedenktag
31. Oktober

Lebensdaten
Geboren: 22. August 1891 in Anfo, Brescia, westlich von Gardasee, Italien;
Gestorben: 31. Oktober 1930 in Mukurwe-ini, Zentral-Kenia, 80 km nördlich von Nairobi. 
 
Lebensgeschichte
Schwester Irene wurde am 22. August 1891 als fünftes von zwölf Kindern einer tiefgläubigen katholischen Familie in dem kleinen norditalienischen Dorf Anfo bei Brescia geboren. Sie empfing am 6. November 1898 die Firmung und einige Jahre später die Erstkommunion. Ihre Mutter starb am 12. Mai 1907, wodurch Stefani in die schwierige Lage geriet, sich um ihre Geschwister zu kümmern und ihren Vater zu unterstützen, insbesondere bei der christlichen Erziehung ihrer jüngeren Schwestern Marietta und Antonietta sowie ihres Bruders Ugo, der nicht lange danach starb. Bereits mit 13 Jahren verkündete sie ihrer Familie: „Ich werde Missionarin.“Im Alter von 20 Jahren trat sie dem Consolata-Schwesterninstitut in Turin bei, das vom seligen Joseph Allamano gegründet worden war. Nachdem sie 1914 ihre ersten Gelübde abgelegt hatte, erhielt sie bald darauf das Mandat für die Mission in Kenia, das sie im Januar des folgenden Jahres erreichte.
Während des Ersten Weltkriegs (1915–1918) wurde Schwester Irene in den Militärkrankenhäusern in Kenia und Tansania schnell zum „Engel der Nächstenliebe“, wie ein Oberstarzt sie nannte. Im selben Jahr wurde sie nach Kenia entsandt und und kam im  Januar 1915 in Mombasa an. Dort arbeitete sie als Krankenschwester und erwarb sich große Bekanntheit und hohes Ansehen bei der Bevölkerung. Dies brachte ihr den Beinamen „Nyaatha“ (Nyina wa tha) („Mutter der Barmherzigkeit“) ein.
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs diente Stefani in Lazaretten, um verwundete Soldaten und andere Kriegsopfer zu versorgen. Am 20. August 1916 wurde sie abkommandiert, um die Träger zu unterstützen, die unter den Strapazen der Märsche litten. Während dieser Zeit arbeitete sie als Rotkreuzschwester in Militärkrankenhäusern, unter anderem in Lindi und Daressalam in Tansania und Kenia. Sie war voller Eifer für das Seelenheil und spendete 3000 Nottaufen in der Sterbestunde.

Nach Kriegsende 1918 kehrte Stefani nach Nyeri zurück, wo sie zunächst als Assistenzlehrerin für die ersten Aspirantinnen der neu gegründeten Kongregation der Unbefleckten Jungfrau Maria tätig war. Zwei Jahre später wurde sie der Mission Unserer Lieben Frau von der Göttlichen Vorsehung in Gikondi zugeteilt, wo sie bis zu ihrem Tod blieb. Dort unterrichtete sie an Schulen und gab Katechismusunterricht, während sie die Dörfer besuchte. In Gikondi war sie acht Jahre lang Oberin der Consolata-Missionsschwestern. Sie legte viele Kilometer zu Fuß zurück, mit dem Rosenkranz in der Hand, um in Dörfern und einzelnen Hütten neue Schüler zu suchen. Dabei lernte sie viele Familien kennen, half Müttern, pflegte kranke und alte Menschen. Sie gewann das Vertrauen vieler Angehöriger der Kikuyu, die sich von der „Nyaatha“, wie sie liebevoll genannt wurde, im Glauben unterweisen und taufen ließen. Insgesamt etwa 4000 Menschen führte sie in den zehn Jahren ihrer Missionstätigkeit zur Taufe.
 
Diejenigen, die sich an ihre dynamische Persönlichkeit erinnern, schreiben ihre Motivation der Liebe zu. Am 14. September 1930 reist Schwester Irene nach Nyeri, um an ihren jährlichen Exerzitien teilzunehmen. Sie blickt auf ihr Leben zurück, und Jesus lässt sie einige besondere Worte hören:
„Die Sünde kreuzigt Jesus aufs Neue. Besser tausend Tode als eine einzige Sünde.“
„Vergesst alles … Entleert euch.“
„Missionarin = Apostelin und Märtyrerin.“
In Gikondi bricht eine Pestepidemie aus, und sie erkrankt bald darauf. Am Sonntag, dem 26. Oktober 1930, dem Christkönigsfest, leitet Schwester Irene die Gebete in der Messe, doch sie spürt ein Schüttelfrost am ganzen Körper. Sie muss zu Bett gehen und spürt, dass ihr nicht mehr viel Zeit bleibt. Einige Frauen besuchen sie; als sie weinen, weil sie sehen, wie krank sie ist, tröstet sie sie mit den Worten:
„Weinet nicht, ich komme in den Himmel!“
Schwester Margherita Maria Durando ist in der Nacht an ihrem Bett und schlägt ihr ein neues Gebet vor: „Herz Jesu, Opfer der Nächstenliebe, mache mich zu einer reinen, heiligen Hostie, die Gott wohlgefällig ist.“
Sie wiederholt es viele Male… Am nächsten Tag stirbt Schwester Irene. Es ist der 31. Oktober 1930.
 
Verehrung
Ihre sterblichen Überreste ruhen in der Kirche Unserer Lieben Frau von Consolata in Nyeri, Kenia.
1984 wurde der Seligsprechungsprozess in der Kirche von Nyeri, Kenia, und in der Kirche von Turin, Italien, eingeleitet.
Am 2. April 2011 autorisierte Papst Benedikt XVI. die Veröffentlichung des Dekrets über ihre „heroischen Tugenden“, und Schwester Irene wurde seliggesprochen.
 
Das Wunder, das der Fürsprache von Schwester Irene Stefani zugeschrieben wird und den Weg für den Seligsprechungsprozess ebnete, ereignete sich 1989 während des Bürgerkriegs in Mosambik: Während der Feier der heiligen Messe in dem kleinen Dorf Nipepe hörte man draußen plötzlich Schüsse, und viele
Menschen stürmten in die Kirche, um
Zuflucht zu suchen. Etwa 270 Menschen verbarrikadierten sich in Todesangst in dem Gotteshaus. Da kein Trinkwasser vorhanden war, tranken sie in ihrer Notlage das Wasser aus dem Taufbecken, in dem jedoch weniger als zwölf Liter Wasser waren. Ein Missionar, der gerade die Biographie von Irene Stefani las, rief die Menge auf, um ihre Fürsprache zu beten. Tatsächlich wurde das Wasser
im Taufbecken nicht weniger, sondern die Menschen, darunter viele Kinder, konnten dreieinhalb Tage lang daraus ihren Durst stillen, bis die Gefahr vorüber war und sie die Kirche verlassen konnten. 

Die Dokumentation wurde im Rahmen des kirchlichen Verfahrens gesammelt, das vom 18. bis 26. Juli 2010 in Mosambik stattfand. In den verschiedenen Schritten, die für die Anerkennung des Wunders erforderlich waren, wurden weder negative Meinungen noch Zweifel an der Gültigkeit des Wunders von Nipepe geäußert. Vielmehr herrschte Einigkeit darüber, dass es keine natürliche, glaubwürdige Erklärung für die Vermehrung des Wassers gab und sie daher einem übernatürlichen Eingreifen zuzuschreiben war.
Der Untersuchungsprozess wurde mit der endgültigen Zustimmung von Papst Franziskus abgeschlossen, der am 12. Juni 2014 das Dekret zur Seligsprechung von Schwester Irene Stefani unterzeichnete.
Sie wurde 2015 von Kardinal Polycarp Pengo im Namen von Papst Franziskus seliggesprochen.

Quellen
 www2.bistum-augsburg.de, Wikipedia, heiligenlexikon.de und andere. 
 
Website