Bruno der Kartäuser, 6. Oktober

Bruno der Kartäuser (ca. 1030–1101); Francesc Ribalta um 1600, Museo de Bellas Artes de Valencia. 
 
Soli Deo - Nur für Gott, Gott allein! Selige Einsamkeit, einzige Seligkeit! (Wer glaubt ist nie allein) 

Name
Bruno von Köln oder Bruno der Kartäuser; Bedeutung: der Braune, der Bär (althochdeutsch)
Namensvarianten: Brun, Björn, Bjarne, Biornus

Gedenktag
6. Oktober

Lebensdaten
Geboren: um 1030 in Köln;
Gestorben: am 6. Oktober 1101 in La Torre, Kalabrien, Süditalien 
 
Zeitgenossen
• Romuald von Ravenna (ca.951-1027)
 etwa 60 Jahre vor Bruno, erneuerte das Eremitentum. 
• Anselm von Canterbury (1033–1109) – großer Theologe und Begründer der scholastischen Gotteslehre.
• Bernhard von Clairvaux (1090–1153) – jüngerer Zeitgenosse; Zisterzienserabt und Prediger der Gottesliebe.
• Margareta von Schottland (ca. 1045–1093) – Königin, Mutter und Förderin von Kirche und Armen.
• Ida von Boulogne (ca. 1040–1113) – Gräfin von Boulogne, Förderin von Klöstern und geistlichen Gemeinschaften.
 
Lebensgeschichte
Bruno war Sohn einer Patrizierfamilie in Köln und wurde Priester und Stiftsherr an St. Kunibert in Köln. Er vollendete seine theologischen Studien an der berühmten Domschule von Reims, deren Leitung er seiner Fähigkeiten wegen 1057 übernahm. Als Manassès de Gournay 1067 durch Ämterkauf Erzbischof von Reims wurde und Bruno zu seinem Kanzler ernennen wollte, protestierte Bruno. Er musste ins Exil, doch schlug er nach der Absetzung Manassès’ 1080 dessen Nachfolge als Erzbischof aus und bezog mit zwei Gefährten und der Erlaubnis des Benediktinerabts Robert von Molesme eine Einsiedelei in Burgund. 1085 zog er mit inzwischen sechs Gefährten zu seinem früheren Schüler, Erzbischof Hugo von Grenoble, der ihm ein Stück felsiges Land schenkte: die Cartusia, aus der die Große Kartause entstehen sollte.
 
Bruno verfasste für die Kartäuser eine Ordensregel, die als einzige noch heute volle Geltung hat: strenge Askese, kein Fleischverzehr, absolutes Schweigen und Einsamkeit in der Zelle, Treffen nur zu gemeinsamen Gebetszeiten und zur Feier der heiligen Messe, genau geregelte Zeiten der Arbeit und des Gebets.
1090 forderte ihn Papst Urban II., auch er ein ehemaliger Schüler, als Berater an und trug ihm den Bischofssitz von Reggio in Kalabrien an. Bruno schlug diese Aufgabe aus und gründete 1092 mit Erlaubnis des Landesherrn Roger von Sizilien ein Kartause-Kloster in La Torre in Kalabrien, das heutige Kloster San Stefano del Bosco in Serra San Bruno, wo er seine letzten Lebensjahre verbrachte. Bruno starb am 6. Oktober 1101.
 
Verehrung
Bruno wurde in San Stefano di Bosco beerdigt. Seine Gebeine wurden 1122 in die Ortskirche Santa Maria überführt. 1514 berief sich der Kardinalprotektor des Kartäuserordens auf eine Äußerung Papst Leos X. und erlaubte den Kult Brunos im Orden. 1674 bestätigte Papst Clemens X. Brunos Verehrung und weitete sie auf die ganze Kirche aus.
Weltweit gibt es aktuell etwa 16 Männerkartausen und 5 Frauenkartausen = 21 Häuser mit durchschnittlich 12 Mitgliedern. 
 
Quellen
Wikipedia, heiligenlexikon.de; 2augsburg.de; und andere. 
 
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