Elisabeth von Dijon, 8. November

Elisabeth Dijon (1880-1906)

Gebet von Elisabeth 
O mein Gott, Dreifaltigkeit, die ich anbete: Hilf mir, mich ganz zu vergessen, um mich in Dir anzusiedeln, … in Deinem ewigen Jetzt. … Mach mein Herz ruhig und still. Lass es Dein Himmel sein, Deine geliebte Wohnung und der Ort Deiner Ruhe. … Ich will bei Dir sein mit meinem ganzen Wesen, ganz wach in meinem Glauben, ganz und gar Anbetung, ganz ausgeliefert an Dein schöpferisches Handeln.
 
O mein Christus, den ich liebe, Du, aus Liebe gekreuzigt, ich möchte Braut sein für Dein Herz, ich möchte Dich mit Ehre überschütten, ich möchte Dich lieben - so sehr, dass ich daran sterbe! … Komm, bete in mir den Vater an! Komm, heile und erlöse mich.
O ewiges Wort, Wort meines Gottes, ich will mein Leben damit verbringen auf Dich zu hören, ich will ganz offen und empfänglich sein, um alles von Dir zu lernen. Und dann durch alle Dunkelheit, alle Leere, alles Unvermögen hindurch den Blick fest auf Dich richten! In Deinem hellen Licht bleiben! …
 
Geist der Liebe, Feuer, das verzehrt, komm über mich und lass das Wort in Wahrheit neu Mensch werden in mir...
 
Und Du, Vater, beuge Dich nieder über Dein armes, kleines Geschöpf, bedecke es mit Deinem Schatten und sieh in mir nur noch ihn, an dem Du alles Wohlgefallen hast.
O meine "Drei", mein Alles, mein Himmel, unendlich Einer, Unermesslichkeit, in die ich mich verliere;  … In Dir geborgen will ich warten, bis ich dahin gelange in Deinem Licht ...

Ordensfrau, Mystikerin

Namen
 Gott schwört, vielleicht auch Haus des Elija (hebr.)
Namenstage: Elisabeth, Elisa, Ella, Elsa, Elsbeth, Lisbeth, Sabeth, Bettina, Lisa, Isabell, Ilse, Lily, Sissi

Gedenktag
9. November

Lebensdaten
Geboren am 18. Juli 1880 bei Bourges (Frankreich), gestorben am 9. November 1906 in Dijon (Frankreich). 
 
Lebensgeschichte
Die Offizierstochter Marie-Joséphine-Élisabeth Catez kam am 18. Juli 1880 in einem Militärlager zur Welt. Ihr ungestümes Temperament stand im Widerspruch zur tiefen Liebe, die sie für Jesus empfand, weswegen sie beschloss, ihre heftigen Neigungen zu besiegen.
Die sehr musikalische und lebensfrohe Jugendliche gewann mit 13 Jahren einen ersten Preis am Konservatorium und wurde Pianistin. Jedoch reifte in ihr auch der Wunsch nach einem geistlichen Leben. Sie fühlte sich immer mehr in den Karmel berufen. Als sie 21 wurde, stimmte schließlich auch die Mutter zu, und ihr großer Traum konnte sich erfüllen.
1901 trat sie mit dem Ordensnamen Elisabeth von der Dreifaltigkeit in den Karmel von Dijon-Flavignerot ein. Dort jedoch plagten sie seelische und körperliche Leiden. Trotzdem wollte sie ein „Lobpreis der Herrlichkeit Gottes“ werden, „der uns so sehr geliebt hat“. In vielen Briefen beschrieb sie ihren inneren Weg durch Dunkelheiten und mystische Gnaden.
Ihre berühmteste literarische Hinterlassenschaft ist das Gebet zur heiligsten Dreifaltigkeit, der sie ihr ganzes Leben weihte: „Schenk Frieden meiner Seele, mach sie zu deinem Himmel, zu deiner geliebten Wohnung und dem Ort deiner Ruhe. Gib, dass ich dich dort nie allein lasse, sondern ganz da bin, ganz wach in meinem Glauben, ganz anbetend, ganz ausgeliefert an dein schöpferisches Handeln.“
 
Ihre unheilbare Krankheit, eine Nebenniereninsuffizienz, mündete in einen neunmonatigen Todeskampf, während dem sie trotz unerträglicher Schmerzen immer wieder von der Freude sprach, sich Gott hingeben zu dürfen.
Am 9. November 1906 erfüllte sich mit ihrem irdischen Tod ihr Lebensziel: die Vereinigung mit der göttlichen Dreifaltigkeit.
 
Verehrung
1984 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen, wurde Elisabeth von der Dreifaltigkeit 2016 von Papst Franziskus heiliggesprochen. Ihre Gebeine werden in der Kirche Saint-Michel in Dijon verehrt. Dort gibt es auch ein kleines Museum mit Gegenständen aus ihrem Leben.
 
Quellen
www2.bistum-augsburg.de, Wikipedia, heiligenlexikon.de, Heilige  und andere. 
 
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