Miguel Tiu Imul, 31. Oktober

Miguel Tiú Imul (1941-1991)
 
 
Zitate 
Indigener (Guatemala) - Vater - Katechet - Märtyrer. 
 
Namen
Miguel Tiu Imul

Gedenktag
31. Oktober

Lebensdaten
Geboren: 5. September 1941 in La Montaña , Departement und Diözese Quiché, Guatemala. 
Gestorben: 31. Oktober 1991 in Parraxtut, Quiché, Guatemala. 

Zeitgenossen
• Anuarite Nengapeta (1939–1964) – Kongo. Ordensfrau und Märtyrerin. Sie verteidigte ihre persönliche Würde und ihre gottgeweihte Lebensentscheidung bis zum Tod.
• Maria Ulma (1942–1944) – Polen. Tochter der seligen Familie Ulma. Sie wurde gemeinsam mit ihrer Familie ermordet, weil diese verfolgte Juden versteckt hatte.
• Antoni (Antoś) Ulma (1941–1944) – Polen. Sohn der seligen Familie Ulma. Er wurde gemeinsam mit seinen Eltern und Geschwistern ermordet. 
• Benedict Daswa (1946–1990) – Südafrika. Lehrer, Familienvater und Laienkatechet. Er widersetzte sich dem Hexereiglauben und wurde deshalb ermordet. 
 
Lebensgeschichte
Miguel Tiu Imul wurde in Parraxtut, Sacapulas, geboren. Guatemaltekischer katholischer Laie, Ehemann und Vater. Er war Katechet und Leiter der örtlichen Katholischen Aktion. Am 31. Oktober 1991 wurde er in Parraxtut im Alter von 50 Jahren verhaftet und von Todesschwadronen ermordet. Er hatte eine große Familie, die er regelmäßig zum Gebet einlud. Er war  ein hilfsbereiter Mensch. Seiner Familie sagte er: „Ihr braucht keine Angst vor dem Tod zu haben, denn wenn ihr die Wahrheit sagt, halten euch die Leute für böse.“ Er selbst sagte immer die Wahrheit. Er wusste, dass er verfolgt wurde, und tatsächlich war er einige Monate zuvor inhaftiert und gefoltert worden. Damals galt jeder Katholik, der sich der Realität verschrieb und Ungerechtigkeiten anprangerte, als Teil der Guerilla, so wie man in den 60er und 70er Jahren die Kommunisten verurteilte, weil man ihnen vorwarf, die Guerilla zu unterstützen. Er wollte sein Land nicht verlassen. Er sagte: „Wenn ich sterbe, sterbe ich wie Jesus.“ Man habe ihm  angekündigt, ihn zu töten, doch er habe den Namen seines Drohers nie genannt und nur gesagt: „Gott weiß es besser, es ist wie es ist.“ An seinem Todestag ging er am Spätnachmittag zum Maisfeld, wo drei seiner Kinder die Ernte einholten. Als er sein Haus verließ, wurde er von einen Mitglied eines Todesschwadron der Regierung in den Rücken geschossen. Es war 18:30 Uhr am 31. Oktober 1991. Miguel war 50 Jahre alt.
 
Warum wurde er (und viele andere Christen) getötet? Jahre später fasste die UN-Kommission zur Aufklärung der Geschichte die Gründe für die brutale Verfolgung der katholischen Kirche in Guatemala wie folgt zusammen: „Die katholische Kirche vollzog in der jüngeren Geschichte Guatemalas innerhalb kürzester Zeit einen Wandel von einer konservativen Position hin zu Positionen und Praktiken, die auf Grundlage des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965) und der Bischofskonferenz von Medellín (1968) die Arbeit mit den Ausgeschlossenen, Armen und Marginalisierten in den Vordergrund stellten und den Aufbau einer gerechteren und gleichberechtigteren Gesellschaft förderten. Diese doktrinären und pastoralen Veränderungen standen im Widerspruch zur Strategie der Bekämpfung den Aufstands der Bevölkerung, die Katholiken als Verbündete der Guerilla und somit als Teil des inneren Feindes betrachtete die der Verfolgung, dem Tod oder der Vertreibung ausgesetzt wurden.“ (1999)
 
Verehrung
Die Seligsprechung der Märtyrer aus  Quiché (Guatemala) erfolgte am 4. Dezember 2020 in Santa Cruz de Quiché, Guatemala. Das Martyrium entstand aus Armut, Rassismus, sozialen Ungleichheiten, Unterdrückung, Korruption und Arbeitslosigkeit. Es begann mit Demonstrationen, mündete in Konfrontationen zwischen Guerillas und der Armee, wuchs zu einem „unangekündigten Bürgerkrieg“ an und führte in mehreren Departements zu einer grausamen Verfolgung der katholischen Kirche. Am stärksten betroffen war das Departement El Quiché im Westen Guatemalas. 

Tausende Katholiken, insbesondere Katecheten, wurden damals getötet. Es genügte, eine katholische Bibel oder einen Rosenkranz zu besitzen oder sich der Nächstenliebe zu widmen, um als Guerillakämpfer und somit als Todesgefangener eingestuft zu werden. Unter den vielen, die wegen ihres Glaubens, ihres gelebten Evangeliums, ihres Dienstes an den Bedürftigsten und ihres Bestrebens, Jesus nachzufolgen, getötet wurden, wurden zehn Menschen für den Seligsprechungsprozess ausgewählt.

Quellen
 www2.bistum-augsburg.de, Wikipedia, heiligenlexikon.de und andere. 
 
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