Remigius von Reims, 1. Oktober

Remigius (436-533); Gemälde Taufe dea Merowingerköniga Chlodwigs 497 [Ausschnitt] von Meister Saint-Gilles (um 1500); National Gallery of Art, Washington, D. C.
 
Apostel der Franken; Gründungsfigur des Volkes der Franzosen

Du sollst dir Ratgeber heranziehen (Remigius bei der Taufe zu Chlodwig, König, der Franken), die deinem guten Ruf zur Zierde sein können. Und deine Wohltätigkeit soll lauter und ehrenhaft sein, und deinen Priestern sollst du Ehre erweisen und auf ihre Ratschläge zurückkommen. Denn wenn du gut mit ihnen auskommst, wird dein Herrschaftsbereich besseren Bestand haben. Richte deine Bürger auf, schaffe den Bedrängten Linderung, nimm dich der Witwen an, verschaffe den Waisen Nahrung, … Gerechtigkeit komme aus deinem Mund: Nichts soll bezüglich der Armen und Fremden unterlassen werden, damit du nicht den Eindruck erweckst, eher Geschenke oder etwas empfangen zu wollen. Dein Palast stehe allen offen so, dass keiner von dort traurig weggeht. Was immer du an väterlichem Vermögen besitzt, daraus sollst du die Gefangenen befreien und vom Joch der Knechtschaft befreien. Wenn einer vor euer Angesicht tritt, soll er nicht den Eindruck haben, ein Fremder zu sein. Scherze mit den jungen Menschen, mit den alten aber berate dich, wenn du als edler Herrscher gelten willst.

Bischof, Apostel Frankreichs, Wegbereiter des Christentums in Europa
 
Name
Remigius; Bedeutung: Ruderer (Lateinisch)
 
Lebensdaten
Geboren: um 436 in Laon, nordwestlich von Reimes;
Gestorben: am 13. oder 15. Januar 533 in Reims (Frankreich). 

Zeitgenossen
• Genoveva von Paris (um 423–512) – Schutzgestalt von Paris, bekannt für Gebet und Fürsorge.
• Clotilde (um 475–545) – fränkische Königin und Förderin der Taufe Chlodwigs.
• Caesarius von Arles (470–542) – bedeutender Prediger und Kirchenführer.
• Avitus von Vienne (um 470–518) – Bischof und wichtiger Theologe im Übergang zur fränkischen Zeit.
 
Gedenktag
13. Januar (=Sterbetag), in Frankreich am  15. Januar.
1. Oktober (= Tag der Übertragung der Reliquien)
 
Lebensgeschichte
Remigius stammte aus einer wohlhabenden gallo-römischen Familie. Er war der Sohn von Emilius, Graf von Laon und von Celina, Tochter des Bischofs von Soissons.   Bereits im Alter von 22 Jahren wurde er zum Bischof berufen.
 
Nach der Eroberung seiner Heimatregion durch aus Osten eingedrungene Franken bemühte er sich erfolgreich um die soziale und religiöse Integration der neuen Machthaber in die spätrömische Tradition. Insbesondere machte er es sich zur Aufgabe, die Franken für die römische Kirche zu christianisieren und zur Abkehr vom Arianismus zu bewegen, dem sie teilweise anhingen. Er wird deshalb auch als „Apostel der Franken“ bezeichnet. Zudem gilt er als Gründer mehrerer Bistümer in Frankreich, wie etwa die Diözesen Arras, Laon, Thérouanne und Tournai-Cambrai.
 
Zusammen mit Königin Chlothilde, der Frau Chlodwigs, ist Remigius  Wegbereiter des Christentums in Europa. Das große Ereignis seines Lebens war die Taufe des Frankenkönigs Chlodwig, der unter dem Einfluss seiner Gemahlin Klothilde (4.6.) Christ geworden war. Am Weihnachtstag 498 (496-508) empfing er von Remigius zusammen mit seiner Schwester und vielen seiner Kinder und angeblich weiteren 3000 Franken die Taufe. Die Legende berichtet, dass dabei das Chrisamöl fehlte; Remigius betete und eine Taube brachte ihm das Salbgefäß.
 
Auch wenn König Chlodwig nicht gerade wie ein Christ lebte, so waren jetzt doch die Weichen gestellt für die Christianisierung der germanischen Franken, die damit bald der selben Religion angehörten wie die gallo-romanische Bevölkerung. Beide Bevölkerungsgruppen lebten nun nicht mehr nebeneinander sondern miteinander. Das Volk der Franzosen konnte entstehen.
 
533 stirbt Remigius im Alter von 96 Jahren im Ruf der Heiligkeit.  
 
Verehrung
570 erhielt die Basilika in Reims seinen Namen. Viele Kirchen – auch außerhalb Frankreichs sind zu seiner Ehre geweiht. Seine Gebeine befinden sich in der Basilika Saint-Remi in Reims. Besonders ist auch die Architektur der Basilika: Durch eine Lichtkrone im Gewölbe des Kirchenschiffes dringt das Tageslicht durch 96 Öffnungen ein, die die Lebensjahre des Remigius symbolisieren.

Patron
von Reims, 
 
Darstellung
meist als taufender Bischof.
 
Quellen
Wikipedia.de; www2.bistum-augsburg.de; heiligenlexikon.de;   orthpedia.de und andere
 
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