Franz Reinisch, 21. August
„Ich denke, rede und handle nicht, was und weil es andere denken, reden, handeln, sondern weil das meine innere Überzeugung ist!"

Franz Reinisch (1903-1942)
„Es muss Menschen geben, die gegen den Missbrauch der Autorität protestieren; und ich fühle mich berufen zu diesem Protest.“
“Den Eid, den Soldateneid auf die nationalsozialistische Fahne, auf den Führer, darf man nicht leisten. Das ist sündhaft. Man würde ja einem Verbrecher einen Eid geben.“
Namen
Franz Reinisch
Gedenktag
21. August (Sterbetag)
Lebensdaten
Geboren am 1. Februar 1903 in Feldkirch, Österreich; am 7. Juli 1942 zum Tode verurteilt; hingerichtet am 21. August 1942
Lebensgeschichte
Franz Reinisch wäre das zweite Kind von fünf Geschwistern seiner Eltern Franz und Maria in Feldkirch, im Vorarlberger Land in Österreich. In der Stadtpfarrkirche von Feldkirch (später Domkirche St. Nikolaus) getauft. Schon kurz nach der Geburt zieht die Familie Reinisch nach Bozen um, weil der Vater, ein Finanzbeamter, dorthin versetzt wird. Franz erkrankt schwer und nur die aufopfernde Pflege der Mutter erhält ihn am Leben. Der Beruf des Vaters führt die Familie 1906 nach Bruneck und 1908 nach Innsbruck, wo sie für mehrere Jahre bleiben.
Während der Vater den Kindern christliche Werte und Traditionen, ferner das Klavierspielen beibringt und die Liebe zur Natur vermittelt, ist die Mutter ihnen ein Vorbild durch ihre ruhige und fleißige Art. Sie geht mit ihren Kindern oft in die Kirche zum Gottesdienst oder zur Maiandacht. Durch solche Gelegenheiten wächst eine tiefe Marienliebe im Herzen von Franz. Ab September 1909 besucht Franz die Volksschule.
In einer wirren Zeit rund um den Beginn des Ersten Weltkriegs wechselt Franz Reinisch mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Andreas, der ihm ein Vorbild war, auf das Gymnasium der Franziskaner in Hall. Sie wohnen beide im dortigen Internat und werden von den mit Lehrern als fleißig und brav beschrieben. Einen besonderen Eindruck hinterlässt bei den Jungen ein Franziskanerpater, der jedoch bald nach Bozen versetzt wird. Sie berichten einmal als Erwachsene, dass sie bei einem längeren Aufenthalt dieses Lehrers in Hall wohl in den Franziskanerorden eingetreten wären.
Im September 1919 verlassen Franz und sein Bruder das Internat und beziehen gemeinsam eine Wohnung.
Seine Mitschüler sehen in Franz einen fröhlichen Menschen, der in seiner impulsiven und empfindsamen Art lauthals lachen und hemmungslos weinen konnte. Franz selbst schaut gerne auf seine Jugendzeit zurück und trotz einiger leichtsinnigen Streiche hält er fest: „Eines blieb in mir wach, die Liebe zur marianischen Studentenkongregation und damit zur lieben Gottesmutter und zum eucharistischen Heiland.“
Franz immatrikuliert sich am 28. September 1922 an der Leopold-Franzens-Universität für das Jurastudium. Er hätte lieber etwas im technischen Bereich studiert, allerdings will er seine Eltern wegen der einsetzenden Inflation nicht zu sehr belasten. So bleibt er zu Hause wohnen und studiert mit seinem Bruder in der Heimatstadt. Er führt ein Dasein voller Frohsinn, den er durch das ein oder andere Lied mit ins Elternhaus trägt. Dem Wahlspruch seiner Studentenverbindung fügt er noch Jesus und Maria hinzu und macht ihn so zum Wahlspruch seines eigenen Lebens: „Immobiles sicut patriae montes! – Unbeweglich wie die Berge unserer Heimat – steht unser Glaube an Jesus Christus und Maria“. Franz Reinisch kann ganze Nächte durchtanzen und ist dennoch genügsam beim Alkoholgenuss. Er achtet stark auf sein Äußeres, dass er bis zu dreimal täglich die Kleidung wechselt und seine Schwestern ihm immer wieder die Hosen bügeln müssen. Es ist nicht verwunderlich, dass Franz bald die Aufmerksamkeit der jungen Damen auf sich zieht. In tiefer Freundschaft ist er nun mit dem evangelischen Mädchen Ludowika Lienhart verbunden.
Einen Wendepunkt in seinem Leben erfährt Franz Reinisch bei vierwöchigen Exerzitien Anfang 1923 in Wylen bei Basel. Die Vorträge und der Wechsel zwischen Gebet und Arbeit im Haus werden für ihn zu einem tiefgehenden Erlebnis. Noch bewegt von diesen Eindrücken geht Franz Reinisch im Sommersemester 1923 nach Kiel und belegt dort das Fach Gerichtsmedizin. Die Verdorbenheit und das religiös-sittliche Elend dieser Stadt erschüttern ihn tief. Er will etwas gegen die Gottlosigkeit tun und die Menschen für Christus gewinnen. Als er im Juli 1923 nach Hause zurückkehrt, hat er den Entschluss gefasst, Priester zu werden.
Franz Reinisch beginnt im Wintersemester 1923/24 mit seinen philosophisch-theologischen Studien in Innsbruck. Er verliert auch in dieser Zeit seine Lebenslust nicht. Im Herbst 1925 wechselt Franz Reinisch ins Priesterseminar nach Brixen, wo er nun weiter studiert. Kurz zuvor beendet er seine Beziehung zu Ludowika Lienhart. Im Seminar lernt er zum ersten Mal einige Pallottinerstudenten kennen, unter ihnen Frater Richard Weickgenannt, dem er sich freundschaftlich verbunden fühlt. Weihnachten 1926 macht Franz Reinsch eine Wallfahrt nach Rom. Besonders die Papstaudienz bei Pius XI. beeindruckt ihn sehr. Später schreibt er im Gefängnis: „Dort erlebte ich die ganze Hingabe an den hl. Vater Pius XI. Seitdem ist mir das Geheimnis Petri ein Lieblingsgeheimnis geworden.“
Nach der Überwindung schwerer Zweifel bezüglich seiner Berufung, in denen er die fürbittende Hilfe der hl. Therese von Lisieux erfährt, wird Franz Reinisch am 02. Juni 1928 zum Diakon geweiht. Am 29. Juni desselben Jahres empfängt er in Innsbruck in der Pfarrkirche St. Jakob (heute Dom) von Bischof Sigismund Waitz die Priesterweihe. Zwei Tage später feiert Franz Reinisch in der ihm vertrauten Wiltener Pfarrkirche „Mariä Empfängnis“ seine Primiz. Nach der Hl. Messe soll eine unbekannte Frau seiner Mutter gesagt haben, dass ihr Franz einmal als Märtyrer sterben werde.
Franz Reinisch erhält neben vielen anderen Glückwünschen zur Priesterweihe auch einen Brief seines ehemaligen Studienkollegen, dem Pallottinerpater Richard Weickgenannt. Er schreibt darin: „Es würde mich freuen, Dich einmal als Mitbruder begrüßen zu können.“ Dieses Wort lässt Franz Reinisch nicht mehr los und nach einiger Zeit tritt er am 3. November 1928 ins Noviziat der Herz-Jesu-Provinz der Pallottiner in Untermerzbach bei Bamberg ein. Die Umstellung fällt ihm nicht leicht. In den ersten Wochen machen ihm der genau geregelte Tagesablauf und der Verzicht auf das Rauchen schwer zu schaffen. Er will die Gemeinschaft verlassen doch in seinem Innern hört er den Anruf: „Bleib!“
In der Gemeinschaft wird Franz Reinisch als froher und schlagfertiger Mitbruder wahrgenommen, der gerne den ein oder anderen Streich spielt. Er kann hervorragend Orgel spielen und leitet im Noviziat den Chor. Am 8. Dezember 1930 legt er die erste Profess ab und wird damit Pallottiner. Er bleibt noch zwei Jahre in Untermerzbach als Lektor für Philosophie und wechselt 1932 nach Salzburg, um sein Theologiestudium abzuschließen. Am 9. Juli 1933 wechselt er ins Provinzhaus der Pallottiner in Friedberg, wo er sich der Jugendarbeit widmen soll. Am 8. Dezember 1933 legt er in der Wallfahrtskirche “Herrgottsruh” in Friedberg die ewige Profess ab.
In Friedberg erfährt Pater Franz durch die Priesterzeitschrift „Sal terrae“ von der Schönstatt-Bewegung. Hier findet er, was er schon lange gesucht hat: eine moderne kirchliche Erneuerungsbewegung, die gegenüber den Gleichschaltungstendenzen der Nazis die Freiheit des Einzelnen und das Persönlichkeitsprofil favorisiert und gegenüber dem Führerprinzip die eindeutige Ausrichtung auf Christus. Franz möchte diese Bewegung kennenlernen und fährt am 2. August 1934 nach Schönstatt (Koblenz). Der Besuch dort wird für ihn zum Beginn einer Wende seines spirituellen Lebens. Hier sieht er das Ideal Vinzenz Pallottis, Apostel für Christus heranzubilden, auf lebendige Weise verwirklicht. In seiner Begeisterung schreibt er: „Wer ein echter Pallottiner sein will, muss Schönstätter sein.“
In den folgenden Jahren erlebt Franz Reinisch verschiedene Versetzungen. Das Hitler-Deutschland durchdringt immer mehr alle Gesellschaftsschichten. Die Kriegsvorbereitungen schreiten voran.
Es schien alles so einfach und klar. Millionen treuer Katholiken glaubten Hitler und seiner braunen Gefolgschaft vertrauensvoll die guten Absichten, zogen reinen Gewissens für ihn in den Krieg, verziehen ihm das, was von Judenhatz, Massakern und KZs an die Öffentlichkeit drang, bereitwillig als unangenehme Begleiterscheinung beim mühevollen Werk der nationalen Erneuerung: Bischöfe, Theologen, Gemeindepfarrer, Kanzelredner, Religionslehrer hatten sie ja in ihrer übergroßen Mehrheit ermutigt, die Zweifel beiseite zu lassen und freudig ihre Pflicht zu tun.
Ganz wenige Querköpfe aber waren nicht bereit, sich das selbstständige Denken austreiben und die persönliche Verantwortung abnehmen zu lassen. Gegen den übermächtigen Druck der öffentlichen Meinung, gegen den Zwang des „man macht das jetzt eben so“, gegen das ständige Trommelfeuer von guten Ratschlägen, freundlichen Ermunterungen und finsteren Drohungen von allen Seiten brachten sie es fertig, ihr Gewissen entscheiden zu lassen. Ließen sich auslachen, terrorisieren, im schlimmsten Fall einsperren und töten.
Einer von ihnen war der aus Tirol stammende Priester Franz Reinisch.
Franz Reinischs offene Gegnerschaft gegenüber den Nazis bleibt nicht folgenlos. Am 3. April 1940 hält er in Winzeln (etwa 30 km von Rottweil entfernt) vor Männern einen Vortrag zum Thema: „Wer macht Geschichte? Was muss der katholische Mann und Jungmann tun? Wer will den Weltenbrand, die Weltkatastrophe? – Der Teufel mit seinem Anhang.“ Seine dort getroffenen Aussagen werden Franz zum Verhängnis. Ein Spitzel hatte Meldung gemacht. Franz Reinisch spricht am 13. Juni 1940 ein zweites Mal in Winzeln und wird kurze Zeit später von der Koblenzer Gestapo vorgeladen. Beim Verhör zeigen sich die Beamten beeindruckt von der Haltung und Standfestigkeit von Franz Reinisch. Man bietet ihm an: „Kommen Sie doch zu uns, solche Männer können wir brauchen!“ Solchen Überredungsversuchen entspricht Franz natürlich nicht. Am 12. September 1940 wird ihm ein Predigt- und Redeverbot im gesamten Reichsgebiet erteilt. Er muss seine Arbeit für die Schönstätter Weltmission und für die Männer aufgeben, was ihn jedoch nicht untätig werden ließ. Er geht in den Untergrund und trifft sich deutschlandweit mit kleinen eingeweihten Gruppen zum Gespräch und zur Ermutigung. Außerdem übersetzt und verbreitet er Predigten des Papstes.
Eine weitreichende Konsequenz des Predigt- und Redeverbots besteht in der Unmöglichkeit, eine Pfarrstelle zu besetzen. Eine Befreiung vom Kriegsdienst ist aber nur den Pfarrern gestattet. So erhält Franz Reinisch am 1. März 1941 den Bereitschaftsbefehl zur Einberufung in die Wehrmacht. Danach setzt er sich noch intensiver als bisher mit dem Fahneneid auseinander. In den Stürmen heftigster Emotionen der Angst, Beklemmung und der Furcht vor dem Versagen geben ihm das Gebet in der Kapelle in Schönstatt und Gespräche mit Pater Kentenich, dem Gründer der Schönstatt-Bewegung, neue Kraft und Zuversicht. Franz ringt sich endgültig zur Entscheidung durch, den Eid zu verweigern. Hitler ist für ihn ein Verbrecher, ein Antichrist.
Seit dem 2. August 1934 gilt folgende Eidesformel: „Ich schwöre bei Gott diesen heiligen Eid, dass ich dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, dem obersten Befehlshaber der Wehrmacht, unbedingten Gehorsam leisten und als tapferer Soldat bereit sein will, jeder Zeit für diesen Eid mein Leben einzusetzen.“ Die Oberen fordern Franz zur Eidesleistung auf. Sie wollen sein Leben retten und ihre Gemeinschaft vor drohenden Repressalien schützen. Franz lehnt ab. Er will und kann auf einen Mann wie Hitler keinen Eid leisten. Für seine Weigerung Hitler zu folgen und für das eindeutige Bekenntnis zu Christus ist er bereit, sein Leben einzusetzen. Das gebietet ihm sein Gewissen. Im kirchlichen Raum steht zu dieser Zeit die Berufung auf das Gewissen nicht hoch im Kurs und erst recht nicht die Verweigerung des Fahneneides. Darum verwundert es nicht, dass Franz Reinisch in den eigenen Reihen auf Unverständnis und Ablehnung stößt. Die staatlichen Behörden verlangten absoluten Gehorsam und ahndeten jede Abweichung.
Seit dem 2. August 1934 gilt folgende Eidesformel: „Ich schwöre bei Gott diesen heiligen Eid, dass ich dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, dem obersten Befehlshaber der Wehrmacht, unbedingten Gehorsam leisten und als tapferer Soldat bereit sein will, jeder Zeit für diesen Eid mein Leben einzusetzen.“ Die Oberen fordern Franz zur Eidesleistung auf. Sie wollen sein Leben retten und ihre Gemeinschaft vor drohenden Repressalien schützen. Franz lehnt ab. Er will und kann auf einen Mann wie Hitler keinen Eid leisten. Für seine Weigerung Hitler zu folgen und für das eindeutige Bekenntnis zu Christus ist er bereit, sein Leben einzusetzen. Das gebietet ihm sein Gewissen. Im kirchlichen Raum steht zu dieser Zeit die Berufung auf das Gewissen nicht hoch im Kurs und erst recht nicht die Verweigerung des Fahneneides. Darum verwundert es nicht, dass Franz Reinisch in den eigenen Reihen auf Unverständnis und Ablehnung stößt. Die staatlichen Behörden verlangten absoluten Gehorsam und ahndeten jede Abweichung.
Um Franz vor einer Einberufung in die Wehrmacht zu schützen, versetzen ihn seine Oberen in den folgenden Monaten mehrfach kurzfristig. Die Bemühungen der Oberen nutzen nichts. Nach einem zweiten Bereitschaftsbefehl vom 15. August 1941 erhält Franz am 7. April 1942 den Gestellungsbefehl. Er soll sich am 14. April 1942 in Bad Kissingen in der Kaserne melden. Aus Protest trifft er erst einen Tag später dort ein und erklärt, dass er den Fahneneid nicht leisten werde. Er wird daraufhin inhaftiert. Wenige Tage später, am 20. April, dem Geburtstag des „Führers“, bekräftigt er noch einmal seine Entscheidung, den Eid zu verweigern. Er will sie verstanden wissen als Entscheidung für Christus. Franz Reinisch wurde in Würzburg verhört. Der Kriegsgerichtsrat, Dr. Georg Anton Oehrlein, wollte selbst einmal Priester werden und versucht mit allen Mitteln, das Leben des Paters zu retten. Er will ihn umstimmen, doch Franz widerlegt jeden Einwand mit gut durchdachten Argumenten.
Wenige Tage nach dem Verhör in Würzburg wird er am 8. Mai 1942 ins Gefängnis nach Berlin-Tegel überstellt. Auf der Zugfahrt am Tag zuvor von Bad Kissingen aus begleitet ihn ein katholischer Feldwebel namens Sebastian Hauer. Dieser willigt ein, beim Zwischenstopp in Bamberg mit ihm am späten Abend nach St. Gangolf zu gehen. Im Amtszimmer des Pfarrers kann Franz heimlich die Heilige Messe feiern.
Im Gefängnis in Berlin lernt Pater Franz Reinisch den Gefängnisseelsorger Pfarrer Heinrich Kreutzberg kennen. Ihm kann er sich anvertrauen, denn Pfarrer Kreutzberg ist einer der wenigen Menschen, die Verständnis zeigen für ihn und die Verweigerung des Fahneneids auf Hitler. Außerdem ist er der Schönstatt-Bewegung verbunden. Auf seine Bitte hin beginnt Franz Reinisch mit seinen Gefängnisaufzeichnungen.
Der 7. Juli 1942 ist der Verhandlungstag vor dem Reichskriegsgericht Berlin-Charlottenburg. Dabei kommt es zu einer harten Debatte mit dem Senatspräsidenten, in der Franz klar und begründet seinen Standpunkt darlegt. Jedoch steht das Urteil bereits fest. Franz wird zum Tod durch das Fallbeil verurteilt. Noch in der Zeit nach seiner Verurteilung macht sich Franz Gedanken, ob seine Entscheidung richtig ist. „Ich weiß, dass viele Geistliche anders denken als ich; aber sooft ich auch mein Gewissen überprüfe, ich kann zu keinem anderen Urteil kommen. Und gegen mein Gewissen kann und will ich mit Gottes Gnade nicht handeln. Ich kann als Christ und Österreicher einem Mann wie Hitler niemals den Eid der Treue leisten. Denken Sie, was dieser Mann unserer Kirche und was er Österreich angetan hat. Einem solchen Menschen Treue geloben, das kann ich nicht… Es muss Menschen geben, die gegen den Missbrauch der Autorität protestieren; und ich fühle mich berufen zu diesem Protest.“
Am 11. August 1942 wird Franz ins Zuchthaus Brandenburg-Görden verlegt. Der Abschiedsbrief kurz vor seinem Tod an die Eltern und Geschwister ist ein beeindruckendes Zeugnis seines bedingungslosen Vertrauens in Gott. Am Schluss des Briefes schreibt er: „Liebe Eltern, singt, betet ein Magnificat, wenn ihr an dieser Stelle angekommen seid. Gott ist unendlich gut. Der Heiland ist mein König in Ewigkeit und Maria, meine Königin voll Schönheit und Güte. Grüßt mir alle, denen ein Gruß von mir noch Freude macht. Es segnet Euch euer dankbarer und ewig froher Franz.”
Am 21. August 1942, morgens um 5:03, wird Pater Franz Reinisch mit dem Fallbeil hingerichtet. Reinisch blieb seinem Glauben und seinem Gewissen bis zuletzt treu.
Der Leichnam von Pater Franz Reinisch wird verbrannt und die Urne wird auf dem Urnenfriedhof des Zuchthauses Brandenburg-Görden im Grab beigesetzt. Pater Klaus Brantzen lässt die Urne unmittelbar nach der Kapitulation Deutschlands ausgraben und nimmt sie zu sich. Er ist zu dieser Zeit Kaplan in der Pfarrgemeinde St. Wilhelm von Berlin-Spandau. Danach wird sie in der Pfarrgemeinde St. Ludgerus von dem dortigen Schönstatt-Priester Pfarrer Rhode übernommen. Der Nachfolger von Pater Klaus Brantzen als Kaplan in Berlin, Pater Josef Schwan, bringt im April 1946 auf einer abenteuerlichen Fahrt die Urne nach Schönstatt, wo sie am 17. Oktober 1946 in unmittelbarer Nähe der Schönstattkapelle feierlich beigesetzt wird.
Franz Reinisch hat als einziger katholischer Priester den Fahneneid auf Hitler verweigert.
Verehrung
Am 28. Mai 2013 wurde der Seligsprechungsprozess für Pater Franz Reinisch im Bistum Trier offiziell eröffnet. Das diözesane Verfahren konnte 2019 erfolgreich abgeschlossen werden. Nun geht der Prozess in Rom weiter.
Reinischs Haltung gilt als einzigartiges Zeugnis kirchlicher Gewissensfreiheit im Dritten Reich. Zahlreiche Gedenkstätten – unter anderem in Innsbruck, Brixen, Feldkirch und im Schönstattzentrum Vallendar, wo sich sein Grab befindet – ehren ihn. 2023 wurde in Hall in Tirol der Kirchplatz in „Franz-Reinisch-Platz“ umbenannt. Sein Seligsprechungsverfahren wurde 2013 in Trier eröffnet und 2019 in Rom weitergeführt.
Franz Reinisch gilt als Vorbild für Zivilcourage und Glaubenstreue. Die katholische Kirche verehrt ihn als „Zeugen des Gewissens“, dessen Opferbereitschaft Menschen weltweit inspiriert, nach göttlicher Wahrheit und moralischer Verantwortung zu handeln.
Quellen
Bistum Augsburg; wikipedia; u. a.
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