
„Unsere Heilige Frau von Jerusalem“, byzantinische Ikone in der Grabeskirche in Getsemani (Jerusalem). Ikonographisch zeigt die Jungfrau Maria das Jesuskind (typus Hodegetria), und Christus segnet mit der rechten Hand, während er in der linken Hand eine Kugel, das Universum hält.
Wenn wir dein Kind besingen, Gottesgebärerin, dann besingen wir dich als lebendigen Tempel; denn in deinem Schoße nahm Wohnung der alles in Händen haltende HERR; alle aber hat Er geheiligt, verherrlicht und gelehrt, dir dies zuzurufen:
Sei gegrüßt, du Bundeszelt des WORTES Gottes,
Sei gegrüßt, du Heilige, erhabener als alle Heiligen,
Sei gegrüßt, du Bundeslade, die der Geist mit Gold beschlug,
Sei gegrüßt, du unerschöpflich-reiche Schatzkammer des Lebens,
Sei gegrüßt, du Heilige, erhabener als alle Heiligen,
Sei gegrüßt, du Bundeslade, die der Geist mit Gold beschlug,
Sei gegrüßt, du unerschöpflich-reiche Schatzkammer des Lebens,
Sei gegrüßt, du hehres Diadem der frommen Könige,
Sei gegrüßt, du hehrer Ruhm der ehrfürchtigen Priester,
Sei gegrüßt, der Kirche unerschütterlicher Turm,
Sei gegrüßt, des Reiches uneinnehmbar-starkes Bollwerk,
Sei gegrüßt, du hehrer Ruhm der ehrfürchtigen Priester,
Sei gegrüßt, der Kirche unerschütterlicher Turm,
Sei gegrüßt, des Reiches uneinnehmbar-starkes Bollwerk,
Sei gegrüßt, durch dich erheben sich (uns’re) Paniere (Schutzschild),
Sei gegrüßt, durch dich kommen zu Fall die Feinde,
Sei gegrüßt, du Heilung meines Leibes,
Sei gegrüßt, du Rettung meiner Seele,
Sei gegrüßt, durch dich kommen zu Fall die Feinde,
Sei gegrüßt, du Heilung meines Leibes,
Sei gegrüßt, du Rettung meiner Seele,
Sei gegrüßt – o unvermählt Vermählte.
[Aus dem Hymnos Akathistos, 23. Szene]
[Aus dem Hymnos Akathistos, 23. Szene]
Gedenktag
21. November
„Unsere Liebe Frau in Jerusalem“
Gedenken an den Weihetag der Kirche „Sancta Maria Nova“ in Jerusalem im Jahr 543.
Diese Kirche, auch bekannt als Mariä-Opferung-Kirche, wurde zur Ehre der Jungfrau und Gottesmutter Maria errichtet.
Das Fest erinnert daran, wie Maria sich durch ihre Jungfräulichkeit (ihr Frau-sein) und ihre Bereitschaft, Gottes Willen zu erfüllen, selbst zu einem lebendigen Opfer, einen Geschenk an Gott gemacht hat.
Einer Legende nach sagte Anna den Engel der ihr die Geburt ihrer Tochter Maria ankündigte: „Wenn dem so ist, dann soll das Mädchen Gott, dem Herrn geweiht sein, alle Tage ihres Lebens.“
Joachim, der Mann von Anna und Vater von Maria bestand darauf, Maria selbst in den Tempel zu bringen, um das Versprechen zu erfüllen, das sie abgelegt hatten.
Als Maria drei Jahre alt war, brachten Joachim und Anna, Maria in ein Haus unweit des Tempels, wo junge Mädchen erzogen und unterrichtet wurden. Maria wurde von Mädchen in weißen Gewändern, die brennende Kerzen trugen zum Tempel begleitet. Dort empfingen die Priester des Tempels Maria und segnete sie mit den Worten: „Groß gemacht hat Gott der Herr deinen Namen unter allen Geschlechtern der Erde, denn in dir wird offenbar werden die Erlösung der Kinder Israels.“ (vgl. Lk 1,48-49)
Maria blieb elf Jahre im Tempel bzw. der Schule und wurde in den heiligen Schriften unterrichtet. Der Kirchenlehrer Ambrosius äußerte sich über Maria: Ihr Leben sei ein Vorbild für alle Geschöpfe, besonderes für alle Kinder. Nach den Jahren des Aufenthaltes im Tempel in Jerusalem kehrte Maria nach Nazareth zurück und verlobte sich mit Josef und erlebte die Verkündigung durch den Erzengel Gabriel, dass sie den Sohn Gottes, Jesus empfangen solle und Mutter des Herrn würde.
Der heilige Augustinus sagt: „Die Welt war nicht würdig, den Sohn Gottes unmittelbar aus den Händen des Vaters zu empfangen.“ Diese Sichtweise greift auch Ludwig Maria Grignion von Montfort auf, der darauf hinwies, dass über 4.000 Jahre hinweg Propheten und Heilige um die Ankunft des Messias flehten, jedoch „Maria allein, diesen Schatz verdiente und Gnade vor Gott fand durch die Kraft ihres Gebetes und die Größe ihrer Tugenden“.
Es ist eine Grundhaltung des Menschen Geschenke zu übergeben, so auch an Gott oder den vorgestellten Göttern. Im Alten Testament hören wir von verschiedensten Opfergaben die erbeten oder gefordert wurden. Schon seit den Zeiten des Moses gab es bei der Stiftshütte und später am salomonischen Tempel einen Kreis frommer Frauen, die sich durch ein zeitweiliges Gelübde der Jungfräulichkeit Gott weihten.
Eine Legende berichtet, dass Maria während ihres Aufenthalts im Tempel häufig von Engeln besucht und gespeist wurde. Die Visionen und Offenbarungen der seligen Anna Katharina Emmerich geben weitere Einblicke über Marias Weihe im Tempel: „Maria kniete auf den Stufen. Joachim und Anna legten ihr die Hände auf den Kopf. Der Priester schnitt ihr einige Haare ab, die auf einem Feuerbecken verbrannt wurden. Die Eltern sprachen auch einige Worte, durch die sie ihr Kind Gott weihten, und es wurde dies durch die beiden Leviten aufgeschrieben.“ Laut ihren Visionen war Joachim, nach der Opferung besonders tief gerührt: Er hob Maria empor, drückte sie an sein Herz und sprach unter Tränen: „Gedenke meiner Seele vor Gott!“
Laut dem apokryphen Evangelium des Jakobus veranstalteten Joachim und Anna anlässlich des ersten Geburtstags von Maria ein großes Fest. Viele Verwandte und Freunde waren dazu eingeladen. Unter den Gästen waren auch Priester die Maria segneten. Sie beteten: „Gott unserer Väter! Segne dieses Mädchen und gib ihm einen Namen, der durch alle Geschlechter hindurch ewig genannt wird.“ Die versammelten Gäste antworteten gemeinsam: „Es geschehe, geschehe! Amen! Amen!“
Das Fest Mariä Opferung ist auch verknüpft mit der Weihe einer Kirche in der Nähe des Tempelbezirks in Jerusalem am 21. November 543 zu Ehren Mariens. Im 8. Jahrhundert wurde das Fest in Konstantinopel als „Einzug der Gottesmutter in den Tempel“ gefeiert. 1372 wurde der Gedenktag erstmals in Rom gefeiert.
Papst Sixtus IV. führte das Fest 1472 für die gesamte Kirche ein. Pius V. strich es später aus dem römischen Kalender. Sixtus V. führte es 1585 wieder ein. Durch die Kalenderreform 1969 im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils wurde das Fest umbenannt in: „Unsere Liebe Frau in Jerusalem“, um an den ursprünglichen Anlass der Weihe der Kirche „Sancta Maria Nova“ zu erinnern.
Quellen
praedica.de; wikipedia und andere