Maria, Unserer Lieben Frau von der Wundertätigen Medaille - 27. Nov.

Vorder- und Rückseite der Medaille in der Ausführung von Adrien Vachette (1832)

Die „Wundertätige Medaille“ auch „Medaille der Unbefleckten Empfängnis“ genannt, wird seit dem Jahr 1830 weltweit verbreitet und  von Millionen von Menschen als sichtbares Zeichen des Glaubens getragen.
 
Die ovale Medaille zeigt auf der 
Vorderseite:
Eine junge Frau mit leicht geneigtem Kopf, deren Haar von einem Schleier bedeckt ist und die von einem Heiligenschein umgeben wird. Sie steht auf einem Globus, den rechten Fuß auf dem Kopf einer Schlange – dem Symbol für den Teufel und das Böse –, dessen Kopf sie bzw. ihr Nachkomme Jesus, den sie in ihrem Schoß trägt, zertritt. Ihre Arme sind mit offenen Händen nach unten ausgebreitet. Von ihnen gehen Strahlen aus, die Gottes helfendes Wirken durch Maria bzw. durch den von ihr empfangenen Sohn Gottes symbolisieren. Rundherum steht der Schriftzug: „O Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen“ – ein Aufruf zu Vertrauen und Gebet.
 
Rückseite:
Hier befindet sich ein großes „M“ in der Mitte, das für Maria steht und ein Kreuz trägt, das auf Jesus hinweist. Davor sind zwei Herzen aus denen Flammen lodern dargestellt: das Herz Jesu, mit einer Dornenkrone umwunden und durchbohrt, und das Herz Marias, mit Rosen umwunden und von einem Schwert durchstochen. Rundherum befinden sich zwölf Sterne, die die Apostel symbolisieren. Um das Ganze herum stehen die Worte: „O Jesus, verzeihe uns unsere Schuld, bewahre uns vor der Hölle, führe alle Seelen in den Himmel, besonders jene, die deine Barmherzigkeit am meisten brauchen.“

Herkunft
Die Darstellung geht auf mehrere Erscheinungen der Gottesmutter Maria zurück, die der Ordensfrau Maria Katharina Labouré in der Rue du Bac in Paris gezeigt wurden – besonders auf jene vom 27. November 1830.
„Lass nach diesem Muster eine Medaille prägen. Alle, die sie mit Vertrauen tragen, werden den besonderen Schutz der Muttergottes erfahren.“
Catherine Labouré, geboren 1806 als achtes Kind einer Bauernfamilie in Burgund, entschied sich im Alter von 24 Jahren, in Paris in die Gemeinschaft der Vinzentinerinnen – der Töchter der christlichen Liebe – einzutreten.
 
Die Beschreibung der Erscheinung 
In der Nacht vom 18. auf den 19. Juli 1830 – dem Fest des heiligen Vinzenz von Paul, des Ordensgründers der Vinzentinerinnen – wurde Schwester Catherine von einem Kind geweckt. Sie folgte ihm in die Klosterkapelle. Dort, so berichtete sie später, erschien ihr die Gottesmutter und vertraute ihr einen Auftrag an.

Zunächst schenkte man ihren Erzählungen keinen Glauben. Als sich die Erscheinung am 27. November während ihres Abendgebets wiederholte, beschrieb Catherine die Vision ausführlicher:
 
Maria sei auf einer Weltkugel stehend erschienen, in einem hellen Gewand und mit leuchtenden Ringen an den Händen. Zudem sei sie von einem ovalen Spruchband mit den Worten umgeben gewesen: „O Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu dir nehmen.“
 
Die Verbreitung der Medaille
Nachdem Catherine auch nach zweijähriger Prüfung an dem himmlischen Auftrag zur Verbreitung der Medaille festhielt, erwirkte ihr Beichtvater beim Bischof von Paris die Erlaubnis zur Prägung der Medaille. Allein in den folgenden vier Jahren wurden zweieinhalb Millionen Exemplare der kleinen Plakette verteilt.
 
Die schnelle Verbreitung erklärt sich auch dadurch, dass während der damals in Paris wütenden Cholera-Epidemie viele Menschen von Heilungen und anderen Erfahrungen der Hilfe in großer Not berichteten. Bald erhielt die Plakette den Namen „Wundertätige Medaille“.

Zur weiteren Verbreitung trug auch die Verkündigung des Glaubenssatzes von der Unbefleckten Empfängnis Mariens durch Papst Pius IX. im Jahr 1854 bei.