Chiara Badano, 7. Oktober

 
Zeugnis vor ihrem Sterben
Ich hatte so viele Pläne. … Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie jetzt meine Beziehung zu Jesus ist. … Ich spüre, dass Gott mich zu mehr ruft, zu etwas Größerem. 

Ich werde nicht mehr gesund; das weiß ich jetzt. Nun geht es darum, den Willen Gottes zu tun.
 
Sie fühlte sich wie von einer dunklen Kraft gepackt und in die Tiefe gezogen. In ihrer Panik rief sie nach der Mutter, der es gelang, sie zu beruhigen und die ihr riet, ganz auf Jesus zu vertrauen. Zu einer Freundin sagte sie:
Im Moment bin ich im Frieden. Betet dafür, dass ich es bis zum Schluss bleiben kann.
 
An ihrem Sterbetag sagte sie:
Weißt du, Mama, was ich gemacht habe? Ich habe gesungen. Ich habe gesungen: Hier bin ich, Jesus, auch heute, vor dir, ganz neu, so wie du mich willst.

Ihre letzten Worte richteten sich an ihre  Mutter: „Sei glücklich, denn ich bin es auch!“ 

Mädchen, Dulderin in Krankheit

Namen
Chiara  Badano
 
Gedenktag
Liturgischer Gedenktag: 29. Oktober (der Geburtstag); der 7. Oktober ist der Sterbetag. 

Lebensdaten
Geboren: 29. Oktober 1971 in Sassel in Nord-Italien (60 km westlich von Genua);
Gestorben: 7. Oktober 1990
 
Lebensgeschichte
Chiara  Badano wurde in Sasello 60 km westlich von Genua in eine katholische Familie als einziges Kind hineingeboren. Der Vater war LKW-Fahrer, die Mutter Angestellte in einem Betrieb

Maria Teresa und Ruggero Badano hatten elf Jahre auf ein Kind gewartet. Nach intensivem Gebet hat sich ihr Wunsch erfüllt. 1971 wurde ihre Tochter Chiara geboren
 
Sie war ein aktiver Mensch und liebte Musik und Sport. In einem Aufsatz aus dem 2. Schuljahr schrieb sie: „In wenigen Tagen ist Weihnachten... Ich hoffe, dass ich das eine oder andere Geschenk bekomme, und ich möchte an dem Tag ein gutes Herz haben. Weihnachten ist das Fest des JESUSKINDES… Ich wünsche mir, dass alle Kinder, die leiden, an diesem Tag glücklich sind.“
 
Bei der Erstkommunion 1979 erhielt sie ein kleines Neues Testament, in dem sie täglich las. Später sagte sie: „So wie es mir nicht schwergefallen ist, das Alphabet zu lernen, so soll es auch mit dem Leben nach dem Evangelium sein.“ 
 
Wenn andere sich über sie lustig machten, weil sie gläubig war, sah sie es als „Kreuz“, das zur Nachfolge JESU gehört.
 
Sie lernte mit neun Jahren die Fokolar-Bewegung in Rom kennen und war aktiv in der Gen-Bewegung, der Junge  Generation der Fokolare engagiert. Ihr Ziel war, Kinderärztin 
in Afrika zu werden. Ab 1985, nach dem Umzug der Familie nach Savona, besuchte sie das dortige Humanistische Gymnasium.
 
Bereits mit 10 Jahren beschloss sie, die Heilige Schrift zur Grundlage ihres Lebens zu machen und schrieb in diesem Sinn an Chiara Lubich, die Gründerin der Fokolar-Bewegung.
 Ihr junges Leben war bereits von einer tiefen Beziehung zu Jesus geprägt.
 
Am 30. September 1984 empfing sie, gut vorbereitet, mit 13 Jahren die hl. Firmung.
 
Mit 17 Jahren fühlte sie während eines Tennismatchs einen stechenden Schmerz. Die Diagnose der Ärzte: Knochenkrebs. Die Nachricht der unheilbaren Krankheit traf das fröhliche und sportbegeisterte junge Mädchen hart, doch sie machte sich mit unerschütterlicher Zuversicht und tiefem Glauben an die Nähe Gottes auf den Weg. Es folgten Operationen, Chemotherapie, verschiedene Therapien, Hoffnungen, Enttäuschungen. 
 
Das Zunichtewerden all ihrer Pläne und ihr Leiden machte sie Jesus zum Geschenk. Freunde, Ärzte und Eltern waren immer wieder beeindruckt von der tiefen Freude und der inneren Klarheit, die Chiara Badano trotz vieler Schmerzen  ausstrahlte, und nicht wenige fanden durch ihr Zeugnis zum Glauben.
 
Mit der Zeit musste sie sich immer häufiger Krankenhausaufenthalten und Behandlungen unterziehen und bekam immer größere Schmerzen. Chiara konnte bald ihre Beine nicht mehr gebrauchen. Eine schmerzhafte  Operation blieb ohne Erfolg.
 
Im Sommer 1990 beschlossen die Ärzte, die Behandlungen einzustellen, weil sich die Krankheit nicht mehr aufhalten ließ. Doch niemals verlor Chiara ihre innere Freunde und ihr Strahlen. Ihre Freunde, die kamen, um ihr in ihrem Leiden beizustehen, mussten feststellen, dass Chiara es war, die ihnen Mut und Zuversicht und und tiefen Glauben vermittelte. Chiara Lubich, die sie auf ihrem Krankenlager besuchte, gab ihr den Beinamen Luce (Licht), denn das war sie: Chiara Luce - ein klares Licht. 
 
Der Bischof ihrer Diözese, Livio Maritano, hatte sie in der letzten Phase ihres Lebens begleitet und war betroffen von der Entschiedenheit, mit der sie auch im Leiden aus ihrer intensiven Beziehung zu Jesus lebte. Er war es, der den Prozess der Seligsprechung angestoßen hatte. 
 
Mit Freude gab Chiara sich dem Willen Gottes anheim. Zu ihrer Mutter sagte sie öfter: "Jeder Augenblick ist kostbar; er darf nicht vergeudet werden. Wenn er gut gelebt wird, hat alles einen Sinn. Alles relativiert sich, auch in den schrecklichsten Momenten, wenn wir es Jesus schenken. Deshalb geht der Schmerz nicht verloren, sondern hat einen Sinn als Geschenk für Jesus."
 
Ihren Freunden gesteht  sie: "Jetzt fühle ich mich als Teil eines wunderbaren Planes, der sich mir nach und nach enthüllt." Ihre letzten Worte richteten sich an ihre  Mutter: „Sei glücklich, denn ich bin es auch!“
 
Verehrung
Chiara Badano wurde 2010 aufgrund eines Wunders, das sich auf ihre Fürsprache hin ereignete, seliggesprochen. Ein kleiner Bub, den die Ärzte bereits aufgegeben hatten, erlangte aufgrund eines Gebetes an ihrem Grab seine vollkommene Gesundheit.
 
 
Quellen
www2.Bistum-Augsburg.de, Wikipedia, heiligenlexikon.de und andere. 
 
Website