Apostel der Huronen - Glaubenszeuge unter den indigenen Völkern Nordamerikas den Wendat (Huronen).
Jean de Brébeuf, 19. Okt. / 16. März

Jean de Brébeuf (1593–1649); Gemälde in der Metropolitan Reference Library in Toronto / © Joachim Schäfer(Ökumenisches Heiligenlexikon)
„Mein Gott, ich gelobe Dir, dass ich, solange ich lebe, niemals aufhöre, für die Huronen zu arbeiten.“
Namen
John de Brébeuf oder Jean de Brébeuf
Gedenktag
16. März (Sterbetag)
26. September in Kanada
19. Oktober Gedenktag in den USA
Lebensdaten
Geboren: 1593 in Condé-sur-Vire, Normandie, Frankreich;
Gestorben: 16. März 1649 am Huronsee, Ontario, Kanada
Gestorben: 16. März 1649 am Huronsee, Ontario, Kanada
Lebensgeschichte
Jean de Brébeuf stammt aus einer alten normannischen Familie, über seine Eltern und sein Heranwachsen ist jedoch nichts mehr bekannt. Brebeuf war überdurchschnittlich groß und außergewöhnlich stark. Mit 24 Jahren wurde er Jesuiten in Rouen und 1622 Priester. 1624 folgte er einem Aufruf der Franziskaner-Missionaren, die um Unterstützung bei der Evangelisierung der indigenen Bevölkerung Nordamerikas baten. Zusammen mit vier anderen Jesuiten erreichte Brébeuf 1625 Québec. Er lernte sich an die Lebensweise und Ernährung der Einheimischen anzupassen. Brébeufs körperliche Stärke beeindruckte seine Gastgeber. Sie nannten ihn „Echon“ der Mann, der die Last trägt“. Brébeuf lernte die Sprache der Wendat, Huronen und erforschte ihre Sitten und Gebräuche. Er verfasste eine Grammatik, übersetzte einen Katechismus und erstellte ein Sprachführer. Er musste seine Tätigkeit jäh unterbrochen, als nach Ende des Krieges zwischen Franzosen und Engländern er nach Frankreich zurückkehren musste. Zwei Jahre lang nahm Brébeuf seine Arbeit am Kolleg in Rouen wieder auf, kehrte aber 1633 wieder nach Kanada zurück, nachdem England an Frankreich einen Friedensvertrag miteinander geschlossen hatten. Die Prüfung ob der Glaube der Christen sich als tragfähig erweist prägte das Leben. Als eine Dürre das Land heimsuchte, gaben die einheimischen Schamanen dem Kreuz an der Priesterhütte die Schuld für die Dürre; die Jesuiten versprachen eine Novene zu beten und hielten eine Prozession um das Dorf ab. Als der Regen nach den Gebeten einsetzte, deuteten die Indigenen dies als Gebetserhörung. Als Brébeuf eine Mission in Ossossané gründete, machte ihn der Rat der Dorfhäuptlinge für die dort grassierende Krankheit verantwortlich und beschloss, ihn hinzurichten. Dasselbe Urteil wurde für alle Jesuitenmissionare durch den Rat der Huronen im März 1640 gefällt.
Brébeuf musste daraufhin nach Québec fliehen. Er wurde darüberhinaus beschuldigt, sich mit den Feinden der Huronen, dem Seneca-Clan der Irokesen, verschworen zu haben. Im September 1648 brach er mit Gefährten wieder zu den Wendat, Huronen auf. Die Irokesen aber überfielen das Dorf und nahmen ihn gefangen. Nach Folterungen wurden die Jesuiten und die gefangenen Huronen gezwungen, nackt durch den Schnee zu einem nahegelegenen Dorf zu laufen, wo die Gefangenen einen Spießrutenlauf durchlaufen musste und anschließend an Marterpfählen zu Tode gefoltert wurden. Zuerst erhitzten die Peiniger eine Kette von Beil-Klingen und legten das glühende Eisen auf Brébeufs Schultern. Da er nicht vor Schmerzen schrie, bedeckten ihn seine Peiniger mit harziger Rinde, die sie anzündeten. Er ermutigte seine Glaubensgenossen weiterhin, standhaft zu bleiben. Dann schnitten sie seine Nase ab und steckten ihm ein glühendes Eisen in den Hals, um ihn zum Schweigen zu bringen; sie übergossen ihn mit kochendem Wasser, um die Taufe zu verhöhnen, und skalpierten ihn, schnitten ihm die Zehen ab und rissen ihm schließlich das Herz heraus. Brebeuf war 56 Jahre alt und hatte 20 Jahre lang in Neufrankreich, in Kanada gelebt.
Verehrung
Brébeuf und sieben weitere Jesuitenmissionare, die »Kanadischen Märtyrer«, wurden von Papst Pius XI. 1925 selig- und 1930 heiliggesprochen. Gemeinsam werden sie als Schutzpatrone Kanadas verehrt. In Midland, Ontario, Kanada ist den acht Märtyrern die Kirche Martyrs’ Shrine geweiht, die Papst Johannes Paul II. 1984 besuchte.
Quellen
wikipedia.de; www2.bistum-augsburg.de; heiligenlexikon.de; evangeliumtagfuertag.org; orthpedia.de; mittelalter-lexikon.de und andere