Margareta Maria Alacoque, 16. Oktober

Ihre Visionen und ihr Zeugnis trugen wesentlich zur Verbreitung der Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu.

Margareta Maria Alacoque (1647–1690); Glasfenster, 19. Jh. 
 
Ordensfrau - Mystikerin

Name
Margareta Maria Alacoque

Gedenktag
16. Oktober

Lebensdaten
Geboren:  22. Juli 1647 in Verosvres, Burgund, Frankreich;
Gestorben: 17. Oktober 1690 in Paray-le-Monial, Burgund, Frankreich. 

Zeitgenossen
• Maria Ward (1585–1645) – Wegbereiterin einer neuen Form weiblicher apostolischer Bildung;
• Johannes Eudes (1601–1680) förderte die liturgische Verehrung des Herzens Jesu und feierte bereits 1670 ein entsprechendes Fest – vor den bekannten Offenbarungen Margaretas
• Jeanne Guyon (1648–1717) – französische Mystikerin.
• Claude La Colombière (1641–1682) – Jesuit und geistlicher Begleiter von Margareta Alacoque;
• Blaise Pascal (1623–1662) – Mathematiker, Philosoph und christlicher Denker.
 
Lebensgeschichte
Margareta Maria (französisch Marguerite-Marie) war das fünfte von sieben Kindern des Notars Claude Alacoque und seiner Frau Philiberte. Drei Tage nach ihrer Geburt, am 25. Juli 1647, wurde Margareta Maria getauft. Ihre Taufpatin war eine adelige Verwandte namens Marguerite de Saint-Amour. Die Familie Alacoque lebte Haus an Haus mit der Familie Laroche, in die eine Schwester des Vaters einheiratete. Das Verhältnis der beiden Familien untereinander war sehr schlecht, was die Kindheit Margareta Marias prägte. Von 1651 bis 1655 wurde Margareta Maria von ihrer Patin zu sich auf ihr Schloss Courchevel genommen. Als 1655 der Vater starb, kehrte das Kind zurück zur Mutter. Nach dem Tod des Vaters blieb den Alacoques aus finanziellen Gründen nichts anderes übrig, als sich mit den Laroches zu arrangieren. Die Laroches nutzten jetzt noch mehr als zuvor jede sich bietende Gelegenheit zum Streit.
1656 kam Margareta Maria in das Pensionat der Urbanistinnen nach Charolles. Dort empfing sie 1659 im Alter von zwölf Jahren die Erstkommunion. Kurze Zeit später erkrankte sie schwer. Sie wurde daher wieder zurück nach Verosvres geschickt und war dort etwa vier Jahre lang mehr oder weniger ans Krankenbett gefesselt. Ihre Gesundung erfolgte so überraschend, dass man von einer „wunderbaren Heilung“ spricht. Nach der Heilung begann Margareta Maria, das ganz normale Leben einer Sechzehnjährigen zu führen. Sie nahm gerne an Tanzveranstaltungen teil, zu denen sie ihre älteren Brüder mitnahmen. Eine schwere Erkrankung ihrer Mutter zwang sie jedoch, sich ganz der Pflege der Mutter zu widmen. Als man versuchte, Margareta Maria so rasch wie möglich zu verheiraten, wehrte sie sich dagegen, da sie in ein Kloster eintreten wollte.
Am 20. Juni 1671 trat Margareta Maria Alacoque in den Orden von der Heimsuchung Mariens (Salesianerinnen) (gegründet 1610 von den Heiligen Franz von Sales und Johanna Franziska von Chantal) in Paray-le-Monial ein. Ein Jahr später, legte sie die feierliche Profess ab. Ihr Leben im Heimsuchungskloster war sehr schwierig. Bereits als Kind und Jugendliche hatte sie mehrere Visionen, die sich nach ihrem Eintritt ins Kloster häuften. Ihre Mitschwestern verspotteten und demütigten sie deswegen. Margareta Maria bekam zudem in ihren Visionen den Auftrag, auf Missstände hinzuweisen, die sich unter den Schwestern eingebürgert hatten. Margareta Marias Oberin, Marie-Françoise de Saumaise, spürte zwar irgendetwas Göttliches, fühlte sich jedoch nicht imstande, selbst ein Urteil darüber zu fällen. Sie befahl daher Margareta Maria, ihre Lebensgeschichte und ihre Visionen aufzuschreiben, damit zwei Priester sich ein Urteil darüber bilden könnten. Die Priester mahnten zu größter Vorsicht und gingen davon aus, Margareta Maria sei entweder besessen oder geisteskrank.

Am 27. Dezember 1673 hatte Margareta Maria eine Vision, in der Jesus Christus sie beauftragte, sich für die Verehrung seines göttlichen Herzens einzusetzen. In den folgenden eineinhalb Jahren folgten weitere drei Visionen, in denen Jesus Christus Margareta Maria auftrug, sie möge sich dafür einsetzen, dass jeder erste Freitag im Monat und der zweite Freitag nach dem Fronleichnamsfest der besonderen Verehrung des Herzens Jesu gewidmet sein solle.
Besondere Unterstützung erhielt Margareta Maria durch den Jesuiten-Priester Claude de la Colombière. Dieser wurde 1675 Rektor des neu errichteten Jesuitenkollegs in Paray-le-Monial. Außerdem war er der Beichtvater der Schwestern. Ihm fiel  Margareta Maria auf und Margareta hörte die Stimme Gottes, dass dies der Priester sei, der sie in ihrer Mission zur Förderung der Herz-Jesu-Verehrung unterstützen werde. Es kam zu mehreren Gesprächen. Colombière ermutigte Margareta, ihren Weg weiterzugehen. Er selbst wollte auf seine Weise alles zur Verehrung des Herzens Jesu unternehmen. Schon nach einem Jahr musste Colombière die Stadt wieder verlassen. Er blieb jedoch mit Margareta Maria brieflich weiterhin in Kontakt.
Mit der Abreise Colombières verlor Margareta Maria jedoch auch wieder ihren „Beschützer“. Die Mitschwestern ließen nun ihrem Unmut freien Lauf. Am Abend des 20. November 1677 erhielt Margareta Maria in einer Vision den Auftrag, öffentlich vor der gesamten Gemeinschaft zu sagen, Gott hätte sie als „Sühneopfer“ für die Sünden der Schwestern auserwählt, weil diese nicht bereit waren, sich zu ändern. Man beschimpfte Margareta Maria, schrie sie an, verspottete sie. Als sie später auf dem Weg zu ihrer Zelle war, wurde sie von einer Gruppe von Mitschwestern regelrecht überfallen. Sie rissen ihr den Schleier herunter und schlugen auf sie ein. Am nächsten Tag bereuten die Schwestern zutiefst ihr Verhalten und begannen mit Margareta Maria höflicher umzugehen, blieben aber trotzdem weiterhin reserviert.
Die Nachfolgerin der Oberin de Saumaise, Péronne-Rosalie Greyfié, war darum bemüht, den Frieden im Kloster aufrechtzuerhalten, unternahm jedoch nichts, damit Margareta Maria unter den Schwestern mehr Anerkennung fand. Daran änderte sich auch nichts, als Claude de la Colombière wieder nach Paray-le-Monial zurückkehrte. 

Am 15. Februar 1682 starb Claude de la Colombière. 1684 wurde eine neue Oberin gewählt: Marie-Christina Melin. Diese ernannte Margareta zu ihrer Assistentin, 1685 sogar zur Novizenmeisterin. Der Grund für diesen Gesinnungswandel lag an Pater Colombière, dessen Schriften über die Herz-Jesu-Verehrung nach seinem Tod veröffentlicht und täglich während der Mahlzeiten in der Gemeinschaft vorgelesen wurden. Die Meinung über Margareta Maria änderte sich dadurch bei vielen ihrer Mitschwestern. Hinzu kam, dass ein weiterer Jesuit, Pater François Rolin, Beichtvater des Klosters wurde und die Bedeutung Margareta Marias erkannte. Er trug ihr auf, dass sie ihre gesamte Lebensgeschichte aufschreiben sollte, die noch heute erhalten ist.
 
Als Novizenmeisterin entwickelte Margareta Maria ein völlig neues Selbstbewusstsein. Ihre eigenen leidvollen Erfahrungen als Klosterschwester machten sie geduldig, sanft und sehr weise im Umgang mit jenen, die neu ins Kloster eintraten und von ihr in die Spiritualität des Ordens eingeführt wurden. Zu einem besonderen Datum wurde dann der 22. Juli 1685, ihr Geburtstag. Die Novizinnen wollten ihr ein besonderes Geburtstagsfest gestalten, sie aber meinte, es wäre ihr eine viel größere Freude, wenn sie all die Ehrungen dem Herzen Jesu darbringen würden. So kam es, dass im Kloster von Paray-le-Monial das erste Mal das Herz Jesu von mehreren Schwestern in einer Andacht gemeinsam verehrt wurde, diese Form der Andacht behielt man bis heute bei.

Die beiden Brüder Margaretas, Jacques und Chrysostomus, ließen im Dorf Le-Bois-Sainte-Marie eine Kapelle zu Ehren des Herzens Jesu erbauen und setzten sich dafür ein, das ganze Dorf für die Herz-Jesu-Verehrung zu begeistern.
1687 wurde Margareta vom Amt als Novizenmeisterin wieder abgelöst. Sie wurde zunächst Gehilfin der Krankenwärterin, später dann Erzieherin jener Mädchen, die im Kloster in einer Art kleinem Internat aufgenommen wurden. Nach der Neuwahl der Oberin wurde sie wieder deren Assistentin.
In den Jahren 1688 und 1689 hatte sie weitere Visionen zur Herz-Jesu-Verehrung. In der Folge bat sie den französischen König, Ludwig XIV., ganz Frankreich dem Herzen Jesu zu weihen und in Paris eine Kirche zu Ehren des Herzens Jesu zu bauen. Erfüllt wurde dieser Auftrag rund zweihundert Jahre später durch den Bau der Basilika Sacré-Cœur auf dem Hügel von Montmartre in Paris. Im Kloster wurde eine eigene Kapelle zur Herz-Jesu-Verehrung errichtet. Die Gemeinschaft des Klosters war in ihrer Beziehung zu Margareta Maria völlig verändert. Man wollte sie sogar zur Oberin wählen, was Margareta Maria jedoch 1690 ablehnte. An ihrer Stelle wurde Catherine-Antoinette de Lévy Châteaumorand gewählt.
Zwei Jesuiten, Jean Croiset und Joseph-François Gallifet, begannen die Verehrung des Herzens Jesu auch außerhalb des Klosters der Heimsuchung zu verbreiten.
Im Spätsommer 1690 spürte Margareta Maria, dass sie bald sterben werde. Am 17. Oktober 1690 gegen 7 Uhr abends empfing sie im Beisein aller ihrer Mitschwestern die Krankensalbung. Eine Stunde später starb sie im Alter von 43 Jahren. Ihr letztes Wort war „Jesus“.
 
Bei ihrem Begräbnis kam es fast zu einem Tumult, da die Bevölkerung davon überzeugt war, dass Margareta Maria eine Heilige sei, und sie daher ein letztes Mal ihren Sarg berühren wollte. Margareta ist im Kloster der Heimsuchung von Paray-le-Monial bestattet.

Verehrung
Margareta Maria Alacoque wurde 174 Jahre nach ihrem Tod von Papst Pius IX. 1864 selig- und 1920 von Papst Benedikt XV. heiliggesprochen. 
Man begann schon 1960 Herz-Jesu-Bruderschaften zu gründen, die sich  bis 1740 in Frankreich, Polen, Spanien, Italien und Deutschland verbreiteten. 1765 erlaubte Papst Clemens XIII. eine eigene Votivmesse zu Ehren des Herzens Jesu, in Polen und für den Orden der Heimsuchung. 1856 wurde das Herz-Jesu-Fest von Papst Pius IX. in der Kirche weltweit eingeführt. Papst Leo XIII. erhob das Fest 1899 zum Hochfest. In der Enzyklika Miserentissimus Redemptor von 1928 stellte Papst Pius XI. die Bedeutung der Herz-Jesu-Verehrung für die gesamte Kirche dar. Insbesondere Papst Pius XII. wies in der Enzyklika Haurietis aquas auf die außerordentliche Bedeutung der heiligen Margareta für die Herz-Jesu-Verehrung hin. Die Herz-Jesu-Verehrung gehört bis heute zu den verbreitetsten Frömmigkeitsformen in der katholischen Kirche. Neben dem Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu nach Fronleichnam wird jeder erste Freitag im Monat als Herz-Jesu-Freitag begangen, in der Regel mit Aussetzung des allerheiligsten Altarsakraments und sakramentalem Segen.
Für Papst Franziskus hatte die Herz-Jesu-Verehrung eine besondere Bedeutung. Im Herzen Jesu begegnet uns die menschliche und göttliche Liebe Gottes – und diese Liebe soll unser persönliches Leben, die Kirche und die Gesellschaft verwandeln.
Den bedeutendsten Ausdruck dieser Spiritualität legte Franziskus in seiner vierten Enzyklika vor: Dilexit nos – „Er hat uns geliebt“, veröffentlicht am 24. Oktober 2024 „Über die menschliche und göttliche Liebe des Herzens Jesu Christi“.
 
Quellen
www2.Bistum-Augsburg.de, Wikipedia, heiligenlexikon.de und andere. 
 
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