Kreuzerhöhung (14.09.)
Festtag am 14. September

Der Glaube breitet sich nicht mit der Macht der Welt aus, sondern mit der Weisheit des Kreuzes; nicht durch Strukturen, sondern durch Zeugnis. Und heute fragt der Herr aus der tönenden Stille des Kreuzes heraus auch dich: „Willst du mein Zeuge sein?“ (Franziskus 14.09.2023)
Helena, die Mutter von Kaiser Konstantin (250 - 18.8.330), suchte auf Golgota, dem Ort der Kreuzigung Jesu in Jerusalem nach dem Kreuz Jesu – und fand es nach der Überlieferung der Zeitgenossen.
Bischof Ambrosius von Mailand berichtet 395 in einer Predigt, das Kreuz des Herrn sei anhand des Tafel, der von Pilatus verfassten INRI-Aufschrift, identifiziert worden. Diese Tafel, auch Titulus genannt wird heute in der römischen Kirche Santa Croce in Gerusalemme nicht weit vom Lateran aufbewahrt.
Im Mittelalter entsteht die Legende, dass zur Unterscheidung verschiedener Holzstücke die zum Kreuz Jesu gehörig erachtet wurden, das Stück als „echt“ erkannt wurde, bei dem beim Auflegen auf eine Tote diese wieder lebendig wurde. Daran habe man unter den drei ausgegrabenen Kreuzen das richtige erkannt.
Am Ort des Golgotafelsen in der Jerusalemer Grabes- und Auferstehungskirche findet sich noch heute die Helenakapelle, die als Ort der Kreuzauffindung gilt.
Helena nimmt 325 die meisten Kreuzreliquien mit nach Konstantinopel; weitere bleiben in Jerusalem oder werden in die ganze Welt getragen, darunter nach Rom.
In der Kugel auf der Spitze des Obelisken in der Mitte des römischen Petersplatzes befindet sich ein Kreuzpartikel, desgleichen in der Konstantinssäule in der Altstadt von Istanbul. Weitere Stücke der wohl wichtigsten Reliquie der Christenheit werden in Paris, Brüssel, Venedig, Heiligen Kreuz, Limburg aufbewahrt.
Im September 335 wird die oben erwähnte Grabeskirche in Jerusalem feierlich eingeweiht. Die Konstantinische Basilika umschließt sowohl den Golgotafelsen als auch das nahegelegene Grab Jesu.
Einen Tag nach der Kirchweihe – es ist der 14. September – wird dem Volk zum ersten Mal das Kreuzesholz gezeigt und zur Verehrung dargereicht: Das ist die Geburtsstunde des Festes Kreuzerhöhung.
Im Hintergrund steht dabei die „Erhöhung“ der Kupferschlange in der Wüste durch Mose. „Wenn nun jemand von einer Schlange gebissen wurde und zu der Kupferschlange aufblickte, blieb er am Leben.“ (Num 21,9)
Bei den orthodoxen Christen ist das Fest Kreuzerhöhung eines der „Zwölf Großen Feste“ ihres Kirchenjahres.
In der Nähe der Knesset in Jerusalem erhebt sich ein wuchtiger Klosterkomplex, die Kreuzkirche – sie soll den Ort markieren, an dem einmal der Baum stand, aus dem Jesu Kreuz wurde, und soll außerdem von Helena während ihrer Heilig-Land-Reise gegründet worden sein.