Fulton Sheen, 24. September

"Uncle Fultie", sein Spitzname, wurde  als TV-Star für sein Medienapostolat bekannt. Seine Sendung "Das Leben ist lebenswert" erreichte die  höchsten Zuschauerzahlen im US-Fernsehen der Nachkriegszeit. 
 

Fulton John Sheen (1895-1979)
 
Name
Peter John Sheen; statt Peter nannte es sich Fulton nach dem Nachnamen seiner Mutter. 
 
Lebensdaten
Geboren: 8. Mai 1895 in El Paso, Illinois USA;
Gestorben: 9. Dezember 1979 in New York. 

Zeitgenossen
• Teresa von Calcutta (1910–1997) – weltweite Caritas und Dienst an den Armen.
• Gianna Beretta Molla (1922–1962) – Ärztin, Ehefrau und Mutter.
• Pio von Pietrelcina (1887–1968) – Kapuziner, Beichtvater und Mystiker; sein Apostolat geschah besonders durch Eucharistie, Beichte und persönliches geistliches Leben.
• Josemaría Escrivá (1902–1975) – Spiritualität der Heiligung des Alltags.

Lebensgeschichte
Fulton John Sheen wurde am 8. Mai 1895 in El Paso, Illinois, USA, als Sohn irischer Eltern geboren, die ein bescheidenes Baumarkt betrieben. Fünf Jahre später war die Familie aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen, in die Nähe der Stadt Peoria zu ziehen. Hier besuchte das Kind erfolgreich die Grund- und Sekundarschule.
1913 beschloss der junge Peter, sein Studium fortzusetzen und schrieb sich am College St. Viator aus Bourbonnais, ebenfalls in Illinois, unter der Regie der Viatorianer-Patres, wo er die Kurse mit Exzellenz abschloss und ein Stipendium erhielt. In diesen Jahren spürte er deutlich seine Berufung zum priesterlichen Leben. Deshalb gab er das Stipendium auf und wurde in das Saint Paul Seminar in Minnesota aufgenommen. Nach Abschluss der Ausbildung erhielt er am 20. September 1919 die Priesterweihe.
Im Jahr 1920 erwarb Don Peter erfolgreich seinen Bachelor of Catholic Law und Sacred Theology an der Catholic University of America und promovierte später in Philosophie an der Universität Löwen in Belgien. Während des akademischen Jahres 1924-1925 absovierte er einen Kurs in Dogmatischer Theologie an der St. Edmund von Ware Universität in, England und absolvierte erfolgreich den Abschluss für Philosophie in Löwen. Anschließend wurde er zum Professor an der Catholic University of America ernannt, die er bis 1950 innehatte.
Sheen begann im März 1930 eine Radiosendung mit dem Titel ‚The Catholic Hour‘ zu moderieren, die er etwa zwanzig Jahre lang leitete, und erreichte in kurzer Zeit eine große Anzahl von Zuhörern und einen außergewöhnlichen Erfolg, der zu vielen Bekehrungen zum katholischen Glauben führte. Für seine große Anstrengung der Evangelisierung verlieh ihm Papst Pius XI. den Titel Monsignore und Ehrenprälat. Von 1950 bis 1966 wurde er zum Nationaldirektor der Gesellschaft für die Verbreitung des Glaubens ernannt, in der er ein großes Bewusstsein für die missionarische Aktion der Kirche aussprief.
Am 28. Mai 1951 wurde er zum Weihbischof von New York ernannt. In den folgenden Jahren setzte er sein Apostolat mit neuem Enthusiasmus durch die Massenmedien fort und moderierte eine Sendung mit dem Titel ‚Life is Worth Living‘, die von fast fünfhundert Fernseh- und Radiosendern bis zu dreißig Millionen Zuschauern pro Woche erreichte. In seiner Arbeit zeichnete er sich durch Genauigkeit und Hingabe aus und näherte sich mit effektiver Einfachheit selbst den anspruchsvollsten Glaubensthemen. Für sein großes Engagement erhielt er 1952 den Emmy Award, einen der wichtigsten Rundfunk- und Fernsehpreise.
Während dieser Jahre des fruchtbaren Apostolats wurde er auch mit Hindernissen, Schwierigkeiten und Momenten des Missverständnisses konfrontiert. Vor allem aber unternahm er zahlreiche internationale Reisen im Zusammenhang mit seinen institutionellen Aufgaben. Für diese intensive Tätigkeit ernannte ihn Papst Johannes XXIII. zum Mitglied der Missionskommission und bezeichnete ihn als einen der engagiertesten und fleißigsten Mitarbeiter zur Vorbereitung der Sitzungen des Zweiten Vatikanischen Konzils. Paul VI. berief ihn in die Post-Conciliare-Kommission für den Bereich ‚Missionen‘. Der Papst beschloss außerdem, ihm 1966 die Diözese Rochester im Bundesstaat New York anzuvertrauen. Hier gelang es Bischof Peter, alle Strukturen zu reorganisieren und die verschiedenen Aktivitäten zu beleben, indem er sich der Sorge um die Seelen und der Ausbildung von Seminaristen und des Klerus widmete sowie sich um eine umfassende Hilfe für die Bedürftigsten und Kranken kümmerte.
Sheen versuchte auf jede erdenkliche Weise, die Leitlinien des Konzils vor allem gegenüber den schwächeren sozialen Schichten anzuwenden, und schuf eine authentische „Grenzpastoral“. Sein Apostolat wurde von Papst Paul VI. sehr geschätzt, der 1969 seinen Rücktritt akzeptierte und ihn zum Titularerzbischof von Newport ernannte. Auf diese Weise konnte er nach New York City zurückkehren, wo er in einer kleinen, bescheidenen Wohnung lebte und sich selbst um seinen Haushalt kümmerte. Darüber hinaus konnte er in seinen letzten Lebensjahren sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in verschiedenen europäischen Ländern wieder lehren und predigen.
Seine außergewöhnliche pastorale Tätigkeit wurde von einem intensiven Innenleben getragen und geleitet, das täglich von der Eucharistiefeier, dem liturgischen Gebet und der Marienverehrung genährt wurde. Er lebte ständig in der Gegenwart Gottes: Daher entsprang die Ausübung der Tugenden spontan in seinem Leben und war für viele Menschen, die ihm begegneten, ein Grund zur Erbauung.
Am 15. Juli 1976 unterzog sich Bischof Peter einer sehr heiklen Operation am Herzen, die seine Gesundheit stark schwächte. Am 2. Oktober 1979 wollte er trotz seines prekären Gesundheitszustands an dem Treffen mit Papst Johannes Paul II. während seiner Apostolischen Reise in die Vereinigten Staaten teilnehmen. Bei dieser Gelegenheit kam er mit dem Krankenwagen in die Kathedrale von New York, und der Papst umarmte ihn und gratulierte ihm zu seiner hartnäckigen und starken Hingabe an die Verkündigung des Wortes Gottes und zu seiner außerordentlichen Treue zur Kirche.
Am 9. Dezember 1979 starb Sheen in New York.

Verehrung 
Das Verfahren für die Seligsprechung wurde 2003 von der Diözese Peoria eröffnet. Das diözesane Verfahren wurde 2008 abgeschlossen und die Dokumente nach Rom geschickt, wo am 15. April 2008 das Seligsprechungsverfahren aufgenommen wurde. 2012 erkannte Papst Benedikt XVI. Fulton Sheen den heroischen Tugendgrad zu. 2014 erkannte die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse die Heilung eines Neugeborenen als auf die Fürsprache Sheens zurückzuführendes Wunder an.
Die sterblichen Überreste wurden 2019 von der New Yorker St.-Patrick’s-Kathedrale in die Kathedrale von Peoria überführt. Papst Franziskus erkannte  2019 ein der Fürsprache Sheens zugeschriebenes Wunder als letzte Voraussetzung für die Seligsprechung an. Die Seligsprechung hätte am 21. Dezember 2019 in der Kathedrale von Peoria erfolgen sollen, in der Fulton Sheen zum Priester geweiht worden war. Aufgrund einer Rechtsstreits der Diözesen New York und Peoria über die sterblichen Überreste Sheens wurde die Seligsprechung verschoben und findet bin am 24. September 2026 in Illonis statt.
 
Quellen
Wikipedia, heiligenlexikon.de und andere
 
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