Isidor Bakanja, 12. August

Isidor Bakanja (um 1887-1909)

Namen
Bakanja; Taufname: Isidore; wurde unterschiedlich ausgesprochen: Bakanda, Bakana, Bokando, Makanda und Makando.

Lebensdaten
Geboren: zwischen 1885 und 1890 in Bokendela, Kongo-Freistaat;
Gestorben: 15. August 1909 in Busira, Belgisch-Kongo
 
Zeitgenossen
•Titus Brandsma, 1881–1942 – niederländischer Karmelit, Priester, Journalist und entschiedener Gegner des Nationalsozialismus; er starb im KZ Dachau. 
• Edith Stein – Teresia Benedicta vom Kreuz, 1891–1942 – jüdisch geborene Philosophin, Karmelitin und Märtyrerin von Auschwitz. 
• Maria Goretti, 1890–1902 – italienische Jugendliche, die mit zwölf Jahren als Märtyrerin sexualisierter Gewalt starb und ihrem Angreifer vergab.
• Maximilian Kolbe, 1894–1941 – polnischer Franziskaner, Priester und Märtyrer von Auschwitz, der freiwillig anstelle eines Familienvaters in den Hungerbunker ging. 

Gedenktag
12. August (Gedenktag im Orden der Karmeliter); 15. August (Todestag)
 
Lebensgeschichte
Isidore Bakanja lebte zur Zeit der Gräueltaten der Kolonialzeit des Regimes von König Leopold II. im Kongo-Freistaat. Er wurde in Bokendela am Kongo, nördlich der Stadt Mbandaka (ehemals Coquihatville), geboren. Seine Eltern hießen Iyonzwa und Inyuka.
Mit Anfang zwanzig ging Bakanja flussabwärts nach Mbandaka, um Arbeit zu suchen. Dort erlernte er das Maurerhandwerk und war im staatlichen Baugewerbe angestellt. Er arbeitete nach 1900 zunächst als Maurer bei einer belgischen Staatsfirma in Coquilhatville (heute Mbondakal oder Mbandaka) und auf Bauernhöfen.
 
In Mbandaka begegnete Bakanja katholischen Missionaren des Trappistenordens (Zisterzienser).  
1902 gründeten Trappisten aus der belgischen Abdij van Onze-Lieve-Vrouw van het Heilig Hart Westmalle, die 1894 in den Kongo gekommen waren, gleich in der Nähe von Bakanjas Arbeitsstätte, in Boloka wa Nsimba, eine Missionsstation. Dort wirkten die Patres Gregor van Duenund Robert Brepoels. Am 6. Mai 1906 wurde Bakanja getauft. Am 25. November 1906 empfing er die Firmung und am 8. August 1907 seine erste heilige Kommunion in der Pfarrei St. Eugen in Bolokwa-Nsimba.
 
Bakanja lebte seinen Glauben sehr einfach und pflegte die beiden äußeren Zeichen des Rosenkranzes und des Skapuliers, die er stets trug. Durch Wort und Tat gewann er Freunde und Bekannte für den christlichen Glauben.
Bakanja fasste daraufhin den Entschluss, in seine Heimat zurückzukehren und auf einer europäischen Plantage zu arbeiten. Trotz der Warnungen seiner Freunde fand er eine Anstellung als Diener im Haus des Plantagenverwalters Reynders in Busira. Als Reynders nach Ikili versetzt wurde, begleitete ihn Bakanja. Dort war der Plantagenverwalter ein gewisser Van Cauter, der als fanatischer Gegner des Christentums und christlicher Missionare bekannt war. Bakanja verrichtete seine Pflichten gewissenhaft, und sein Verhältnis zu Reynders war herzlich, obwohl dieser ihn vergeblich ermahnte, seinen christlichen Glauben zu verbergen. Van Cauter geriet jedoch in Wut, als Bakanja sich weigerte, sein Skapulier abzulegen, und befahl, ihn schwer auszupeitschen. Bakanja nahm die ungerechte Strafe im Geiste Jesu Christi an. Später sah Van Cauter Bakanja während einer Ruhepause beten und geriet in Raserei. Er ließ Bakanja von seinem Vorarbeiter erneut an Ort und Stelle auspeitschen. Bakanja wurde mit einer Peitsche aus Nilpferdhaut, die mit Nägeln besetzt war, über 250 Mal geschlagen. Anschließend wurde er eingesperrt und angekettet. Schließlich wurde er freigelassen und angewiesen, Reynders nach Isoko zu begleiten. Kaum gehfähig, versteckte sich Bakanja im Wald. Nach drei Tagen wurde er von einem anderen Beamten namens Dorpinghaus entdeckt, der die Plantage inspizierte. Bakanja wurde zu einem Flussboot gebracht und seine Wunden, die bereits zu eitern begannen, wurden behandelt. Auch seine freiliegenden Knochen bereiteten ihm große Schmerzen.
In Ngomb'Isongo, wo das Flussboot anlegte, ließ sich die Infektion nicht mehr eindämmen. Bakanja wurde nach Busira gebracht, wo er vom dortigen Katecheten gepflegt wurde. Am 24. und 25. Juli 1909 besuchten ihn zwei Trappistenmissionare, von denen er die Sterbesakramente empfing. Er starb am 15. August, nachdem er seinem Verfolger vergeben und für ihn gebetet hatte. Van Cauter wurde daraufhin von seinen Arbeitgebern vor Gericht gestellt und zu einer Gefängnisstrafe von zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

Isidore Bakanja gilt als ein starker Zeuge für die Gnade der Versöhnung, die zwischen Menschen verschiedener Rassen erlebt werden kann.
„Schon bald zeigten sich die Früchte seines Martyriums. In den folgenden Monaten registrierte man in der Gegend von Busira mehr als 4000 Taufen.“verurteilt.

Verehrung
Am 25. April 1994 wurde Isidore Bakanja von Papst Johannes Paul II. in Anwesenheit hunderter afrikanischer Bischöfe, Priester und Ordensleute seliggesprochen, die an der Sonderversammlung für Afrika der Bischofssynode in Rom teilnahmen.
 
 
 
Leo, XIV sprach am 8. November 2025 bei der Jubiläums Generalaudienz für die Arbeiter über Isidor:
Hoffen heißt Zeugnis geben: bezeugen, dass sich bereits alles verändert hat, dass nichts mehr so ist wie zuvor. Deshalb möchte ich heute über einen Zeugen der christlichen Hoffnung in Afrika sprechen. Sein Name ist Isidor Bakanja, er wurde 1994 seliggesprochen und ist Patron der Laien im Kongo. Er wurde 1885 geboren, als sein Land eine belgische Kolonie war, und hat nie eine Schule besucht, da es in seiner Stadt keine gab, sondern wurde Maurerlehrling. Er freundete sich mit den katholischen Missionaren, Trappistenmönchen, an. Diese erzählten ihm von Jesus, er nahm die christliche Unterweisung an und ließ sich im Alter von etwa 20 Jahren taufen. Von diesem Moment an erstrahlte sein Zeugnis immer heller. Hoffen heißt, Zeugnis zu geben: Wenn wir das neue Leben bezeugen, nimmt das Licht auch inmitten von Schwierigkeiten zu.
Isidor stand als Landarbeiter im Dienst eines skrupellosen europäischen Gutsherrn, für den sein Glaube und seine Authentizität unerträglich waren. Der Gutsherr hasste das Chris-tentum und die Missionare, die die Einheimischen gegen die Misshandlungen von Seiten der Kolonialherren verteidigten. Isidor jedoch trug bis zum Ende sein Skapulier mit dem Bild der Jungfrau Maria um den Hals. Er ertrug alle Arten von Misshandlungen und Folter, ohne die Hoffnung zu verlieren. Hoffen heißt, Zeugnis zu geben! Bevor Isidor starb, beteuerte er in Anwesenheit der Trappis-ten, dass er keinen Groll hege, sondern versprach vielmehr, auch im Jenseits für diejenigen zu beten, die ihn so zugerichtet hatten.“
 
Quelle
Bibliographie Raymond Boisvert und James Conlon, Bakanja(Nairobi: Paulines Publications, 1996);
 Artikel von Dr. Aylward Shorter M.Afr., Emeritus-Rektor des Tangaza College Nairobi, Katholische Universität von Ostafrika, recherchiert und verfasst (2003); 
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