Maria Tuci, 24. Oktober

Maria Tuci (1928–1950)

Märtyrerin - Laiin - Lehrerin 
 
Namen
Maria Tuci
 
Gedenktag
24. Oktober

Lebensdaten
Geboren: 12. März 1928 in Ndërfushaz bei Rrëshen, Albanien. 
Gestorben (23 Jahren alt): am 24. Oktober 1950 in Shkodra, Albanien an Folgen der Folter. 

Zeitgenossinnen
• Benigna Cardoso da Silva (1928–1941) - Brasilien · Selige und Märtyrerin sexueller Gewalt. 
• Teresa von Kalkutta (1910–1997): Ordensgründerin; diente den Ärmsten in Indien.
 
Lebensgeschichte
Maria (oder Marije) Tuci wurde am 12. März 1928 im Dorf Ndërfushaz im Bezirk Mirdita in Albanien als Tochter von Nikoll Mark Tuci und Dila Fusha geboren.
Sie besuchte das Gymnasium im Internat in Shkodra, das von den Franziskanerinnen Schwestern der Stigmata des Heiligen Franziskus, im Volksmund „Stimmatinnen“ genannt, geführt wurde. Bei ihnen lernte Maria nicht nur die schulischen Fächer, sondern auch, wie man seinen Mitmenschen zur Seite steht. Aus diesem Grund bat sie darum, in den Kreis der Anwärterinnen für das Ordensleben aufgenommen zu werden. Maria war sehr begabt und fest im Glauben stehend. Sie wurde Lehrerin in Gojan und Fan in Mirdita.
Im Jahr 1946 erhielt sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Davida Markagjoni von Monsignore Frano Gjini, dem Bischof und Abt von Sant’Alessandro in Orosh (Shën Llezhri-Oroshit) im Bezirk Mirdita, eine Anstellung als Grundschullehrerin in den Dörfern Gozan und Sang. Die beiden jungen Frauen waren aufgrund ihrer Glaubenstreue ausgewählt worden und stellten diese schon bald unter Beweis: In einem Staat, der dabei war, der erste offen atheistische Staat der Welt zu werden, versuchten sie, die Kinder die Gegenwart Gottes nicht vergessen zu lassen, indem sie heimlich Katechismus unterrichteten.
Um den Kindern Schulmaterial zu beschaffen, bezahlte Maria oft aus eigener Tasche. Außerdem verteilte sie gemeinsam mit anderen Jugendlichen aus katholischen Schulen und auch mit einigen Seminaristen Flugblätter gegen die ersten Scheinwahlen des Regimes. Um an der Messe in der nahegelegenen Kleinstadt Geziq teilzunehmen, legte sie sechs oder sieben Kilometer zu Fuß zurück.
Die Verfolgung durch das kommunistische Regime, die bereits die Katholiken – und nicht nur sie – bedrohte, zwangen die aus Italien stammenden Stimmatinerinnen dazu, das Land zu verlassen oder sich zu zerstreuen, da das Regime „Italiener“ und „Faschisten“ miteinander in Verbindung brachte. Am 11. August 1949 wurde Tuci als einzige Frau in einer Gruppe von dreihundert Personen zusammen mit einigen Familienangehörigen und Bekannten verhaftet. Wenige Tage zuvor, am 7. August, war Bardhok Biba, der Sekretär der Kommunistischen Partei des Bezirks Mirdita, ermordet worden: Offensichtlich suchte man nach einem möglichen Sündenbock. Unter anderem war dieser Bezirk der einzige, der überwiegend von Katholiken bewohnt war. Die Haftbedingungen von Maria, die zu drei Jahren auf Bewährung verurteilt worden war, und drei weiteren Häftlingen wurden später geschildert: Sie befanden sich in einer Zelle ohne Licht und Luft, in der das Regenwasser bis zu den Matratzen der Häftlinge reichte und die einzige Möglichkeit, sich zu wärmen, darin bestand, sich eng aneinander zu schmiegen. Zusätzlich zu diesen Entbehrungen wurde das Mädchen aus der Zelle geholt und gefoltert, damit sie den Namen des Mörders von Biba preisgab. So wurde sie beispielsweise nackt zusammen mit einer wütenden Katze in einen Sack gesperrt; währenddessen wurde der Sack mit Stöcken geschlagen. Ein Mitglied der Geheimpolizei (Sigurimi), Hilmi Seiti, wollte sie zwingen, sich ihm hinzugeben, doch sie lehnte dies entschieden ab; daraufhin wurden die Qualen noch verschärft.
Aufgrund der erlittenen Verletzungen wurde sie ins Zivilkrankenhaus von Shkodra gebracht. Am 22. August 1950 besuchten sie einige Ordensschwestern und ihre Mitstreiterinnen: Tatsächlich war sie in einem so schlechten Zustand, dass sie sie kaum wiedererkannten. Zu ihrer Mitstreiterin Davida, die zur Gruppe gehörte, sagte sie: „Das Wort von Hilmi Seiti hat sich bewahrheitet: ‚Ich werde dich in einen solchen Zustand versetzen, dass nicht einmal deine Angehörigen dich wiedererkennen werden.‘ Ich danke Gott, dass ich in Freiheit sterbe kann!“ Etwa zwei Monate später, am 24. Oktober, gab sie ihre Seele Gott zurück.

Verehrung
Ihre sterblichen Überreste, die nach dem Fall des Kommunismus in Albanien exhumiert wurden, ruhen heute in der Kirche der Stimmatinerinnen in Shkodra. Maria Tuci ist die einzige Frau auf der Liste der 38 albanischen Märtyrer, die am 5. November 2016 unter dem Pontifikat von Papst Franziskus seliggesprochen wurden zu denen auch der bereits erwähnte Monsignore Frano Gjini gehört. Zum Gedenken an Maria Duci wurde ein Mädcheninternat in Rreshen benannt. 
 
Quellen
Santiebeati.it; www2.Bistum-Augsburg.de, Wikipedia, heiligenlexikon.de und andere. 
 
Website